Wertvolle Starthilfe für Kartoffeln: Kartoffeln vorkeimen

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 06.02.2024

Kartoffeln vorkeimen: Für eine bessere Ernte
Foto: Shutterstock / Hanna Risteli

Kartoffeln können Sie problemlos selbst anbauen – auch in einem großen Topf. Wenn Sie die Kartoffeln ab Mitte Februar vorkeimen lassen, hat das einige Vorteile. Hier erfahren Sie, wie das Vorkeimen funktioniert und worauf Sie dabei achten sollten.

Kartoffeln im eigenen Garten anpflanzen: Das ist der Traum vieler Hobbygärtner. Ein Traum, der sich leicht realisieren lässt, denn Kartoffeln können Sie problemlos selbst anbauen – auch im Topf auf dem Balkon oder der Terrasse.

Kartoffeln vorkeimen: Für eine gute Ernte

Wenn Sie Kartoffeln vorkeimen lassen, haben die Pflanzen einen Wachstumsvorsprung. Denn: Kartoffeln bekommen durch das Vorkeimen quasi eine Starthilfe für die Saison. Die Knollen werden dann schneller erntereif und haben seltener Probleme mit Krankheiten und Schädlingen.

Vor allem bei Frühkartoffeln ist Vorkeimen sinnvoll. Die Knollen sind dann schon im Mai erntereif – und Sie haben im Frühsommer wieder ein freies Beet für den Anbau anderer Gemüsesorten.

Wann ist der richtige Zeitpunkt fürs Vorkeimen?

Je nach Sorte dürfen Sie schon Mitte Februar die Weichen für die Kartoffelernte im Spätsommer stellen:

  • Frühe Kartoffeln (z.B. Cilena, Friesländer, Glorietta, Holländische Erstlinge, Margit oder Sieglinde) können Sie schon ab Mitte Februar vorkeimen.
  • Für das Vorkeimen später Kartoffelsorten ist ab März der richtige Zeitpunkt.

Fürs Vorkeimen sollten Sie ungefähr sechs Wochen einrechnen.

Einige Kartoffelsorten können Sie schon ab Mitte Februar vorkeimen.
Einige Kartoffelsorten können Sie schon ab Mitte Februar vorkeimen. (Foto: Shutterstock / Viktor Sergeevich)

Kartoffeln vorkeimen: So geht's richtig

Sie können die Kartoffeln in Blumenerde oder auch völlig ohne Erde – zum Beispiel in Eierkartons – vorkeimen. Verwenden Sie fürs Vorkeimen weder ganz kleine noch ganz große Knollen. Die Kollen sollten in jedem Fall gesund sein.

  • Vorkeimen ohne Erde: Platzieren Sie Kartoffeln mit der Spitze nach oben in den Eierkartons oder in einer Holzkiste. Die Kartoffeln sollten sich möglichst nicht berühren.
  • Vorkeimen in Erde: Genauso gut können Sie die Kartoffeln in eine Kiste mit Komposterde oder Blumenerde legen. Die Kartoffeln sollten ungefähr zur Hälfte in der Erde stecken.

Für welche Vorgehensweise Sie sich entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Wichtig fürs Vorkeimen ist bei beiden Methoden ein heller, kühler Platz. Die Temperatur sollte nicht mehr als 15 Grad betragen. Ansonsten bilden sich lange, bleiche Triebe, die schnell abbrechen.

Bis Sie die Kartoffeln vorkeimen, sollten Sie sie dunkel, kühl und trocken lagern, um zu verhindern, dass sie vorzeitig austreiben.

Benötigt man extra Pflanzkartoffeln?

Für den Kartoffelanbau im eigenen Garten haben Sie mehrere Möglichkeiten: Sie können im Handel entweder Saat- oder Pflanzkartoffeln kaufen oder Kartoffeln verwenden, die Sie im Vorjahr geerntet haben. Auch Bio-Kartoffeln vom Markt oder aus dem Supermarkt sind für den Kartoffelanbau geeignet. Spezielle Pflanzkartoffeln haben allerdings einen entscheidenden Vorteil: Hier fällt die Ernte reicher aus.

