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Coronavirus: Mundschutz mit Gummiband selber machen

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 14.04.2020

Coronavirus: So basteln Sie einen Mundschutz mit Gummiband selber
Foto: Antipina Daria/Shutterstock

Ein Mundschutz soll Sie vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Wie kann man einen Mundschutz selber herstellen? Unsere Nähanleitung für einen Mundschutz mit Gummiband und Tipps von Virologen.

  • Viele Virologen empfehlen inzwischen, in der Öffentlichkeit einen Mundschutz zu tragen.
  • Ein selbst gemachter Mundschutz mit Gummiband schützt vor allem Mitmenschen, z.B. beim Einkaufen.
  • Wichtiger als das Tragen einer Maske sind nach wie vor gründliches Händewaschen und Abstandhalten.

Einen Mundschutz zu tragen, galt zu Beginn der Corona-Pandemie noch als übertrieben. Inzwischen raten aber viele Experten zu einer Schutzmaske für Mund und Nase in der Öffentlichkeit. Auch Virologe Christian Drosten befürwortet das Tragen einer Maske – denn diese kann verhindern, dass sich beim Niesen oder Husten kleinste Tröpfchen verteilen. Er weist aber auch darauf hin, dass man sich nicht selbst schützen kann, indem man in der Öffentlichkeit eine Maske trägt. Die Maske dient vor allem dem Schutz der Mitmenschen, wenn der Träger infiziert ist.

Experten empfehlen Mundschutz in der Öffentlichkeit

Auch der Virologe Alexander Kekulé und die Deutsche Lungenstiftung e.V. sehen einen Mundschutz als gute Ergänzung der Hygiene-Maßnahmen. "Der schützt auf jeden Fall andere, und es gibt auch neuere Daten, dass die Menschen selber dadurch geschützt werden", so Kekulé in einem Mdr-Podcast.

Inzwischen hat auch das Robert-Koch-Institut (RKI) den Nutzen von Masken zugestanden, selbst wenn diese nur selbstgebastelt sind. "Es ist zu vermuten, dass auch Behelfsmasken das Risiko verringern können, andere anzustecken", heißt es seit 1. April beim RKI, auch wenn eine solche Schutzwirkung bisher nicht wissenschaftlich belegt sei. 

Das Tragen von Einmalschuhen beim Einkaufen ist dagegen nicht ratsam. Die Gummihandschuhe schützen den Träger nicht vor den Coronaviren, sondern können aus hygienischer Sicht sogar zur Gefahr werden.

Fazit: Schutzmasken dürften weiter an Bedeutung gewinnen, wenn die momentanen Kontaktbeschränkungen in Deutschland gelockert werden. Im Nachbarland Österreich müssen Menschen beim Einkaufen bereits eine Schutzmaske tragen. Tschechien und die Slowakei haben sogar eine Schutzmaskenpflicht. Auch in der Bundesrepublik mehren sich die Stimmen für eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit. Denn: Mundschutzmasken sorgen in jedem Fall dafür, dass man sich seltener mit den Händen ins Gesicht fasst und dadurch das Infektionsrisiko steigt.

Weiterlesen: Wie Sie sich vor dem Virus schützen, an welchen Symptomen Sie Covid-19 erkennen und von einer Grippe unterscheiden sowie alle Artikel zum Coronavirus auf oekotest.de.

    Schutzmasken sind Mangelware - selber nähen ist eine gute Alternative
    Schutzmasken sind Mangelware - selber nähen ist eine gute Alternative (Foto: Warida Chamchong/Shutterstock)

    Wie sinnvoll ist ein Mundschutz?

    Schutzmasken haben zwei positive Effekte:

    1. Sie sind weniger zum Eigenschutz als zum Fremdschutz gedacht. Da das Coronavirus schon vor dem Auftreten erster Symptome ansteckend ist, kann man mit Hilfe einer Schutzmaske verhindern, versehentlich andere Menschen anzustecken. Das heißt: Auch Menschen, die infiziert sind, aber keine Symptome aufweisen, übertragen das Virus mit Maske weniger leicht.

    2. Wer eine Maske trägt, fasst sich nicht so leicht ins Gesicht, ohne es zu merken.

    Wenn alle Menschen außer Haus eine Schutzmaske tragen würden, würde das Infektionsrisiko deshalb in jedem Fall reduziert. 

    Da Schutzmasken derzeit oft vergriffen sind, lohnt es sich, sich einen Mundschutz selbst zu nähen. Sicher freut sich auch der eine oder andere Nachbar über einen bunten, selbst gemachten Mundschutz.

    Mundschutz mit Gummiband selber nähen: Anleitung für Nähanfänger

    Einen Mundschutz selber nähen ist gar nicht so kompliziert – und Sie benötigen lediglich Stoffreste, Gummibänder, Faden und eine Nähmaschine oder eine Nähnadel.

    Wichtig zu wissen: Eine selbst genähte Maske ist nur ein Hilfskonstrukt. Einen zuverlässigen Schutz vor einer Ansteckung kann sie nicht garantieren.

    Mundschutz selber nähen: Anleitung für Anfänger
    Mundschutz selber nähen: Anleitung für Anfänger (Foto: Maria Hohenthal/Utopia)

    Mundschutz selber nähen – das benötigen Sie

    Das benötigen Sie, um einen Mundschutz selbst anzufertigen: 

    • Stoffrest (14 x 24 cm)
    • Schere
    • Nähnadel
    • Faden
    • Maßband oder Lineal
    • Stecknadeln
    • 2 Gummibänder (je 20 cm)

    Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Gummizüge in vielen Supermärkten und Onlineshops vergriffen sind. Sie können sich aber mit einer Kordel, Schnur oder Schuhbändern behelfen. Auch ein Stoffband lässt sich einfach selbst nähen.

