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Weihnachten in der Corona-Pandemie: 6 Tipps, damit das Weihnachtsfest sicherer wird

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 18.12.2020

Weihnachten wird dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie wohl für viele anders aussehen.
Foto: Shutterstock / Lunarts Studio

Weihnachten kann dieses Jahr nur im engsten Familienkreis gefeiert werden – aber auch das ist nicht ohne Risiko. Virologen und das Robert Koch-Institut raten, Kontakte möglichst ganz zu vermeiden. Wenn Sie Weihnachten nicht ganz ausfallen lassen möchten: Hier erfahren Sie, wie sich das Risiko für Treffen mit der Familie an den Festtagen reduzieren lässt. 

    Weihnachten bedeutet Feiern mit der Familie, am besten mit der Großfamilie, Treffen mit Freunden und alten Klassenkameraden und Zusammenkünfte mit den Kollegen und Kolleginnen und in den Vereinen – Weihnachten ist quasi das Synonym für das Zusammenkommen vieler Menschen. Genau das ist in Zeiten der Corona-Pandemie keine gute Idee. Statt von Vorfreude ist die Vorweihnachtszeit dieses Jahr von Ängsten und Fragen geprägt. Je näher Weihnachten rückt, umso klarer wird: Weihnachten und die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel werden definitiv anders aussehen als in den Jahren zuvor.

    Viele Menschen beschäftigt die Frage, wie sie dieses Jahr Weihnachten feiern werden. Sind Treffen mit den Großeltern nicht zu riskant – auch wenn sie erlaubt sind? Ist das Risiko zu groß, mit dem Zug quer durch die ganze Republik zu reisen? Wie können wir uns möglichst sicher treffen, ohne uns und andere zu gefährden?

    Corona-Fahrplan für die Weihnachtszeit

    Die Infektions- und Todeszahlen sind hoch, entspanntes Feiern ist dieses Jahr kaum möglich. Vom 16. Dezember bis mindestens 10. Januar 2021 gilt in ganz Deutschland ein verschärfter Lockdown.

    Das sind die Corona-Regeln für Weihnachten (Quelle Bundesregierung):

    • Für die Weihnachtstage vom 24. bis 26. Dezember gilt: Im engsten Familienkreis sind Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen erlaubt. Das gilt auch, wenn dadurch mehr als zwei Hausstände zusammenkommen oder die Gesamtzahl von fünf Personen überschritten wird. Kinder bis 14 Jahren zählen bei der Berechnung nicht mit. 
    • Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, Kontakte in den fünf bis sieben Tagen vor Familientreffen auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und somit eine "Schutzwoche" einzuhalten.
    • Gottesdienste dürfen bei Einhaltung der Auflagen stattfinden.
    • Reisen sind ausdrücklich nicht erwünscht, aber nicht prinzipiell verboten.
    • Hotelübernachtungen – auch für Verwandtenbesuche – sind bis mindestens 10. Januar so gut wie unmöglich. "Einige Bundesländer haben aber für den engsten Familienkreis Lockerungen rund um die Weihnachtsfeiertage geplant", erklärt der ADAC.
    • Hot-Spot-Strategie: Für Gebiete mit einer Inzidenz von über 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner soll es zusätzliche Einschränkungen geben.

    Wichtig: In einigen Bundesländern gelten abweichende Regelungen.

    6 Tipps für sicheres Feiern mit der Familie

    Ganz ausschließen lässt sich das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus leider nicht - aber es lässt sich in jedem Fall deutlich minimieren:

    Weihnachten in der Corona-Pandemie wird mit Einschränkungen verbunden sein.
    Weihnachten in der Corona-Pandemie wird mit Einschränkungen verbunden sein. (Foto: Shutterstock / Corona Borealis Studio)

    1. Freiwillige Selbstquarantäne vor dem Fest

    Um Weihnachten mit der Familie – Großeltern inklusive – mit einem möglichst geringen Corona-Risiko feiern zu können, empfiehlt der Virologe Christian Drosten eine Art "Vorquarantäne". In einem Interview mit Zeit Online erklärt er die Idee hinter der Selbstquarantäne: "Also, dass Menschen einige Tage, optimalerweise eine Woche, vor dem Familienbesuch mit Oma und Opa soziale Kontakte so gut es geht vermeiden."

    Je weniger Treffen in der Zeit vor dem Familienfest liegen, umso geringer sei das Risiko einer Corona-Infektion. "Wenn überhaupt, dann hat man sich vielleicht eher in der Woche zuvor angesteckt und, dass in diesem Fall alle aus der Familie symptomfrei bleiben, ist eher unwahrscheinlich." Drosten weist aber daraufhin, dass dieser Ansatz keine totale Sicherheit bieten kann, ein gewisses Restrisiko bleibe immer.

