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Fastenzeit 2.0: Alternative Ideen von Digital Detox bis Zucker fasten

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 22.02.2020

Fastenzeit 2.0: Alternative Ideen von Digital Detox bis Zucker fasten
Foto: Colourbox.de / Bowonpat, Chatchai Kritsetsakul

Am Aschermittwoch (26. Februar 2020) beginnt die Fastenzeit. Viele Menschen versuchen in den 40 Tagen bis Ostern, auf Gewohnheiten wie Fleisch-, Süßigkeiten- oder Alkohol-Konsum zu verzichten. Doch Fasten muss sich nicht allein auf Ernährung beschränken - wir hätten ein paar Inspirationen!

  • Die Fastenzeit nutzen viele Menschen für eine bewusste Umstellung der Ernährung.
  • Digital Detox ist ein aktueller Trend, bei dem der Medien- und Technikkonsum eingeschränkt wird.
  • Modernes Fasten kann alle Formen des Konsums umfassen, von der Nutzung des Autos über Vermeidung von Plastik bis Verzicht auf Zucker.

Egal ob jemand auf bestimmte Nahrungsmittel verzichtet oder auf geliebte Gewohnheiten wie Rauchen, Fernsehen oder das Auto: In einer Konsumgesellschaft ist Fasten schon eine Gegenbewegung zum allgegenwärtigen Überfluss. 

Fasten-Alternativen

Wer schon mal gefastet hat, weiß: Durch den selbstbestimmten Verzicht fühlen wir uns freier, besinnen uns auf andere Dinge im Leben und können nach der Zeit des Fastens wieder bewusster genießen. Für viele ist das Fasten deshalb ein Aufbruch in ein neues Leben: Der Verzicht auf Genussmittel und eine gesündere Ernährung fallen nach der Fastenperiode deutlich leichter. 

Wer sich – und gleichzeitig der Umwelt – Gutes tun möchte, findet bei unseren sieben alternativen Fasten-Ideen sicherlich etwas Passendes.

1. Digitales Fasten

Ein Leben ganz ohne digitale Medien? Fast nicht mehr denkbar. Doch jeder wird merken, wie gut es tut, einfach mal das Smartphone beiseite zu legen und stattdessen in einer Zeitschrift zu lesen, oder keine Mails oder Messages zu verschicken, sondern mal wieder den Telefonhörer in die Hand zu nehmen.

Auch eine gute Idee: 40 Tage aufs Onlineshopping verzichten, bewusst lokal und regional einzukaufen und sich am Ende über das Ersparte und die persönlichen Kontakte freuen. Und nebenbei hilft digitales Fasten auch dabei, Energie zu sparen, denn schließlich ist jede Mail und jedes Streaming für die Entstehung von Treibhausgasen verantwortlich.

In der Fastenzeit: Nachrichten einfach mal ignorieren.
In der Fastenzeit: Nachrichten einfach mal ignorieren. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / LoboStudioHamburg)

Fünf Tipps für Digital Detox in der Fastenzeit:

  1. Messen Sie Ihre Smartphone-Nutzung vor der Fastenzeit (dafür gibt es spezielle Apps), und führen Sie sich vor Augen, wie viel Zeit Sie an dem Gerät verbringen und welche Apps die größten Zeitfresser sind. Diese Selbsterkenntnis ist häufig heilsam und hilft Ihnen, herauszufinden, auf welche Anwendungen Sie verzichten könnten.
  2. Ein kompletter Digitalverzicht ist für viele Menschen nicht realistisch. Zu viel, auch bereichernde, Kommunikation findet mittlerweile über diesen Kanal statt. Schaffen Sie sich aber Zeitfenster, in denen Sie das Smartphone bewusst nutzen. Und schalten Sie das Gerät danach wieder für ein paar Stunden aus oder in den Flugmodus.
  3. Lassen Sie das Handy bewusst zu Hause, wenn Sie das Haus verlassen. Der Spaziergang mit der besten Freundin oder dem Hund ist viel schöner, wenn das Smartphone keine permanente Ablenkung verspricht. Und auch Einkaufen funktioniert prima ohne den digitalen Begleiter.
  4. Deaktivieren Sie alle Push-Nachrichten von Websites oder Apps, die Sie laufend mit vermeintlich wichtigen Neuigkeiten bombardieren.
  5. Lassen Sie nur noch Benachrichtigungen zu, die der persönlichen Kommunikation dienen (z.B. von Messengern) - stellen Sie diese aber auf lautlos.

2. Vierzig Tage vegan leben

Wir wissen es alle: Wer sich vegan ernährt, tut der Umwelt und natürlich den Tieren viel Gutes. Niemand muss sich zu 100 Prozent vegan ernähren – aber wenn wir alle häufiger auf tierische Produkte verzichten, können wir gemeinsam etwas bewirken. Wenn Sie überlegen, in der Fastenzeit 40 Tage auf Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte und Honig zu verzichten, müssen Sie sich zuvor nicht zwingend akribisch mit veganer Ernährung auseinandergesetzt haben.

