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Messenger-Dienste: Das sind die besten Alternativen zu WhatsApp

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 27.01.2021

Alternativen zu WhatsApp: Was machen Signal, Telegram und Threema besser?
Foto: Shutterstock / Michele Ursi

WhatsApp ist noch immer der beliebteste Messenger-Dienst. Doch der Unmut vieler Nutzer über die neuen Nutzungsbedingungen und die enge Verbindung zu Facebook wächst, viele denken über einen Wechsel zu einem anderen Messenger nach. Wir stellen Ihnen die drei wichtigsten WhatsApp-Alternativen mit Fakten auf einen Blick vor: Telegram, Signal und Threema.

Fast jeder von uns hat auf seinem Smartphone WhatsApp installiert, weltweit nutzen mehr als zwei Milliarden Menschen den Messenger-Dienst. Die Kommunikation mit Freunden, der Familie oder den Kollegen funktioniert hier einfach und schnell. Allerdings sind die geplanten Datenschutzänderungen von WhatsApp-Anbieter Facebook und die enge Verbindung zum Facebook-Netzwerk für viele Nutzer ein Grund, sich nach einer geeigneten WhatsApp-Alternative umzuschauen.

Eine gute und sichere Messenger-Alternative zu finden, ist nicht schwer. Bislang schrecken aber viele WhatsApp-Nutzer vom endgültigen Wechsel zu Signal, Threema oder Telegram zurück – allein aus dem Grund, weil alle Gesprächspartner WhatsApp nutzen. Da derzeit aber viele einen Wechsel in Betracht ziehen, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, mit den Freunden oder der Familie gemeinsam zu einem anderen Dienst umzuziehen.

Neue Nutzungsbedingungen bei WhatsApp

Hintergrund des aktuellen Dilemmas: WhatsApp hat jüngst seine User aufgefordert, die neuen Nutzungsbedingungen zu akzeptieren - und zwar bis zum 7. Februar 2020. Wer das nicht macht, könne den Dienst ab dem 8. Februar nicht mehr nutzen. Die Drohung und der Zwang zur Zustimmung kamen bei den WhatsApp-Nutzern nicht gut an – ebenso wenig wie die immer weiter wachsende Macht des Mutterkonzerns Facebook und die Tatsache, dass WhatsApp die Daten mit Facebook teilt.

Nach viel Kritik und der reihenweisen Abwanderung von Nutzern hat WhatsApp die Einführung der neuen Datenschutzregeln auf Mai verschoben.

Derzeit ist nicht klar, wie sich die neuen Nutzungsbedingungen wirklich auswirken werden. Die Unsicherheit, wie WhatsApp persönliche Daten verarbeitet und der Unmut, dass persönliche Daten an Facebook weitergeleitet werden, ist jedenfalls so groß, dass der Wechselwunsch zu einer Alternative wächst – das spiegelt sich derzeit in hohen Downloadzahlen von Messenger-Alternativen in den Appstores von Apple und Google wider.

Alternative Messenger-Dienste: Threema, Signal, Telegram.
Alternative Messenger-Dienste: Threema, Signal, Telegram. (Foto: Öko-Test / bw)

Welche WhatsApp-Alternativen gibt es?

Die drei ernstzunehmenden WhatsApp-Alternativen sind Telegram, Signal und Threema. Doch was bieten diese Messenger im Vergleich, und wo liegen ihre Schwachstellen? Alle drei Messenger-Dienste bieten die gängigen Standard-Features wie das Senden von Nachrichten, Bildern und Videos, Gruppen-Chats und Telefonie an, die vom Platzhirsch WhatsApp bekannt sind.

Ein wichtiger Punkt in Sachen Sicherheit ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die auch WhatsApp bietet. Durch diese Technik können nur die Teilnehmer eines Chats auf die Inhalte zugreifen, nicht aber der Betreiber der App.

Millionen Nutzer verlassen derzeit WhatsApp, viele wechseln zu Signal.
Millionen Nutzer verlassen derzeit WhatsApp, viele wechseln zu Signal. (Foto: Shutterstock / Postmodern Studio)

WhatsApp-Alternative Signal

  • Verschlüsselung: Ende-zu-Ende
  • Anrufe: ja
  • Open-Source: ja
  • Browserversion: ja
  • Lesebestätigung: einstellbar
  • Zahl der Downloads im Google Play Store: 50.000.000+
  • Preis: kostenlos

Spezielle Funktionen:

  • Selbstzerstörende Nachrichten
  • Sticker als Extra-Feature
  • individuelle Wallpapers für jeden Chat

Vorteile:

  • Datenschutz und Privatsphäre werden bei Signal sehr ernst genommen.
  • Signal ist eine gemeinnützige Stiftung, die sich durch Spenden finanziert. Der Profit steht hier nicht im Mittelpunkt.

Nachteile:

  • Chatverläufe lassen sich nicht sichern.
  • Für die Anmeldung ist wie bei WhatsApp eine Telefonnummer nötig – damit ist jeder Nutzer identifizierbar.
  • Video-Anrufe mit mehreren Personen sind nicht möglich.