    Auch der Virologe Alexander Kekulé spricht sich in seinem Podcast für die Selbstquarantäne aus. Er gibt jedoch zu bedenken, dass die freiwillige Selbstisolation eigentlich länger dauern müsste. Kekule spricht von "mindestens sieben Tagen". Aber auch dann ist keine 100%ige Sicherheit gegeben, denn die Inkubationszeit (die Zeitspanne von der Ansteckung bis zu den ersten Corona-Symptomen) liegt bei 3 bis 14 Tagen. 

    Auch die Bundesregierung rät zur Selbstquarantäne: "Die Bürgerinnen und Bürger werden eindringlich gebeten, Kontakte in den fünf bis sieben Tagen vor Familientreffen auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und somit eine "Schutzwoche" einzuhalten.

    Die gängigen Hygieneregeln (AHA +L +A -GGG) gelten auch an Weihnachten
    Die gängigen Hygieneregeln (AHA +L +A -GGG) gelten auch an Weihnachten (Foto: Shutterstock / Alina Bitta)

    2. FFP2-Masken statt Alltagsmasken

    Alexander Kekulé empfiehlt zusätzlich zur Selbstquarantäne, dass man beim Einkaufen, "wirklich eine FFP2-Maske aufzieht und nicht mehr so eine normale, die vielleicht schief im Gesicht sitzt". Im Unterschied zu Behelfsmasken (Alltagsmasken) sind FFP2-Masken dazu gedacht, die Träger vor Aerosolen und Tröpfchen zu schützen. FFP2-Masken müssen mindestens 94 Prozent der Aerosole filtern.

    Verwenden Sie keine Maske mit Ventil! Diese Masken schützen nur den Träger, nicht aber das Umfeld.

    Wichtig für den Kauf einer FFP2-Maske:

    • CE-Zeichen + Kennzahl 0158
    • Der Name des Herstellers oder Importeurs muss angegeben werden.
    • Die Maske muss eine Serien- oder Chargennummer haben.

    Lesen Sie dazu auch: Mundschutz: Welche Maske soll ich kaufen?

    Zum besseren Schutz der Risikogruppen hat das Bundesgesundheitsministerium kostenlose FFP2-Masken für bestimmte Bürgerinnen und Bürger beschlossen.

    3. Sind Antigen-Schnelltests die Lösung für Weihnachten?

    Wenn es zusätzlich zur radikalen Einschränkung aller Kontakte die Möglichkeit gäbe, sich kurz vor dem Weihnachts- oder Silvesterfest per Schnelltest auf Corona testen zu lassen, könnte das für mehr Sicherheit sorgen. Das klingt in der Theorie gut, die Idee lässt sich aber in der Praxis nur bedingt umsetzen: Selbsttests für zu Hause sind bislang noch nicht zu haben, die Kapazitäten der Labore reichen nicht aus, um vor Weihnachten Millionen von Menschen zu testen. 

    Der Tipp von Alexander Kekulé lautet, sich an einen Arzt oder eine Ärztin seines Vertrauens zu wenden: "Ja, das können alle Ärzte kaufen. Und das kennt ja jeder. Wahrscheinlich hat jeder einen Arzt, der das einem besorgt. Das gibt es in der Apotheke, wenn man den Arztausweis auf den Tisch legt. Der einzige Nachteil ist: Man muss es selbst bezahlen. Ja, das kostet pro Test elf Euro zurzeit. Ob man das investieren will, muss jeder selber wissen."

    Wichtig zu wissen: Schnelltests liegen häufiger falsch als die aufwändigeren PCR-Labortests, bieten damit also auch nur eine begrenzte Sicherheit.

    4. Einkäufe gut planen

    Planen Sie die Einkäufe für Weihnachten so gut wie möglich vorab – das gilt sowohl für Geschenke als auch für Lebensmitteleinkäufe. So können Sie überfüllte Märkte und lange Schlangen an den Kassen umgehen.

    Lebensmittel können Sie sich auch von vielen Märkten nach Hause liefern lassen. Die meisten Restaurants bieten Weihnachtsmenus zum Abholen oder Liefern an, so der Tipp der Verbraucherzentrale.

    5. Schützen Sie sich und Ihre Liebsten

    Beim Zusammensein mit der Familie wird das Coronavirus schnell vergessen und verdrängt. Wichtig ist aber, dass Sie auch an den Festtagen auf die Hygieneregeln achten. 

    Die aktuelle Version lautet: AHA +L +A -GGG:

    Auch wenn nur im kleinen Kreis gefeiert wird: Halten Sie Abstand – so schützen Sie sich und andere vor dem Coronavirus. Wenn ältere oder vorerkrankte Familienmitglieder dabei sind, sollten Sie überlegen, drinnen eine Maske zu tragen, auch wenn das nicht vorgeschrieben ist. Denken Sie auch bei kalten Außentemperaturen an regelmäßiges Lüften.