Wer länger vegan isst, sollte aber unbedingt darauf achten, dass er genug Vitamin B12 und D, Calcium, Eisen, Jod und Zink zu sich nimmt.

Weiterlesen: Themenseite Veganes Leben

Die Fastenzeit ist ein guter Zeitpunkt, sich näher mit veganer Ernährung zu beschäftigen.
Die Fastenzeit ist ein guter Zeitpunkt, sich näher mit veganer Ernährung zu beschäftigen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Einladung_zum_Essen)
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3. Plastik fasten

Plastikverpackungen, wohin man schaut: im Supermarkt, in der Küche, im Badezimmer – und eigentlich überall in unserem Alltag. Plastik ist mittlerweile zu einem gewaltigen Problem für die Umwelt, die Tiere und uns Menschen geworden. Komplett auf Plastik zu verzichten, ist kaum möglich. Aber schon mit ein paar kleinen Veränderungen lässt sich viel Plastik sparen.

Weiterlesen: Ratgeber Plastikabfall

Weniger Plastik sollte für uns alle zum Motto werden.
Weniger Plastik sollte für uns alle zum Motto werden. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / stux)

Diese fünf Punkte lassen sich besonders leicht umsetzen: 

  1. Nie ohne Stoffbeutel, Gemüsenetze und Tupperdosen oder Glasbehälter zum Einkaufen aufbrechen.
  2. Keine Getränke in Plastikverpackungen kaufen.
  3. Beim Kauf neuer Produkte nach plastikfreien Produkten Ausschau halten. Alternativen aus Holz, Edelstahl oder Glas sind oft teurer, halten aber länger und schonen die Umwelt.
  4. Naturkosmetik kaufen - die ist garantiert mikroplastik-frei.
  5. Auf sämtliche To-go-Produkte verzichten – oder sich diese (wie den Coffee-to-go) in eigene, selbst mitgebrachte Behältnisse füllen lassen.
Jetzt lesen: #plastikfasten – Challenge für weniger Plastikmüll

4. Zucker fasten

Auf Süßes zu verzichten, ist in der Fastenzeit besonders beliebt. Nicht nur, weil es gut tut, die Sucht nach zuckerhaltigen Lebensmitteln eine Zeit lang zu durchbrechen. Sondern auch, weil Zucker schlicht und einfach ungesund ist. Auf die Dauer führt übermäßiger Zuckerkonsum zu Übergewicht, Karies und Gelenkproblemen.

Wer Süßes ganz aus seinem Alltag verbannen möchte, sollte auch darauf achten, in welchen vermeintlich herzhaften Produkten sich Zucker versteckt – oft in großen Mengen. Denn auch in Chips, Pizza, Salami und fertigem Salatdressing findet sich überraschend viel Zucker.

Jetzt lesen: Zucker fasten – neun Tipps, mit denen der Verzicht gelingt

5. Auto fasten

Wer das Auto stehen lässt, tut der Umwelt Gutes – und sich selbst auch. Zumindest, wenn er den Verzicht aufs Auto nutzt, um sich mehr zu bewegen. 10.000 Schritte täglich empfehlen Gesundheitsexperten, der Rat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lautet, zumindest fünfmal in der Woche für 20 bis 30 Minuten Bewegung zu sorgen.

Wenn Sie Ihr Auto in der Fastenzeit (und vielleicht auch darüber hinaus) stehen lassen, kommen Sie diesem Ziel mit Sicherheit näher.

6. Shoppingfreie Fastenzeit

Der Blick in unsere Schränke ist der beste Beweis: Einkaufen müssen wir erst mal nichts. Wer 40 Tage ohne Shopping auskommt – ohne danach in einen Kaufrausch zu verfallen – ist auf dem besten Weg in ein Leben ohne Konsumwahn und Konsumzwang. 

Nutzen Sie die gewonnene Zeit lieber, um gründlich auszumisten. Dinge, die Sie in den letzten 24 Monaten nicht in der Hand hatten, können Sie in den meisten Fällen wohl getrost loswerden. Flohmärkte, Freunde, Kleinanzeigen-Seiten – es gibt viele Möglichkeiten, Sachen weiterzugeben, ohne sie wegzuwerfen.

So finden Sie die beste Fasten-Alternative für sich 

Unsere Liste lässt sich beliebig verlängern. Wenn für Sie noch nicht das Richtige dabei ist, gehen Sie in sich, und werfen Sie einen kritischen Blick auf Ihre Gewohnheiten: Welche Tätigkeit frisst nicht nur besonders viel Zeit, sondern kostet auch besonders viel Nerven? Gibt es vielleicht sogar eine Gewohnheit, von der Sie sich unangenehm abhängig fühlen? Dann wagen Sie das Experiment, dieses Verhalten für 40 Tage über Bord zu werfen, und erfahren Sie so, wie es Ihnen damit geht.

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