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Kastanien-Sterben: Warum bekommen immer mehr Rosskastanien viel zu früh braune Blätter?

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 23.09.2021

Warum bekommen so viele Kastanien so früh braune Blätter?
Foto: Shutterstock / Jizu

Der Herbst hat noch nicht richtig begonnen – und vielerorts haben die Kastanienbäume schon seit Wochen braune Blätter. Deutschlands beliebter Straßenbaum, die Rosskastanie, kränkelt. Wir erklären, was es mit dem Rosskastanien-Sterben auf sich hat und ob es noch Hoffnung für die Kastanie gibt.

Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? Immer öfter bekommen Rosskastanien schon Ende des Sommers braune Blätter – und damit viel früher als andere Laubbäume.

Die traurige Wahrheit ist: Die Rosskastanie hierzulande hat gleich mit drei Problemen auf einmal zu kämpfen: Zum einen mit der sogenannten Miniermotte, zum anderen mit einem Bakterium namens Pseudomonas. Und dazu kommt: Auch der Klimawandel stresst die Bäume zunehmend. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat die Gewöhnliche Rosskastanie mittlerweile als "gefährdet" eingestuft.

Gefährlichster Feind der Rosskastanie ist ein Bakterium

Das wohl größte Problem der Kastanie ist ein Bakterium namens Pseudomonas, das seit knapp 15 Jahren auch hierzulande die Rosskastanienbäume befällt. Betroffen sind Bäume jeglichen Alters – und zwar sowohl rot- als auch weißblühende Kastanien. Forscher gehen davon aus, dass die Krankheit über die Luft und den Niederschlag übertragen wird.

Die Krankheit zeigt sich zuerst in Form von schwarzen Stellen am Stamm. Hier siedeln sich Pilze an, die die Kastanienbäume nach und nach absterben lassen.

Miniermotte ist schuld an braunen Kastanien im Sommer 

Die Miniermotte an sich ist weniger gefährlich für unsere Kastanienbäume. Die Larven des Kleinschmetterlings zerfressen das Innere der Blätter – dabei haben sie sich auf die Weißblütige Rosskastanie spezialisiert, Kastanien mit roten Blüten lassen sie links liegen. Die Blätter werden dadurch früh im Jahr braun und fallen ab. Da die Motten die Bäume schwächen und damit anfällig für Krankheitserreger machen, können sie die schnelle Ausbreitung der bakteriellen Rosskastanien-Krankheit begünstigen.

Wie können wir den Kastanien helfen?

In Regionen, in denen die Kastanien nur von der Miniermotte und nicht zusätzlich von Pseudomonas befallen sind, können Hobbygärtner das Laub der befallenen Bäume einsammeln und entsorgen. Sie können die Blätter (wenn erlaubt) verbrennen oder bei der städtischen Kompostanlage abgeben. So wird die letzte der drei Miniermottengenerationen, die sonst in den Blättern überwintert, vernichtet.

Gegen Pseudomonas gibt es bislang kein wirksames Mittel. Es bleibt also einzig und allein die Prävention, um die Rosskastanie möglichst lange widerstandsfähig zu erhalten. Wichtig sind eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung und möglichst wenig Stress. Zugepflasterte Straßen und Streusalz im Winter schaden den Straßenbäumen.

Mittlerweile pflanzen allerdings immer weniger Städte und Gemeinden Kastanien als Stadt-, Aleen- und Biergartenbäume. Hoffnung gibt allein die Tatsache, dass manche Rosskastanien resistent gegen die Pseudomonas-Bakterien sind.

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