    Achten Sie bei der Tischordnung auf große Abstände oder die Aufteilung auf mehrere Tische. Platzieren Sie ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankung nicht unbedingt gegenüber von den Menschen, die in den vergangenen Tagen die meisten Kontakte hatten.

    Sollten Sie mit der Bahn reisen, ist das Tragen einer Maske ein guter Schutz vor einer Infektion. Eine wissenschaftliche Studie der Deutschen Bahn und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat gezeigt, dass eine Mund-Nase-Bedeckung während der Zugfahrt eine wirksame Möglichkeit ist, die Verbreitung von Tröpfchen und Aerosolen zu begrenzen. Halten Sie außerdem – soweit möglich – Abstand zu anderen Fahrgästen.

    6. Im Zweifel umplanen

    Die größte Angst vieler Familien ist, dass am Weihnachtsmorgen ein Familienmitglied mit leichtem Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen aufwacht. Dann steht die Frage im Raum: Ist das bloß eine normale Erkältung – oder eine Infektion mit dem Coronavirus? Da die Corona-Symptome alles andere als eindeutig sind, lässt sich die Frage nur mit Hilfe eines Tests beantworten. 

    So schwer die Entscheidung auch fällt: Wenn Sie das Weihnachtsfest mit älteren oder vorerkrankten Menschen feiern möchten, sollten der Erkrankte und seine Familie in keinem Fall mitfeiern.

    So wird Weihnachten trotz Corona ein schönes Fest

    Weihnachten ist mit vielen Emotionen, einer nicht unerheblichen Erwartungshaltung sowie unzähligen lieb gewordenen Traditionen verknüpft. Diese Gewohnheiten in diesem Jahr teilweise über Bord werfen zu müssen, tut weh. Was hilft, ist der positive Blick auf die Dinge, die auch dieses Weihnachten möglich sind.

    Weihnachten 2020 wird anders ablaufen als Weihnachten 2019 – ganz klar. Aber es muss deshalb nicht zwingend schlechter sein. Weihnachten unter Corona bedeutet weniger Stress und birgt die Chance, alte Rituale zu kippen und neue Bräuche einzuführen.

    Nichts spricht gegen geliebte Traditionen wie schöne Weihnachtsdekoration, einen prächtigen Weihnachtsbaum, liebevoll ausgesuchte Geschenke, Berge von Weihnachtsplätzchen und ein mehrgängiges Weihnachtsmenu. 

    Corona-Alternativen für Weihnachten 

    Weihnachtsmärkte fallen dieses Jahr aus. Eine schöne Alternative zu einem Bummel über den Weihnachtsmarkt ist ein Winterspaziergang mit der Familie. Nehmen Sie heißen Tee, Glühwein und Lebkuchen mit und genießen Sie das Zusammensein mit netten Menschen. Übrigens: Glühwein selber machen ist ganz einfach, hier drei Rezepte für selbstgemachten Glühwein, mit und ohne Alkohol.

    Auch große Gottesdienste wird es Heiligabend 2020 nicht geben. Live-Übertragungen über das Internet unterliegen keinen Hygienevorschriften und können eine schöne Alternative zu den sonst meist überfüllten Kirchen sein. Statt den Gottesdienst zu besuchen, ist Weihnachten 2020 ein besinnlicher Waldspaziergang angesagt. Wenn Sie Kinder haben, nehmen Sie kleine Gemüsestückchen mit, mit denen Sie einen Tannenbaum im Wald dekorieren können, quasi als Weihnachtsbaum für die Tiere. 

    Wo persönliche Treffen nicht stattfinden dürfen, können Sie dieses Jahr mal wieder zum Füller greifen und Weihnachtsbriefe oder -karten schreiben.

    Ohne Weihnachtsfeiern und diverse Aufführungen bleibt mehr Zeit zum Basteln und Backen für Familie und Freunde. Wir hätten da ein paar Ideen:

    Ideen für die virtuelle Familien-Weihnachtsfeier

    Und auch virtuelle Familien-Weihnachtsfeiern bieten ungeahnte Möglichkeiten. Wer will kann gemeinsam Fotos anschauen (z.B. über Zoom und dann den Bildschirm teilen), zusammen Musik hören über eine gemeinsame Playlist, miteinander einen Film anschauen (entweder übers reguläre Fernsehprogramm oder über Streamingdienste), zusammen kochen und dabei quatschen (über FaceTime oder Zoom) und und und. Wenn die Großeltern den Kindern eine Geschichte vorlesen oder die Kinder Weihnachtslieder vorspielen wollen, funktioniert das problemlos übers Telefon oder Handy. 

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