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Wespe töten? Das kann teuer werden!

Autor: Lena Pritzl | Kategorie: Freizeit und Technik | 02.08.2022

Wespen sind nützliche Insekten und stehen unter Artenschutz.
Foto: Shutterstock / Jonas Vegele

Die Hochsaison ist der Spätsommer, doch auch jetzt schon summen viele Wespen durch die Luft – und stören dabei das Kaffeetrinken auf dem Balkon oder den Grillabend im Garten. Doch darf man Wespen töten oder gibt es bessere Wege, um die Insekten loszuwerden?

Dass Bienen bedroht sind und wir sie besser schützen sollten, wissen inzwischen die meisten. Wespen haben dagegen einen deutlich schlechteren Ruf – zu Unrecht. Sie erledigen wichtige Aufgaben und bestäuben Blüten und vertilgen im Garten Insekten wie Spinnen und Blattläuse. Zudem dienen sie anderen Tieren wie Vögeln als Futter.

Sie sollten Wespen deshalb nie ohne Grund töten – meist gibt es deutlich bessere Alternativen, um Wespen zu vertreiben. In Ausnahmefällen allerdings ist das Töten der Insekten erlaubt.

Wespe töten: Das kann teuer werden

Hierzulande gibt es hunderte Wespenarten, einige davon sind besonders gefährt und stehen auf der sogenannten "roten Liste" bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Da Wespen – bei uns summen vor allem die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe – unter Artenschutz stehen, ist das Töten der Tiere in Deutschland grundsätzlich verboten. Gemäß Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen oder zu töten.

Wer eine Wespe also mutwillig tötet, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einer Geldstrafe rechnen. Das kann richtig teuer werden: Der Bußgeldkatalog listet auf, wie hoch das Bußgeld beim Töten einer Wespe ausfallen kann. In Nordrhein-Westfalen und Thüringen werden bis zu 50.000 Euro fällig; im Saarland, in Baden-Württemberg, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zahlt man zwischen 10.000 und 20.000 Euro Höchststrafe. In den übrigen Bundesländern kostet das Fangen, Verletzen oder Töten von Wespen bis zu 5.000 Euro.

Bei einer besonders geschützten Wespenart wie der Kreisel- oder Knopfhornwespe reichen die Bußgelder je nach Bundesland von 10.000 bis zu 65.000 Euro.

In welchen Fällen darf man eine Wespe töten?

Wichtig ist beim Tötungsverbot die Formulierung "ohne vernünftigen Grund". Denn in Ausnahmefällen ist das Töten von Wespen erlaubt.

Allergiker

Für Aller­giker bedeutet ein Wespenstich mitunter Lebensgefahr. Für diese Personen gilt deshalb eine Ausnahme des Tötungsverbots für Wespen. Wenn ein Allergiker eine Wespe tötet, muss er kein Bußgeld bezahlen, da er die Wespe unschädlich machen darf, statt sich selbst in Gefahr zu begeben.

Kinder

Für Kinder oder Kleinkinder führt der Bußgeldkatalog im Gegensatz zu Allergikern keine Ausnahme auf. Allerdings können Kinder ein ausreichender Grund sein, um ein Wespennest in unmittelbarer Nähe entfernen zu lassen.

In Baumärkten und Fachgeschäften stehen elektrische Wespenfallen zum Verkauf. Im Privaten ist die Benutzung dieser Fallen verboten, für den gewerblichen Gebrauch aber erlaubt. So dürfen beispielsweise Bäckereien und Restaurants sie aufstellen. Wir raten allerdings von Wespenfallen ab, da die Insekten darin qualvoll sterben. Der NABU erklärt zudem, dass solche Fallen gegen das aktive Volk der Wespen nutzlos seien. Lediglich alte Tiere würden von Wespenfallen angelockt.

Besser als töten: Richtig mit Wespen umgehen

Besser als eine Wespe zu töten, sind folgende Tipps:

  • Bewegen Sie sich in der Nähe von Wespen nur langsam, um die Insekten nicht zu reizen.
  • Halten Sie einen Sicherheitsabstand zu den Nestern. 
  • Decken Sie Lebensmittel auf Terrasse oder Balkon ab und räumen Essensreste gleich nach dem Essen nach drinnen.
  • Wenn Sie einen Garten haben, können Sie Futter an einer von der Terrasse weit entfernten Stelle aufstellen, um die Tiere wegzulocken. 
  • Kommt es doch zu einem Wespenstich, behandeln Sie ihn am besten sofort mit Hausmitteln.

Weitere Verhaltenstipps und mehr Infos: Wespen vertreiben: Hausmittel, die wirklich helfen

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