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Der Trockner stinkt? Diese Tipps können helfen

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Freizeit und Technik | 18.02.2022

Trockner stinkt: Was tun, wenn die Wäsche nach dem Trocknen muffig riecht?
Foto: Shutterstock/Andrey_Popov

Wenn die Wäsche mit einem muffigen Geruch aus dem Wäschetrockner kommt, hilft häufig nur: Den Trockner gründlich reinigen. Ein stinkender Trockner oder müffelnde Wäsche können aber auch andere Ursachen haben. Wir  erklären, was Sie überprüfen sollten – und auf was Sie in Zukunft vielleicht besser verzichten.

Wenn Ihr Wäschetrockner nach einiger Zeit beginnt, unangenehm zu riechen, ist das nicht nur unerfreulich für die Nase. Es besteht auch die Gefahr, dass der muffige Geruch auf die Wäsche übergeht, die dann nicht  "frühlingsfrisch" aus der Trocknertrommel kommt.

Beginnt der Trockner zu müffeln, hat das sehr wahrscheinlich damit zu tun, dass sich durch den Gebrauch Ablagerungen im Inneren des Geräts gebildet haben. Auf diesen Ablagerungen siedeln sich wiederum Bakterien und (Schimmel-)Pilze an, die dann durch ihren Stoffwechsel den Geruch hervorbringen. Gleiches gilt übrigens, wenn die Spülmaschine stinkt oder die Waschmaschine schlecht riecht.

Trockner stinkt: Zunächst innen reinigen

In diesen Fällen hilft eine gründliche Reinigung des Geräts – vor allem natürlich der Bereiche, an denen sich Ablagerungen am leichtesten ansiedeln.

Wischen Sie den Innenraum des Trockners gründlich mit einem feuchten Schwamm und einem umweltverträglichen Putzmittel aus. Reinigen Sie auch Tür bzw. Luke und stellen Sie sicher, dass keine Verschmutzungen in Ritzen oder Falten zurückbleiben. Achtung: Die Gummiteile nicht mit Essig reinigen, die enthaltene Säure kann das Material angreifen.

Trockner stinkt? Diese Gründe kann das haben

Überprüfen Sie anschließend die folgenden Punkte:

  • Die meisten Trockner haben einen Sammel- oder Kondensbehälter, der die Feuchtigkeit auffängt, die der Wäsche beim Trocknen entzogen wird. (Andere Geräte haben einen direkten Abwasseranschluss, über den das Kondensationswasser abgeleitet wird.) Dieser Sammeltank muss regelmäßig ausgeleert werden, am besten direkt nach jedem Trockenvorgang. Wenn Sie den Behälter nicht routinemäßig entleeren, befindet sich ständig Flüssigkeit im Gerät, die für Feuchtigkeit sorgt. Das wiederum begünstigt Schimmel, der für den typisch muffigen Geruch verantwortlich sein kann.
  • Lassen Sie den Sammeltank, wenn möglich, vollständig trocknen, nachdem Sie ihn ausgeleert haben, und wischen Sie ihn aus, wenn er verschmutzt sein sollte.
  • Hinzu kommt: Wird der Kondensbehälter nicht regelmäßig geleert, kann es passieren, dass sich das Gerät mitten im nächsten Trockenvorgang plötzlich abschaltet, weil es registriert, dass der Behälter vollgelaufen ist.
    Wenn der Wäschetrockner schlecht riecht, lohnt es sich, den Flusenfilter zu reinigen.
    Wenn der Wäschetrockner schlecht riecht, lohnt es sich, den Flusenfilter zu reinigen. (Foto: Shutterstock/Ju Jae-young)

    Trockner riecht verbrannt?

    • Riecht es aus dem Trockner schwach verbrannt, können Staub oder Flusen verantwortlich sein. Die sind wahrscheinlich an Stellen des Geräts gelangt, an denen Hitze erzeugt wird. Dort sind sie dann verschwelt.
    • Schaffen Sie Abhilfe, indem Sie die Rückseite des Tumblers gründlich entstauben und das Flusensieb (siehe Bild) vollständig entleeren. Auch ein volles Flusensieb kann sich zum Nährboden für Keime – und damit für Gerüche – entwickeln.
    • Apropos: Das Flusensieb sollten Sie nach jedem Trockengang reinigen, um das Gerät zu schonen und einen reibungslosen Trockenvorgang sicherzustellen.
    • Wenn Sie hingegen den Eindruck haben, der Geruch kommt von beschädigter Elektr(on)ik, benutzen Sie das Gerät nicht weiter, bis es fachmännisch untersucht und gegebenenfalls repariert wurde.

    Muffige Trockner-Wäsche: Das sind weitere Ursachen

    • Einige Trocknermodelle haben einen Abluftschlauch. Ist der verschmutzt, kann er der Grund für den unerfreulichen Geruch sein. Montieren Sie den Schlauch ab und reinigen Sie ihn.
    • Sowohl Kondensations- als auch Ablufttrockner verfügen über Gebläse, die Luft ansaugen. Stellen Sie sicher, dass an der Stelle, an der das Gebläse montiert ist, nicht bereits übelriechende Luft in das Gerät gelangt.
    • Fabrikneue Geräte können zu Beginn chemisch riechen. Wenn der Geruch nach einigen Anwendungen nicht verfliegt, wenden Sie sich an den Hersteller.
    • Wenn Sie einen Wärmepumpentrockner besitzen, kann ein verschmutzter Wärmetauscher der Grund für den Geruch sein. Bei vielen Geräten lässt er sich einfach aus der Maschine ziehen und (gegebenenfalls feucht) reinigen.

