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Igel füttern: Wann ist es sinnvoll und was sollten Igel nicht fressen?

Autor: Lena Pritzl | Kategorie: Freizeit und Technik | 08.09.2020

Igel füttern ist nicht immer eine gute Idee.
Foto: CC0 / Pexels / Pixabay

Im Herbst sieht man Igel vermehrt durch Gärten streifen. Schnell ist man geneigt, ihnen Wasser und Futter hinzustellen. Doch wann ist das sinnvoll – und wann sollten Sie Igel besser nicht füttern?

  • Igel sind Wildtiere und versorgen sich in der Regel selbstständig mit ausreichend Nahrung.
  • Im Herbst können Igelmütter oder Jungtiere jedoch auf zusätzliches Futter angewiesen sein.
  • Igel benötigen eiweißreiches Futter – beispielsweise Haferflocken.

Igel sind vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs. Der Stacheligel ist die bei uns bekannteste Familie der kleinen Säugetiere. Es gibt aber auch den Rattenigel, der keine Stacheln besitzt. Wer einen Igel im Garten entdeckt, stellt – mit guten Absichten – schnell Futter bereit. Doch das ist nicht immer sinnvoll: Wir erklären, wann Sie Igel füttern sollten, und wann die Stacheltiere keine zusätzliche Nahrung brauchen.

Wann sollte man Igel füttern?

Igel sind Wildtiere und versorgen sich deshalb grundsätzlich selbst mit Nahrung. Meist finden die Einzelgänger in der Natur genügend zu fressen. In bestimmten Situationen benötigen Igel dennoch unsere Hilfe:

  • Im Herbst: Spät geborene Jungtiere können Probleme haben, sich rechtzeitig genügend Winterspeck anzufressen. Igelweibchen könnten von der Jungenaufzucht noch geschwächt sein. Kleine oder magere Tiere freuen sich deshalb über die zusätzliche Fütterung.
  • Im Winter: Falls Sie bei Temperaturen unter 6 Grad Celsius einen abgemagerten Igel finden, stellen Sie ihm Futter hin.
  • Im Frühling: Wenn das Wetter im Frühjahr unbeständig ist und die Böden noch gefroren, finden Igel schwer genügend Nahrung. Werden die Temperaturen milder, benötigen die Insektenfresser keine Fütterung.
  • Im Sommer: Ist es im Sommer sehr heiß, können Sie Igeln eine Schüssel mit Wasser hinstellen, damit sie ausreichend zu trinken haben. Sie dürfen bei Hitzewellen auch Bäume gießen.

Achtung: Gutgenährte Igel sollten Sie nicht zufüttern, da die Tiere sonst in ihrem Rhythmus gestört werden können. Wird das natürliche Futter im Spätherbst weniger, gehen Igel in den Winterschlaf in ihrem Winterquartier.

Zudem müssen junge Igel lernen, sich selbst Futter zu suchen. Stellen Sie den Tieren jeden Tag eine große Schüssel Futter hin, lernen sie womöglich nicht mehr, sich selbstständig zu versorgen.

Igel sollten Sie nur in Ausnahmefällen füttern – dann mögen sie eiweißreiche Nahrung.
Igel sollten Sie nur in Ausnahmefällen füttern – dann mögen sie eiweißreiche Nahrung. (Foto: CC0 / Pexels / Pixabay)

Was fressen Igel gerne – und was nicht?

Igel fressen Insekten und deren Larven, gelegentlich auch Aas. Auch Wurzeln stehen ab und an auf dem Speiseplan der Stacheltiere. Grundsätzlich brauchen Igel eine eiweißreiche, tierische Nahrung. Damit können Sie Igel füttern:

  • spezielles Igeltrockenfutter; dauerhaft enthält es jedoch zu viele Kohlenhydrate
  • Weizenkleie und Haferflocken für Ballaststoffe
  • Katzenfutter, da es eiweißreich ist
  • Ungewürztes, angebratenes Hackfleisch
  • Ungesalzenes, gekochtes Ei
  • Kein Früchte oder Trockenfrüchte: Die Tiere fressen diese zwar unter Umständen, vertragen sie aber nicht.

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) empfiehlt dieses Igel-Menü: 100 Gramm Katzendosenfutter mit zwei Esslöffeln Igeltrockenfutter oder Haferflocken bzw. Weizenkleie mischen und den Stacheltieren servieren.

Tipps: Stellen Sie das Essen in der Dämmerung nach draußen, da Igel nachtaktive Tiere sind. Die Futterschälchen oder Teller sollten Sie reinigen, da sich sonst Krankheitserreger bilden können.

Und was trinken die Igel?

Eine flache Schüssel mit Wasser zum Futter ist optimal. So bekommen die Igel ausreichend Flüssigkeit. Vorsicht: Igel vertragen keine Milch. Die stacheligen Wildtiere könnten daran im schlimmsten Fall sterben, da sie Milchzucker nicht verdauen können. Stellen Sie ihnen zum Trinken deshalb keinesfalls Milch hin.

Kranke oder verletzte Tiere sollten Sie zum Tierarzt bringen. Weitere Infos finden Sie bei pro-igel.de, der Igelschutz-Interessengemeinschaft e.V. oder dem NABU.

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