Einfach die konventionellen Kartoffeln aus dem Keller zu verwenden, ist keine gute Idee: Diese Kartoffeln werden häufig mit einem Keimstopp-Mittel behandelt, das den Austrieb verhindern soll. Auch Kartoffeln, die durch falsches Lagern lange, dünne Triebe ausgebildet haben, sollten Sie nicht für den Anbau verwenden: Die Triebe brechen leicht ab.

Wann dürfen die Kartoffeln ins Freiland oder den Kübel?

Die Keime sollten kurz und kräftig sein und eine dunkelgrüne bis leicht violette Farbe haben. Wenn das der Fall ist, dürfen Sie die Kartoffeln ab Ende März und im April ins Beet pflanzen.

  • Pflanzen Sie die gekeimten Kartoffeln zehn Zentimeter tief in die Erde ein, der Trieb sollte nach oben zeigen.
  • Als Starkzehrer benötigen die Knollen viele Nährstoffe und freuen sich über eine Portion Kompost oder organischen Dünger im Pflanzloch.
  • Häufen Sie ein bisschen Erde über der Knolle an.
  • Wenn die ersten Triebe ca. 20 Zentimeter lang sind, sollten Sie regelmäßig (ungefähr alle zwei bis drei Wochen) weitere Erde anhäufeln.
  • Von nun an sollten Sie die Pflanzen feuchthalten.
  • Junge Triebe, die an die Oberfläche wachsen, sind frostempfindlich und sollten in kalten Nächten geschützt werden, zum Beispiel mit einem Vlies. Die Knollen unter der Erde kommen mit (wenigen) Minusgraden problemlos klar.

Wichtig: Kartoffeln sollten Sie nur alle vier Jahre an derselben Stelle wachsen lassen. So reduzieren Sie die Gefahr von Krankheiten. Eine andere wichtige Gärtner-Regel besagt: Kartoffeln nie neben Tomaten pflanzen. Der Grund: Kartoffeln und Tomaten stecken sich leider gerne mit der sogenannten Kraut- und Knollenfäule an, einem Pilz, der über Wind und Regen übertragen wird. Um beide Pflanzen bestmöglich zu schützen, sollte der Abstand möglichst groß sein.

Kartoffel im Topf und auf dem Balkon anbauen

Für den Anbau von Kartoffeln brauchen Sie nicht unbedingt ein Beet – die Kartoffelzucht funktioniert auch wunderbar in einem Topf. Wenn Sie Kinder haben, ist der Anbau im Topf sogar die optimale Anbaumethode. Für Kinder ist der Kartoffelanbau eine spannende Erfahrung – und mit einem eigenen Topf mit Kartoffelpflanzen können die Kleinen schon im Kindergartenalter die Verantwortung für ihr eigenes Kartoffelbeet im Miniformat übernehmen und die Kartoffelpflanze bis zur Ernte pflegen.

  • Die Kartoffelpflanzen bevorzugen einen sonnigen Platz auf dem Balkon.
  • Verwenden Sie einen möglich großen und hohen Topf oder Pflanzkübel mit viel Volumen. Der Topf sollte Löcher im Boden haben, damit Gieß- und Regenwasser ablaufen können. Staunässe bekommt den Pflanzen nicht.
Kartoffelanbau im Blumentopf: Für Kinder ein tolles Experiment!
Kartoffelanbau im Blumentopf: Für Kinder ein tolles Experiment! (Foto: Shutterstock / Agenturfotografin)
  • Füllen Sie den Topf 10 cm hoch mit einer Drainageschicht aus Kies oder Blähton. Geben Sie dann eine 15 cm hohe Schichte Blumenerde darüber und platzieren Sie darauf die Saatkartoffeln – je nach Größe des Gefäßes drei bis fünf Stück. Die Triebe sollten dabei nach oben zeigen, der Abstand zwischen den Kartoffeln sollte circa 10 cm betragen.
  • Wenn die Triebe etwa 10 cm lang sind, dürfen Sie Erde anhäufeln, bis nur noch die Blattspitzen herausschauen. Diesen Vorgang wiederholen, wenn sich erneut lange Triebe zeigen.
  • Nach rund zwei Monaten die Kartoffeln mit organischem Dünger düngen.
  • Nach ungefähr 100 Tagen ist es Zeit für die Kartoffelernte. Verwelktes Kartoffelkraut ist ein Zeichen, dass Sie mit der Ernte starten können.

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