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Braune Hundezecke: Gefahr für Mensch und Hund breitet sich aus

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 11.07.2019

Braune Hundezecke: Gefahr für Mensch und Hund breitet sich aus
(Foto: Fotolia / Ralf Geithe)

Hundebesitzer aufgepasst! Eine eingewanderte Zeckenart kann zur Plage werden. Die "Braune Hundezecke" befällt nicht nur Hunde, auch Menschen können durch sie erkranken.

Immer mehr Zeckenarten wandern aus südlichen Ländern nach Deutschland ein und breiten sich aus. Aktuelles Beispiel: die Braune Hundezecke. Das Zeckentier bevorzugt, wie der Name schon sagt, Hunde als Wirt, kann aber auch auf den Menschen übergehen.

Braune Hundezecke kann gefährliche Krankheiten übertragen

Glücklicherweise konnten an der Braunen Hundezecke bislang weder FSME- (Frühsommer-Meningoenzephalitis) noch Borreliose-Erreger nachgewiesen werden. Dafür überträgt sie andere Erkrankungen: Hunde können nach einem Biss beispielsweise an Babesiose – auch Hundemalaria genannt – erkranken. Menschen sticht die Zecke eher selten. Die Insekten können jedoch im Fall eines Stichs das Mittelmeer-Fleckfieber auf den Menschen übertragen.

Wie kommt die Braune Hundezecke nach Deutschland?

Nach Deutschland gelangt die Zecke wohl eher unfreiwillig, vermutet Ute Mackenstedt, Parasitologin und Expertin für Zecken an der Universität Hohenheim. "Wir können davon ausgehen, dass Besitzer, die mit ihren Hunden im Ausland im Urlaub waren, die Braune Hundezecke nach Deutschland bringen. Es wurden aber auch bereits Exemplare an Hunden gefunden, die ihren Hof nie verlassen hatten – ein Hinweis darauf, dass die Art hier möglicherweise bereits Fuß gefasst hat."

Zeckenplage in Wohnungen

Die Braune Hundezecke kommt eigentlich aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika, sie fühlt sich aber auch im Sommer in unseren Wohnungen pudelwohl. "Anders als der Gemeine Holzbock kann die Braune Hundezecke sehr gut in Wohnungen überleben", bestätigt Katrin Fachet vom Fachgebiet Parasitologie der Uni Hohenheim. 

In Wohnungen kann sich die Braune Hundezecke zu einer regelrechten Plage auswachsen. Ein Weibchen der Braunen Hundezecke legt bis zu 4.000 Eier ab, innerhalb weniger Monate können so in Wohnungen mehrere Tausend Exemplare heranwachsen.

Was tun beim Verdacht auf einen Befall?

"Wenn Sie annehmen, dass es in Ihrem Haushalt zu einem Befall mit den Braunen Hundezecken gekommen ist, sollten Sie sich mit einem Experten zu dieser Art in Verbindung setzen, der Sie beim weiteren Vorgehen beraten kann", empfiehlt Katrin Fachet. "Werden in Eigeninitiative die falschen Maßnahmen ergriffen, kann es zu einer erheblichen Verschlimmerung des Befalls mit stark erhöhtem Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier kommen." 

Universität Hohenheim bittet um Mithilfe 

Die Wissenschaftler der Universität Hohenheim bitten die Bevölkerung um Mithilfe bei ihrem "Hundezecken-Projekt", bei dem die Forscher die Zecken studieren und Erkenntnisse zum Schutz gewinnen wollen. Wer einen ungewöhnlichen Befall mit Braunen Zecken in der Wohnung oder bei seinem Hund beobachtet, ist aufgerufen, ein Bild der Zecke an [email protected] zu mailen.

Für weitere Infos: Universität Hohenheim

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