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Richtig lüften im Winter: So vermeiden Sie Schimmel

Autor: Redaktion (mit Material von dpa) | Kategorie: Bauen und Wohnen | 02.02.2022

Regelmäßiges Lüften ist gerade im Winter wichtig, um Schimmelbildung zu verhindern.
Foto: Blackday / Shutterstock

Kondenswasser am Fenster ist ein Anzeichen dafür, dass die Luftfeuchtigkeit im Raum viel zu hoch ist und man dringend lüften sollte. Auch bei eisigen Temperaturen muss jeden Tag und sogar mehrfach gelüftet werden – sonst bildet sich Schimmel im Raum. Richtig lüften im Winter ist mit wenig Aufwand möglich – wir erklären Ihnen, worauf Sie achten sollten.

Ob sommers oder winters: Man sollte die Fenster mehrfach am Tag zum Lüften kurz aufreißen – inmitten einer Pandemie natürlich sogar noch häufiger als sonst. Ist es draußen frostig-kalt, kann das Stoßlüften aber kürzer ausfallen.

Richtig lüften im Winter: Wie viele Minuten lüften?

Der Verband "Fenster + Fassade" rät bei Minustemperaturen konkret zu einer Lüftungsdauer von fünf Minuten. Bei null bis zehn Grad plus sollten es zehn Minuten je Lüftungsvorgang sein, bei über zehn Grad 15 Minuten.

Gilt das für alle Zimmer?

Wie oft man letztlich in den einzelnen Wohnräumen lüften sollte, ist abhängig von vielen individuellen Faktoren. Etwa, ob man sich in einem Zimmer auch aufhält und atmet. Oder nachts im Bett schwitzt.

Für Feuchtigkeit sorgen vor allem das Kochen, Duschen und Baden. Danach sollte – zumindest in den entsprechenden Räumen – immer direkt gelüftet werden. Außerdem gilt: Je mehr Personen im Haushalt leben, umso häufiger sollte gelüftet werden.

Wenn die Luftfeuchtigkeit im Zimmer zu hoch ist, bildet sich auf Fenstern, in Raumecken und hinter Schränken schnell Kondenswasser und in der Folge auch Schimmel.
Wenn die Luftfeuchtigkeit im Zimmer zu hoch ist, bildet sich auf Fenstern, in Raumecken und hinter Schränken schnell Kondenswasser und in der Folge auch Schimmel. (Foto: Nataliia Yankovets / Shutterstock)

Warum ist der Luftaustausch so wichtig?

Es geht beim Lüften weniger darum, die Temperatur zu regulieren, sondern darum, die Luftfeuchtigkeit abzusenken.

Grob erklärt: Warme, aufgeheizte Raumluft ist in der Lage, relativ viel Wasser zu speichern. Trifft sie auf die kühleren Wände im Raum – insbesondere die äußeren Hauswände –, kondensiert die feuchte Luft daran. Der Wasserfilm ist aber ein optimaler Nährboden für Schimmel. Vor allem in Ecken des Raumes, in Nischen und rund um die Fenster, aber auch hinter Möbelstücken direkt an der Außenwand ist die Gefahr am höchsten.

Außerdem kommt beim Lüften natürlich frischer Sauerstoff ins Zimmer. Und: Mit dem Luftzug werden auch (Corona-)Viren abtransportiert.

Wie merke ich, dass die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist?

Einen Hinweis, wann das Lüften mal wieder fällig ist, gibt das Hygrometer, ein Messgeräte für Luftfeuchtigkeit. Zeigt es einen Wert von mehr als 60 Prozent Luftfeuchte an, sollte man die Fenster öffnen, lautet der generelle Rat.

Der Wert hängt aber auch von der Außentemperatur und dem Dämmstandard des Hauses ab. An kalten Tagen kann die Obergrenze in schlecht gedämmten Altbauten schon bei 40 Prozent relativer Luftfeuchte liegen, während gut gedämmte Neubauten locker mit 55 Prozent klarkommen.

Bildet sich am Fenster oder an der Wand Kondenswasser, beträgt die Luftfeuchtigkeit an den entsprechenden Stellen bereits 100 Prozent. Aber Schimmelpilze wachsen auch schon bei einer relativen Luftfeuchte von 70 bis 80 Prozent, erklärt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Bei diesem Wert fühle sich die Oberfläche weder feucht an noch könne man Kondenswasser sehen.

Tipp: In Corona-Zeiten etablieren sich zunehmend sogenannte CO2-Mess­geräte oder -Ampeln, die sich vor allem für Räume eignen, in denen sich viele Menschen aufhalten. Sie zeigen mit Tönen, Messwerten und/oder Farben an, wann gelüftet werden sollte. Entsprechende Geräte gibt es ab rund 50,- Euro.

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