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Richtig heizen: 10 Tipps, mit denen Sie Energie und Geld sparen

Autor: Redaktion (lw & Co.) | Kategorie: Freizeit und Technik | 15.10.2021

Wer beim Heizen ein paar Punkte beachtet, kann Energie und Geld sparen.
Foto: Shutterstock/Africa Studio

Der größte Teil des Energieverbrauchs im Haushalt entfällt aufs Heizen – im Schnitt rund 70 Prozent. Dabei sind Gas, Öl und Strom zurzeit so teuer wie seit Jahren nicht mehr. Heizen bedeutet deshalb nicht nur, Energie und CO2 zu sparen, sondern auch Geld. ÖKO-TEST erklärt, wie Sie Ihre Heizkosten einfach und dauerhaft senken können.

  • Im Herbst 2021 sind die Energiekosten stark gestiegen. Wer richtig heizt, kann deshalb neben CO2 auch Geld sparen.
  • Zwei wichtige Faktoren dabei: die richtige Heizungstemperatur und das richtige Lüften.
  • Gut zu wissen: Das eigene Heizverhalten hat im Schnitt stärkere Auswirkungen auf das Klima als beispielsweise das Fliegen.

Der größte Energiefresser im Haushalt ist die Heizung: Laut Umweltbundesbundesamt (UBA) und Statistischem Bundesamt ist sie für rund drei Viertel des Energieverbrauchs von Privathaushalten verantwortlich.

Das UBA rechnet außerdem vor, dass die Heizung der mit Abstand größte CO2-Erzeuger im Haushalt ist. 60 Prozent des CO2-Ausstoßes im Wohnbereich sind aufs Heizen zurückzuführen. Laut UBA entspricht das durchschnittlich 1,77 Tonnen CO2 pro Person im Jahr. Flugreisen, die viel häufiger in der Kritik stehen, kommen dagegen im Schnitt auf etwa eine halbe Tonne CO2 pro Jahr.

Um den persönlichen CO2-Fußabdruck zu reduzieren und den eigenen Geldbeutel zu entlasten, gibt es also reichlich Potential. Wir geben Ihnen zehn Tipps.

1. Richtig heizen: Die richtige Temperatur finden

Die Wohlfühltemperatur der meisten Menschen liegt bei etwa 20 bis 22 Grad – wobei es im Bad gerne ein wenig mehr sein darf und in der Küche etwas kühler, da auch Backofen, Herd, Spülmaschine und Kühlschrank (zum Teil dauerhaft) Wärme abgeben. Wer optimal schlafen will, dreht den Heizregler ein wenig herunter: 16 bis 18 Grad gelten als gute Temperatur im Schlafzimmer.

Sollte es im Bett zu kalt werden, kann eine Wärmflasche oder warme Decke angenehmer sein als das Schlafen in einem überheizten Zimmer mit trockener Luft. Die macht uns im Übrigen auch anfälliger für Infekte. Elektrische Luftbefeuchter sollen zu einer höheren Luftfeuchtigkeit beitragen – allerdings sind einige von ihnen wenig effizient oder blasen sogar Bakterien in die Luft. Welche Geräte ÖKO-TEST empfiehlt, können Sie in unserem Luftbefeuchter-Test nachlesen:

Luftbefeuchter-Test: Fünf blasen jede Menge Bakterien in die Luft

Die optimale Temperatur für nicht genutzte Räume liegt übrigens bei 15 Grad. Wird der Raum deutlich kühler, kann leicht Schimmel entstehen, weil sich dann Feuchtigkeit an den Wänden niederschlägt.

2. Die Heizung richtig einstellen

Dass ein Heizkörper nicht von Möbeln oder Gardinen verdeckt sein sollte, versteht sich von selbst. Aber wie können Sie die Heizung optimal einstellen, um Kosten zu sparen, und die Wohnung dennoch warmhalten? Vorausgesetzt, Sie verfügen über keinen modernen Temperaturregler, bei dem sich die gewünschte Gradzahl genau einstellen lässt?

Richtig heizen: Im etwas kühleren Schlafzimmer können Sie es sich mit dicken Decken, Wärmflasche und einem heißen Getränk gemütlich machen.
Richtig heizen: Im etwas kühleren Schlafzimmer können Sie es sich mit dicken Decken, Wärmflasche und einem heißen Getränk gemütlich machen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - Hanna333)

Ganz einfach: Tagsüber sollte der Heizungsregler auf Stufe 3 stehen, was etwa 20 Grad entspricht, wobei die Gradzahl je nach Heizung etwas variiert. Im Schlafzimmer darf es nachts etwas kühler sein: Hier ist Stufe 2 auf dem Thermostat angemessen. Ungenutzte Räume können mit einer Einstellung zwischen Stufe 1 und 2 auf einer Temperatur gehalten werden, die Schimmelbildung nicht begünstigt.

Lesen Sie dazu auch:

3. Räume nachts auskühlen lassen?

Ob es sinnvoll ist, die Temperatur in ungenutzten Räumen nachts abzusenken, ist umstritten – denn am Morgen müsste ja wieder geheizt, was erneut Energie verbraucht. Das Umweltbundesamt empfiehlt hier, die Temperatur in Wohn- und Arbeitsräumen nachts um nicht mehr als fünf Grad abzusenken, da sonst beim Wiederaufheizen zu viel Energie benötigt wird. Das gilt auch tagsüber, wenn mehrere Stunden lang niemand zu Hause ist.

Übrigens: Funkthermostate, mit denen Sie die gewünschte Temperatur für verschiedene Tageszeiten einstellen können, sind verhältnismäßig einfach an den Heizkörpern anzubringen. So können Sie den Heizzyklus bequem steuern und Energie (sowie natürlich CO2) sparen. 

