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Bitte ohne Torf! Warum Sie keine Torferde verwenden sollten

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 12.03.2019

Bitte ohne Torf! Warum Sie keine Torferde verwenden sollten
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / PublicDomainImages, Artisano)

Viele Hobbygärtner wissen nicht, welchen Schaden sie der Natur zufügen, wenn sie im Baumarkt torfhaltige Blumenerde kaufen. So gärtnern Sie mit gutem Gewissen.

Die Gartensaison steht in den Startlöchern. Und mit ihr die Frage: Welche Blumenerde soll's sein für Balkon und Garten? Ohne es zu ahnen, tragen viele Hobbygärtner dazu bei, dass wertvolle Moorlandschaften verloren gehen. Der Naturschutzbund (NABU) empfiehlt deshalb torffreie Blumenerde, um Moore und Klima zu schützen.

Warum torfhaltige Blumenerde problematisch ist

Die Nachfrage nach Torf ist hoch: Rund zehn Millionen Kubikmeter Torf verbraucht der Gartenbau jährlich allein hierzulande. Die Herstellung von torfhaltiger Blumenerde geht auf Kosten der wertvollen Moorlandschaften. Mittlerweile gelten mehr als 60 Prozent aller in Europa einst vorhandenen Moore als zerstört.

Besonders drastisch ist die Situation in Deutschland: 95 Prozent der einstigen Moorflächen wurden bereits entwässert und abgetorft, sie gelten dem NABU zufolge als "tot". Viele Pflanzen- und Tierarten, die sich auf diesen Lebensraum spezialisiert haben, sind mittlerweile stark bedroht.

Kleine Moore, große Wirkung

Obwohl die Moorgebiete nur drei Prozent der Landfläche der Erde bedecken, binden sie doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Welt (Quelle: NABU). Weil sie gigantische Mengen an Carbon speichern, sind Moore besonders wichtig für den Klimaschutz.

Beim Torfabbau wird dem Boden Wasser entzogen, Sauerstoff dringt in die obersten Torfschichten ein. Kleinstlebewesen zersetzen dann den Torf, der eingelagerte Kohlenstoff entweicht als klimaschädliches Kohlendioxid. Die Austrocknung der Moore setzt also auch große Mengen an Treibhausgasen frei.

Torferde im Garten ist überflüssig

Unser Tipp: Wenn sie die weitere Austrocknung von Moorlandschaften aufhalten wollen, verzichten Sie besser auf torfhaltige Blumenerde. Der Handel bietet torffreie Blumenerde als Alternative, die die Bodenqualität verbessert – und dabei die Umwelt schonen.

Wichtig zu wissen: Für die Qualität des Bodens ist Blumenerde ohne Torf nicht schlechter als torfhaltige! Torffreie Erden enthalten eine Mischung aus Rindenhumus, Holz-, Kokos- oder Hanffasern. "Weitere Zusätze wie Sand, Lavagranulat oder Tonminerale ergänzen die optimale Pflanzenversorgung", so der Nabu: "Torffreie Erde verbessert dauerhaft die Humus- und Nährstoffversorgung des Bodens, fördert die Bodenstruktur und unterstützt die wichtigen Bodenlebewesen."

Auch wer im eigenen Garten kompostiert, kann damit einfach und kostengünstig dem Boden und den Pflanzen Gutes tun.

Achtung: "Torfreduzierte" und "torfarme" Blumenerden sind keine gute Alternativen. Auch darin ist noch jede Menge Torf enthalten. Und auch Bio-Erde kann einen hohen Torfanteil haben.

Quelle: NABU

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