    Was Sie beim Trocknen selbst beachten sollten

    Geben Sie grundsätzlich keine Kleidung, die stark verschmutzt ist – z.B. mit Öl oder Benzin – oder selbst schon bedenklich riecht, in den Trockner. Solche "Problemfälle" gehören auf die Wäscheleine. Sonst besteht die Gefahr, dass das Innere des Geräts verschmutzt wird und Geruch und Verunreinigungen auch auf andere Wäschestücke übergehen, die danach getrocknet werden.

    Verzichten Sie bei der Wäsche nach Möglichkeit auf Weichspüler und Hygienespüler. Beide stellen nicht nur eine unnötige Umweltbelastung dar, sondern sorgen durch ihre Inhaltsstoffe auch dafür, dass störende Gerüche überdeckt werden. So bemerken Sie unter Umständen nicht, dass das Geruchsproblem in Wirklichkeit vielleicht nicht im Trockner, sondern in der Waschmaschine zu suchen ist.

    Denn: Kommt die Wäsche schlechtriechend aus der Waschmaschine, kann auch der sauberste Trockner nicht helfen. Was dann zu tun ist, erfahren Sie hier – klicken Sie einfach den folgenden Kasten:

    Wäsche kommt muffig aus dem Trockner: Was noch hilft

    Die folgenden "kleinen" Tipps beheben keine Ursachen, sind aber trotzdem nützlich, wenn Sie Wert auf wohlriechende Wäsche legen:

    • Lassen Sie die Trocknertüre nach dem Trocknen jedes Mal eine Weile offenstehen, damit möglichst viel Feuchtigkeit aus dem Inneren verdunsten kann und nicht im Gerät verbleibt.
    • Ihre Wäsche riecht umso muffiger, je länger sie nach dem Trocknen in der Trommel bleibt, weil dort keine frische Luft an die Kleidung kommt. Daher: Kleidung zeitnah aus dem Trockner nehmen.
    • Genauso gilt: Lassen Sie die Wäsche nach dem Waschen nicht zu lang in der Waschmaschine, sondern schnell damit in den Trockner. Denn: Auch nasse Wäsche beginnt nach einiger Zeit, nicht mehr gut zu riechen – ein Effekt, den der Trockner nicht rückgängig machen kann.
    • Verschiedene Hersteller bieten sogenannte Trocknerbälle an: Die Kugeln werden mit in den Trockner gegeben und versprechen, die Wäsche angenehm duften zu lassen. Verschmutzungen im Gerät können auf diese Weise aber nur überdeckt und nicht behoben werden. Das Gleiche gilt für sogenannte Trocknertücher, die ebenfalls Gerüche neutralisieren sollen. Aus der Perspektive von Umwelt und Hygiene sind beide Produkte ohnehin nicht notwendig.
    • Außerdem gut zu wissen: Im Gegensatz zu Wasch- und Spülmaschinen müssen Trockner nicht entkalkt werden. Die Feuchtigkeit, die sich im Kondenstank sammelt, ist kondensiertes Wasser, das keinen Kalk mehr enthält.

    Trockner stinkt? Einfach zu lösen

    Es gibt übrigens noch eine einfache Lösung, um frische Wäsche vor dem Mief aus dem Trockner zu bewahren: gleich ganz auf das Gerät verzichten – und die Wäsche stattdessen öfter mal auf die Leine hängen.

    Darüber freut sich – in Zeiten gestiegener Energiepreise – der Geldbeutel und natürlich auch das Klima. Denn: Nach Berechnungen des Öko-Instituts verursacht ein Wäschetrockner pro Jahr einen ähnlich hohen CO2-Ausstoß wie ein Gefrierschrank.

      Energie sparen beim Wäschetrockner

      Wenn Sie Ihren Trockner trotzdem häufig benutzen (müssen), können Ihnen die folgenden Tipps dabei helfen, trotzdem Klimagase und Energie zu sparen:

      • Trockner, wenn möglich, immer voll beladen.
      • Einzelne Kleidungsstücke, die erfahrungsgemäß nur langsam trocknen (weil sie z.B. besonders dick sind), nach Möglichkeit separat aufhängen und nicht mit in die Trommel geben. Der Trockner läuft nämlich immer so lang, wie das "nasseste" Kleidungsstück benötigt, um ausreichend trocknen zu werden. Sind entsprechende Stücke aussortiert, sinkt die Trocknungsdauer automatisch.
      • Wenn vorhanden, Öko-Modus des Trockners nutzen. Auch wenn er länger dauern sollte, ist er immer noch sparsamer – siehe auch: Eco-Modus der Waschmaschine: Wirklich gut für Geldbeutel und Umwelt?
      • Wenn Sie nach dem Trocknen bügeln möchten, reicht die Einstellung "bügeltrocken" aus.
      • Kommen ein, zwei Wäschestücke gelegentlich nicht trocken genug aus dem Gerät, hängen Sie sie lieber kurz über die nächste Stuhllehne, statt die ganze Maschine erneut anzustellen.

      Viele weitere Energiespar-Tipps aus der ÖKO-TEST-Redaktion finden Sie in: Energie sparen: Tipps, um Strom, Wasser, Öl und Gas zu sparen

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