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Bienenstich behandeln: Was hilft wirklich?

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 05.08.2020

So behandeln Sie einen Bienenstich richtig
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Arcaion

Im Sommer lockt ein Spaziergang durch Feld und Wiesen - barfuß oder mit offenen Schuhen ist das Risiko hoch, von einer Biene gestochen zu werden. Dann ist erste Hilfe angesagt: Wir verraten Ihnen, wie Sie einen Bienenstich behandeln und in welchem Fall Sie den Notarzt anrufen müssen.

Bienenstiche sind äußerst schmerzhaft, meist aber völlig unproblematisch und gut selbst zu behandeln. Das Gift der Biene ist ein starkes Eiweißgift, das aber für gesunde Menschen ungefährlich ist. Ein kleiner Prozentsatz der Menschen reagiert allerdings allergisch auf Insektenstiche, hier drohen lebensbedrohliche Atem- und Kreislaufprobleme. In diesem Fall ist schnelles Handeln gefragt.

Bienenstich richtig behandeln – in drei Schritten

Die wichtigste Frage bei einem Bienenstich: Ist der Patient auf Bienenstiche allergisch – oder nicht?

Bei der Einschätzung helfen diese Hinweise: Schmerzen an der Einstichstelle, eine Schwellung oder Rötung sind bei einem Bienenstich völlig normal. Wenn Sie nicht unter einer Allergie leiden, können Sie einen Bienenstich selbst behandeln; ein Arztbesuch ist nicht notwendig.

Treten nach einem Insektenstich Übelkeit, Schwindel oder Quaddeln am ganzen Körper auf, sollten Sie schnell reagieren und den Arzt rufen.

1. Nach einem Bienenstich Stachel entfernen

Entfernen Sie den Bienenstachel möglichst rasch, aber vorsichtig, denn je länger der Stachel in der Haut steckt, desto mehr Gift kann durch die Giftblase in den Körper gelangen. Wenn Sie keine Pinzette zur Hand haben, kratzen Sie den Stachel vorsichtig mit einem Fingernagel weg.

2. Einstichstelle desinfizieren und kühlen

Wenn keine Allergie auf Insektenstiche bekannt ist, dann muss nach dem Entfernen des Stachels nicht überstürzt gehandelt werden. Desinfizieren Sie die Einstichstelle, und kühlen Sie die Stelle mit einem Kühlpack oder Eiswürfeln.

3. Antihistaminikum gegen Juckreiz bei Insektenstichen

Wer möchte, kann ein Antihistaminikum in Gelform auftragen. Das kühlt zusätzlich und lindert den Juckreiz – nicht nur nach einem Bienenstich, sondern bei Insektenstichen aller Art.

Tipp: Wenn die Hautreaktionen nach drei bis vier Tagen nicht von selbst verschwinden, sollten Sie sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen.

Wer nicht allergisch reagiert, muss bei einem Bienenstich nicht überstürzt handeln.
Wer nicht allergisch reagiert, muss bei einem Bienenstich nicht überstürzt handeln. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / designerpoint)

Allergie auf Bienenstich 

Diese Symptome können Anzeichen auf eine Allergie auf Insektenstiche sein:

  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Blutdruck fällt ab
  • Hautreaktionen wie Juckreiz oder Quaddeln am ganzen Körper
  • Atemnot
  • allergischer Schock (Achtung Lebensgefahr!)

Rufen Sie bei diesen Anzeichen auf eine allergische Reaktion unbedingt den Arzt. Bei Allergikern kann schon ein einziger Stich zu einer lebensbedrohlichen Situation führen. Betroffene können einen sogenannten anaphylaktischen Schock bekommen, der im schlimmsten Fall tödlich endet.

Wer auf Insektenstiche allergisch ist, sollte im Sommer immer ein Notfallset bei sich haben. 

Was tun bei einem Bienenstich im Mund- und Rachenraum?

Insektenstiche im Mundbereich sind selten, aber äußerst gefährlich. Durch den Stich schwellen die Schleimhäute an, die Luftzufuhr kann gefährdet werden, und es besteht die Gefahr des Erstickens. Bei Stichen im Rachenraum sollten Sie in jedem Fall den Notarzt rufen – egal, um welches Insekt es sich handelt. Bis der Arzt eintrifft, hilft das Lutschen von Eiswürfeln.

Hausmittel, die bei Bienenstichen helfen

Eis ein gutes Hausmittel, um die Schwellung zu reduzieren und die Schmerzen zu betäuben. Wickeln Sie das Eis am besten in ein dünnes Tuch, damit die Haut nicht durch zu große Kälte geschädigt wird.

Ein weiteres Hausmittel ist eine frisch aufgeschnittene Zwiebel, die auf die Einstichstelle gedrückt wird. Der Saft der Zwiebel wirkt desinfizierend und hemmt die Entzündung.

Aloe-Vera-Gel mit seinen beruhigenden und entzündungshemmenden Eigenschaften hilft, den Juckreiz zu lindern.

Spitzwegerichblätter sind bekannt dafür, dass sie bei Bienenstichen helfen. Die Inhaltsstoffe des Spitzwegerichs sollen antibakteriell wirken und die Schwellung reduzieren. Dazu einfach die Blätter zerquetschen und auf die Einstichstelle drücken.

Eine Wespe kann mehrmals stechen, eine Biene nur ein einziges Mal.
Eine Wespe kann mehrmals stechen, eine Biene nur ein einziges Mal. (Foto: CC0 / Capri23auto / pixabay)

Unterschiede zwischen Bienenstich und Wespenstich

  • Steckt noch ein Stachel in der Haut, war es ziemlich sicher eine Biene, die gestochen hat. Beim Stich einer Wespe bleibt kein Stachel in der Haut stecken.
  • Wespen können mehrmals stechen, Bienen nur einmal.
  • Bienen sind im Frühsommer und Sommer aktiv, Wespen vermehrt im Sommer und Herbst.

>> Zum Weiterlesen: Wespen vertreiben: Hausmittel, die wirklich helfen

So können Sie Insektenstichen vorbeugen

  • Laufen Sie nicht barfuß durch die Wiese, sondern tragen Sie Sandalen oder Flipflops.
  • Tragen Sie keine knalligen Farben.
  • Verzichten Sie auf süße, blumige Parfums.
  • Lassen Sie die Insekten in Ruhe, und bleiben Sie ruhig. Wenn Sie wild um sich schlagen, fühlt sich die Biene eventuell bedroht und verteidigt sich.
  • Decken Sie Getränke und Speisen im Freien ab.

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