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Ambrosia erkennen und bekämpfen

Autor: Benita Wintermantel / Redaktion | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 15.09.2022

Ambrosia erkennen und bekämpfen
Foto: Elizaveta Galitckaia/Shutterstock

Ambrosia ist mehr als ein lästiges Kraut – die Pflanze ist eines der stärksten Allergene weltweit. Die Pollen der auch im September blühenden Pflanze sind für massive gesundheitliche Probleme wie Heuschnupfen und Asthma verantwortlich. So erkennen und bekämpfen Sie die Beifuß-Ambrosie.

  • Die Pollen der Ambrosie können Allergien und Asthma auslösen. Ihr Allergiepotenzial ist fünfmal höher als das von Graspollen.
  • Die Allergiepflanze breitet sich schnell aus. Pro Pflanze können etwa eine Milliarde Pollen gebildet werden. 
  • In Deutschland blüht Ambrosia von Juli bis teilweise in den Winter hinein und verlängert damit die Leidenszeit von Allergikern. Saisonhöhepunkt sind August und September.

In der griechischen Mythologie taucht Ambrosia als jene köstliche Speise auf, die Unsterblichkeit verleiht und allein den Göttern vorbehalten ist, als Balsam für ewige Schönheit, als wohlriechende Substanz gegen Fäulnis und Verwesung. Ganz anders hier auf Erden: Da gilt Ambrosia nicht als göttliche Labsal, sondern als Plage der ganz gewöhnlichen Menschheit, da ihr Blütenstaub zu einem der potentesten Pollenallergene weltweit zählt. 

Ambrosia löst heftige allergische Reaktionen aus

Schon fünf bis zehn der winzigen Pollen in einem Kubikmeter Luft reichen aus, um bei sensibilisierten Menschen heftige allergische Reaktionen auszulösen wie beispielsweise:

  • Heuschnupfen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Kopfschmerz
  • Bindehautentzündung
  • Atemnot
  • schweres Asthma
  • Kontaktdermatitis

Allergiker, bei denen eine Ambrosia-Allergie auftritt, können anschließend auch auf andere Pflanzen wie beispielsweise auf den gewöhnlichen Beifuß beziehungsweise auf Nahrungsmittel allergisch reagieren, zu denen zuvor keine Sensibilisierung vorlag. Zu den möglichen Kreuzreaktionen zählen Melonen, Bananen, Pfirsiche, Nektarinen, Äpfel, Gurken und Zucchini.

Bei einer Ambrosia-Allergie helfen Anti-Histamine, bei einer Kontaktallergie auf der Haut werden cortisonhaltige Präparate eingesetzt.

Ambrosia erkennen: Die Blätter erinnern an Möhrenkraut
Ambrosia erkennen: Die Blätter erinnern an Möhrenkraut (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / jofoto)

Aufgrund ihres harmlosen Aussehens und der Ähnlichkeit mit einheimischen Unkräutern wird die Pflanze häufig zu spät wahrgenommen und kann sich dadurch zu immer größeren Populationen ausdehnen.

"Asthma-Pflanze": Gefahr für die Gesundheit

Ambrosia gilt als tickende Zeitbombe mit erheblichen Gefahren für die Gesundheit: In den USA sind Ambrosiapollen der Hauptauslöser für Heuschnupfen und allergisches Asthma. Schätzungen gehen davon aus, dass zehn bis 20 Prozent der Amerikaner bereits an einer Ambrosia-Allergie leiden.

Ambrosia hat sich in den vergangenen Jahren in Ländern wie Ungarn, Italien und Frankreich stark ausgebreitet, aber auch in Deutschland wird die Pflanze immer häufiger gefunden. Der Klimawandel könnte die Ausbreitung begünstigen, gab das Umweltbundesamt schon 2019 bekannt.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ging bereits vor einigen Jahren davon aus, dass rund acht Prozent der Erwachsenen in Deutschland gegen Ambrosia sensibilisiert sind. Aktuelle Zahlen sind Mangelware. Aufgrund der hohen Aggressivität der Ambrosiapollen sind auch Menschen betroffen, die bislang keine Probleme mit Heuschnupfen hatten.

Ambrosia verlängert Beschwerden von Allergikern

Sorge bereitet Fachärzten nicht nur die Heftigkeit der Symptome, die durch Ambrosiapollen hervorgerufen werden. Vielmehr verlängern diese durch ihre späte Blüte die Beschwerdesaison für Pollenallergiker bis in den Oktober hinein.