Um richtig zu heizen, müssen Sie das Thermostat richtig lesen – und natürlich beim Lüften herunterdrehen.
Um richtig zu heizen, müssen Sie das Thermostat richtig lesen – und natürlich beim Lüften herunterdrehen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - USA-Reiseblogger)

4. Richtig heizen – nicht zu früh, nicht zu lang

Verantwortungsbewusst zu heizen bedeutet auch: Nicht zu früh im Jahr beginnen und nicht zu spät damit aufhören. Selbstverständlich ist es von Wetter, Region und individuellem Temperaturempfinden abhängig, ab wann Sie Ihre Heizung einschalten sollten. Für Deutschland gilt dennoch als Faustregel: Geheizt werden sollte ab Oktober und spätestens bis Ende April.

Lesen Sie dazu auch: Start in die Heizsaison: Ab wann soll man heizen?

5. Heizenergie nicht entweichen lassen

Richtig heizen heißt auch: Die Wärme nicht aus der Wohnung entweichen lassen. Da Fenster schlechter isolieren als Wände, empfiehlt sich hier, nachts die Rollläden herunterzulassen. Auf diese Weise lassen sich bis zu 20 Prozent Wärmeverlust verhindern.

Selbst Vorhänge, die vor den Fenstern zugezogen werden, können hilfreich sein, um Wärme in der Wohnung zu halten – vorausgesetzt, die Vorhänge werden nicht direkt vor dem laufenden Heizkörper zugezogen.

6. Richtig heizen geht nicht ohne richtiges Lüften

Wer Heizkosten sparen will, sollte die Fenster nicht unnötig kippen. Gekippte Fenster helfen kaum beim Luftaustausch und lassen nur die Wände auskühlen. Stoßlüften ist hier deutlich effektiver. Mehrmals am Tag sollten Sie die Fenster deshalb für einige Minuten vollständig öffnen. Wer Fenster an gegenüberliegenden Fassaden öffnet, beschleunigt den Luftaustausch.

Wichtig: Im Winter sollten Sie vor dem Lüften natürlich den Heizregler herunterdrehen, um unnötigen Wärmeverlust zu vermeiden. Lesen Sie auch: Richtig lüften im Winter: So vermeiden Sie Schimmel in der Wohnung.

Wer sich angewöhnt, sich im Winter wärmer anzuziehen, muss auch weniger heizen.
Wer sich angewöhnt, sich im Winter wärmer anzuziehen, muss auch weniger heizen. (Foto: Shutterstock/morrowlight)

7. Hinter der Heizung dämmen

Je weniger Wärme aus der Wohnung entweicht, desto besser. Um den Wärmeverlust über die Außenwände zu senken, können Sie direkt hinter der Heizung eine Schicht Isoliermaterial anbringen (lassen). Der Fachhandel bietet hier verschiedene Dämmmatten an, die zum Energiesparen beitragen.

Natürlich lassen sich auch ganze Wände, vollständige Wohnungen oder Gebäude sanieren, um sie energetisch zu optimieren. Lesen Sie dazu auch unsere umfangreichen Ratgeber:

Tipp: Die Verbraucherzentralen bieten kostengünstige Heiz-Checks an, bei denen Sie ein Energieberater zu Hause besucht und individuelle Spar- oder Sanierungsmaßnahmen empfiehlt. Aufgrund der Corona-Pandemie und der starken Nachfrage (aufgrund der hohen Energiepreise) wird der Service zurzeit (Oktober 2021) allerdings nicht in allen Bundesländern oder nur mit längeren Wartezeiten angeboten. Energieberatungen werden aber auch von manchen Kommunen oder von privaten Dienstleistern angeboten.

8. Fenster und Türen abdichten

Um den Wärmeverlust über Türen und Fenster zu vermeiden, sollten Sie diese abdichten. Gerade Dichtungen an älteren Türrahmen und Fenstern können mit der Zeit nachlassen, abgesehen davon, dass Türen in Altbauten häufig überhaupt keine zeitgemäßen Dichtungen besitzen.

Auch hier bietet der Fachhandel eine große Auswahl an unterschiedlichen Dichtungsbändern und Zugluftstoppern an. Lassen Sie sich am besten von den Experten beraten.

Weitere Tipps zum Energiesparen finden Sie im aktuellen Spezial: Umwelt und Energie

9. Richtig heizen: Weg vom Strom!

Heizlüfter sind Stromfresser – und dazu noch nicht einmal besonders effektiv. Dasselbe gilt für Infrarotheizungen sowie Nachtstromspeicherheizungen. Diese sollten Sie, sofern möglich, austauschen (lassen) oder gar nicht erst anschaffen. Denn in der Regel führt Heizen mit Strom vor allem zu zusätzlichen Kosten bei geringerem Wirkungsgrad – auch wenn die Strompreise zurzeit (Oktober 2021) nicht so schnell gestiegen sind wie die für Heizöl oder Heizgas. Lesen Sie auch: Heizen mit Öl oder mit Gas? Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile?

Tipp: Stromverbrauch und Heizkosten lassen sich mit der Website Heizspiegel.de, Stromverbrauchsmessern und besonderen Apps (die teilweise sogar von den Stadtwerken angeboten werden) leicht vergleichen und im Blick behalten.

10. Richtig heizen = weniger heizen

Überheizte und zu trockene Räume sind auf Dauer nicht gut für Ihre Gesundheit. Richtig heizen kann deshalb auch einfach bedeuten, weniger zu heizen. Wenn Sie sich zu Hause etwas wärmer anziehen, können Sie Ihre Heiztemperatur bedenkenlos um ein bis zwei Grad senken. Und als 'einheizenden' Durstlöscher empfehlen wir: selbst gemachten Ingwertee – der ist auch gut fürs Immunsystem.

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