    Mundschutz mit Gummiband selber machen – die Vorbereitungen

    Hübscher wird der Mundschutz, wenn Sie einen bunten Stoff verwenden. Für Ihr Nähprojekt müssen Sie keinen neuen Stoff kaufen, Sie können genauso gut alte T-Shirts, Küchenhandtücher oder Bettwäsche zerschneiden und upcyceln. Wichtig ist, dass man durch den Stoff gut atmen kann, und dass er bei 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden kann.

    Wenn Sie einen neuen Stoff verwenden: Vor dem Nähen und Tragen waschen! Dann läuft er bei der Maschinenwäsche nicht mehr ein und ist so weit wie möglich frei von Chemie.

    ÖKO-TEST erklärt: in sieben Schritten zum selbstgebauten Mundschutz
    ÖKO-TEST erklärt: in sieben Schritten zum selbstgebauten Mundschutz (Foto: Maria Hohenthal/Utopia)

    Mundschutz selber nähen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

    1. Legen Sie ein Gummiband auf den längeren Rand des Stoffrests. Falten Sie den Stoffrand in einer Breite von ca. 1,5 cm über das Gummiband, und fixieren Sie den Saum mit Stecknadeln.

    2. Auf der anderen Seite des Stoffes mit dem zweiten Gummiband wiederholen.

    3. Nähen Sie nun den Saum mit Nähnadel oder Nähmaschine fest. Wenn Sie keine Nähmaschine haben, achten Sie darauf, dass Sie kleine Stiche in engem Abstand machen, damit die Naht möglichst stabil ist.

    4. Nähen Sie die Enden des Gummis sorgfältig zusammen oder verknoten Sie sie. Dann sollte das Gummiband allerdings (von Beginn an) etwas länger sein.

    5. Wiederholen Sie die Schritte 3 und 4 auf der anderen Seite des Mundschutzes.

    6. Nähen Sie das Gummiband an der Stelle am Stoff fest, an der es aus dem Saum herauskommt. Raffen Sie den Saum auf 7 bis 8 cm Breite, und nähen Sie das Gummiband auch auf der anderen Seite fest.

    7. Wiederholen Sie Schritt 6 auf der anderen Stoffseite.

    8. Jetzt hat der Mundschutz die typische Form und kann verwendet werden.
    Mundschutz mit Bändern - statt Gummis
    Mundschutz mit Bändern - statt Gummis (Foto: Maria Hohenthal/Utopia)

    Anleitung für Nähprofis: DIY-Mundschutz

    Es gibt auch Anleitungen für Masken, die besser sitzen und durch einen Draht im Nasenbereich zuverlässiger schützen. Diese Anleitungen sind allerdings komplizierter und für Anfänger nicht geeignet.

    Nähprofis finden hier Anleitungen für einen Mund- und Nasenschutz:

    • Nähanleitung für einen Mundschutz der Stadt Essen
    • Anleitung für einen etwas aufwändigeren Mundschutz von Buttinette

    Mundschutz ohne Nähen - Anleitung der Universität Hong Kong

    Auch in Hongkong sind Schutzmasken fürs Gesicht knapp. Das University of Hong Kong-Shenzhen Hospital hat deshalb eine Anleitung für eine einfache und kostengünstige Gesichtsmaske veröffentlicht. Dieser Maskenersatz wird ohne Nähen aus Küchenpapier und Gummibändern gebastelt.

    Hier gibt es das Video auf YouTube.

    Bei selbst gemachtem Mundschutz beachten

    • Wechseln Sie den Mundschutz, sobald er feucht ist.
    • Legen Sie den Mundschutz ab, wenn Sie nach Hause kommen, und waschen Sie sich danach gründlich die Hände.
    • Masken immer bei mindestens 60 Grad waschen, um die Viren abzutöten.
    • Selbst genähte Masken sind kein Ersatz für gründliches Händewaschen und Abstandhalten.
    • In die Armbeuge husten oder niesen ist der beste Schutz vor einer Tröpfcheninfektion.
    • Wenn Sie Symptome wie Husten oder Fieber haben, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt.

    Medizinische Masken sind nur für Ärzte 

    Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Klaus Reinhardt, appelliert an die normale Bevölkerung, nur einfache Schutzmasken zu verwenden: "Bestellen Sie sich keine professionellen Schutzmasken im Internet oder kaufen [Sie] solche. Wenn Sie nicht im Gesundheitswesen tätig sind oder entsprechende Vorerkrankungen haben, dann brauchen Sie keine FFP2- oder FFP3-Masken."

    Die professionellen Schutzmasken sind nur für Erkrankte, Ärzte und Pfleger gedacht und werden von diesen dringend benötigt. Allein die niedergelassenen Ärzte in Deutschland benötigen in den kommenden Monaten mehr als 100 Millionen Schutzmasken.

    Auch Christian Drosten empfiehlt, keine Maske zu kaufen, die dann in einer Klinik fehlt. Sein Rat: selber eine Maske nähen oder sich ein Tuch oder einen Schal über Mund und Nase ziehen. "Diese großen Tröpfchen werden dann abgefangen", so Drosten. "Da lässt sich nichts dran diskutieren."

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