Ambrosia erkennen: Charakteristisch sind die Blätter und die Blüte in Traubenform.
Ambrosia erkennen: Charakteristisch sind die Blätter und die Blüte in Traubenform. (Foto: Mala Iryna/Shutterstock)

Wie sieht Ambrosia aus? Ambrosia erkennen

  • Die Pflanze kann je nach Standort zehn Zentimeter bis knapp zwei Meter hoch werden.
  • Die Sprossachsen sind stark verzweigt, die Blätter typischerweise zwei- bis dreifach gefiedert und auf beiden Seiten grün. Im Frühling errinnern die Blätter an Möhrenkraut.
  • Die bis zu vier Zentimeter dicken Stängel sind stark behaart und je nach Sonneneinwirkung leicht bis deutlich rot angelaufen.
  • Die Blütezeit der Ambrosie beginnt im Juli.
  • Die männlichen Blüten der Beifuß-Ambrosie mit Dutzenden gelben Blütenköpfen sind in ährenförmigen Trauben an den Stängelspitzen angeordnet, die weiblichen sitzen unterhalb der männlichen Blütenköpfe oder in den Blattachseln.

Mit welchen Pflanzen wird die Beifuß-Ambrosie leicht verwechselt?

Ambrosia kann leicht mit dem Gemeinen Beifuß verwechselt werden, dessen Blattunterseiten sind aber silbrig-grau. Verwechslungen sind auch mit Gänsefuß-Arten, Hundspetersilie, Hundskamille oder der Wilden Möhre möglich.

Ambrosia (im Bild) wird häufig mit dem Gemeinen Beifuß verwechselt
Ambrosia (im Bild) wird häufig mit dem Gemeinen Beifuß verwechselt (Foto: New Africa/Shutterstock)

Was Sie gegen die Ausbreitung der Ambrosia tun können

  • Ausreißen: Da Ambrosia einjährig ist, sollten Sie die gesamte Pflanze (am besten im Juni vor der Blüte) mit der Wurzel herausreißen. Abschneiden reicht nicht aus, da sich so neue blütentragende Zweige bilden können. Diese Methode ist zwar aufwendig, aber bislang die einzig effektive.
  • Kontrollieren: Halten Sie regelmäßig im eigenen Garten oder in Grünanlagen in der Nähe nach Ambrosia Ausschau. Vor allem in der Nähe von Futterplätzen für Vögel.
  • Sieben: Wenn Sie nicht aufs Vogelfüttern verzichten wollen, sollten Sie Sonnenblumenkern-Mischungen durchsieben - am besten mit einem haushaltsüblichen Salatseiher (Lochstärke ca. 4 mm). Entsorgen Sie die durchfallenden Ambrosiasamen über den Restmüll.
  • Entsorgen: Auch herausgerissene Ambrosia-Pflanzen, die bereits blühen oder Samen tragen, entsorgen Sie - in Kunststofftüten verpackt - über den Restmüll oder verbrennen sie ordnungsgemäß. Keinesfalls gehören sie auf den Kompost oder in die Biotonne.
  • Vorsorgen: Fassen Sie Ambrosia nur mit Handschuhen an, da sie Kontaktallergien hervorrufen kann. Wenn Sie blühende Ambrosia-Pflanzen ausreißen, sollten Sie eine Feinstaubmaske tragen. Am besten entfernen Sie das Unkraut nachmittags, da die Pollen hauptsächlich morgens ausgeschüttet werden. Pollenallergiker sollten ohnehin die Hände davon lassen.
  • Verdrängen: Begrünen Sie Stellen im Boden, die durch das Entfernen frei geworden sind, schnell wieder.
  • Melden: Obwohl es in Deutschland noch keine Meldepflicht gibt, sollten größere Bestände gemeldet werden (etwa den Grünflächen-, Umwelt- oder Pflanzenschutzämtern). Ein Verzeichnis von Meldestellen finden Sie auch unter www.ambrosiainfo.de.

Bislang sind gegen das zähe Kraut weder biologische Unkrautbekämpfungsmittel noch natürlich einsetzbare Feinde bekannt. Zudem bleiben Ambrosia-Samen jahrzehntelang keimfähig.

Steckbrief Ambrosia

Das Beifußblättrige Traubenkraut (lat. Ambrosia artemisiifolia), so der offizielle Name, gehört zur Familie der Korbblütler. Andere Bezeichnungen sind Ambrosia (vereinfachter Sprachgebrauch), Beifuß-Ambrosie, Aufrechtes Traubenkraut, Aufrechte Ambrosie oder Ragweed (Englisch). Es stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde hierzulande erstmals 1863 erfasst.

Ambrosia ist einjährig, verbreitet sich über Samen und stirbt jedes Jahr nach den ersten stärkeren Frösten ab. 

Die Hauptblütezeit ist von Juli / August bis Oktober, anschließend fallen die Samen ab. Durchschnittlich bilden sich pro Pflanze 3.000 bis 4.000 Samen, die jahrzehntelang keimfähig bleiben. Eine einzelne Ambrosie kann bis zu einer Milliarde Pollen bilden.

Bevorzugte Standorte sind Straßenränder, Schuttplätze, Mülldeponien und Neubaugebiete, auch in Häfen oder an Bahnanlagen - überall dort, wo Güter transportiert oder Erdaushub bewegt wird. In Hausgärten ist sie in der Nähe von Vogelfutterplätzen zu finden. Aufgrund ihrer unscheinbaren Blüten und der zunächst sehr langsamen Entwicklung ist die Beifuß-Ambrosie nur schwer zu erkennen und wird häufig übersehen.

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