WhatsApp-Alternative Telegram

  • Verschlüsselung: Server-Client-Verschlüsselung bei Nachrichten, Ende-zu-Ende bei Anrufen und "geheimen Chats"
  • Anrufe: ja
  • Open-Source: ja
  • Browserversion: ja
  • Lesebestätigung: lässt sich nicht abstellen
  • Zahl der Downloads im Google Play Store: 500.000.000+
  • Preis: kostenlos

Spezielle Funktionen:

  • Selbstzerstörungsmodus (Nachrichten löschen sich nach einer bestimmten Zeit von selbst)
  • erweiterte Löschfunktion: Nachrichten und Bilder lassen sich nachträglich aus dem Chatverlauf des Gesprächpartners löschen, ohne dass dieser darüber informiert wird.
  • Es lassen sich Gruppen mit bis zu 200.000 Mitgliedern erstellen.

Vorteile:

  • Die App lässt sich auf mehreren Geräten gleichzeitig nutzen – auch über den Browser.
  • Telegram bietet einige praktische Funktionen wie den Selbstzerstörungsmodus und die erweiterte Löschfunktion.
  • Telegram speichert Chats und Daten auf einem Cloud-Server – mit dem Vorteil, dass man sich nicht um  Backups kümmern müss.

Nachteile:

  • Ein großer Nachteil ist, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nur für sogenannte Secret Chats aktivierbar ist. Hier punkten WhatsApp und Signal mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle Funktionen.
  • Telegram wird wegen seiner gesicherten Anonymität und der Möglichkeit, große Gruppen anzulegen, mehr und mehr von Corona-Leugnern, Verschwörungsgläubigen und Kriminellen genutzt.
  • Insgesamt bietet Telegram weniger Sicherheit als andere Messenger.
  • Für die Anmeldung ist eine Handynummer notwendig.
Verschlüsselung inklusive: Threema bietet Sicherheit durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Chats und auch Sonderfeatures wie Umfragen in Gruppenchats.
Verschlüsselung inklusive: Threema bietet Sicherheit durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Chats und auch Sonderfeatures wie Umfragen in Gruppenchats. (Foto: Threema)

WhatsApp-Alternative Threema

  • Verschlüsselung: Ende-zu-Ende
  • Anrufe: ja
  • Open-Source: ja
  • Browserversion: ja
  • Lesebestätigung: einstellbar
  • Zahl der Downloads im Google Play Store: 1.000.000+
  • Preis: 3,99 Euro

Spezielle Funktionen:

  • Einzelne Chats lassen sich durch extra PIN-Sperre sichern.
  • Umfragen und Abstimmungen können in Gruppenchats eingebunden werden.

Vorteile:

  • Threema ist ein Schweizer Unternehmen, das den schweizer Datenschutzrichtlinien unterliegt. Diese sind ähnlich streng wie die Datenschutzrichtlinien Deutschlands und der EU.
  • Die Kommunikation läuft über Server, die in der Schweiz stehen.
  • Der Dienst kann völlig anonym genutzt werden, die Anmeldung ist auch ohne Telefonnummer möglich.

Nachteile:

  • Chatverläufe lassen sich nicht ohne weiteres auf ein anderes Handy übertragen.
  • Die App ist kostenpflichtig.

Fakten zu WhatsApp

Ein Pluspunkt von WhatsApp: Alle Nachrichten sind Ende-zu-Ende verschlüsselt. Anlass für viel Kritik ist jedoch die Datenweitergabe: "Facebook erhält so zum Beispiel Account-Informationen wie Profilname, Profilbild und Handynummer von WhatsApp-Nutzern sowie die Telefonnummern aus deren Adressbüchern und kommt dadurch an noch mehr Daten von Personen, die gar keine Facebook-Angebote nutzen", kritisiert die Verbraucherzentrale. Nach eigener Aussage nutze der US-Konzern die Informationen aus WhatsApp-Accounts derzeit in Deutschland nicht zu Werbezwecken.

Welches ist die beste WhatsApp-Alternative?

Wer Wert auf maximale Sicherheit legt, sollte über einen Wechsel zu Signal nachdenken - denn Signal gilt aktuell als die sicherste Messenger-App. Wer anonym Nachrichten verschicken möchte, für den ist Threema eine gute WhatsApp-Alternative.

Telegram bietet von den vorgestellten Messenger-Apps die unzureichendste Verschlüsselung.

Tipps für den Wechsel zu einer WhatsApp-Alternative

Vor dem Wechsel zu einem anderen Messenger-Dienst sollten Sie:

  • alle Kontakte, die Sie nicht mit Namen gespeichert haben, mit Namen vervollständigen
  • wichtige Chats exportieren, archivieren oder ausdrucken
  • alle Kontakte über den Wechsel weg von WhatsApp informieren; am einfachsten funktioniert das über eine Broadcast-Nachricht.

Wer zusätzlich vorab in seinem WhatsApp-Status und dem Info-Text beim Profilbild den Wechsel bekannt gibt, hat die besten Chancen, weiterhin mit wichtigen Gesprächspartnern in Kontakt zu bleiben.

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