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Kompost anlegen: Worauf Sie beim Komposthaufen achten sollten

Autor: Redaktion | Kategorie: Bauen und Wohnen | 15.04.2020

Kompost anlegen: So klappt es.
Foto: svetikd/getty images

Das Frühjahr ist ein günstiger Zeitpunkt, um einen Komposthaufen aufzubauen. Denn bei steigenden Temperaturen werden Mikroorganismen, Bakterien, Pilze und Insekten aktiv und beginnen mit der Zersetzung. Wir erklären, was Sie beim Kompost anlegen beachten sollten.

Die Art des Komposthaufens hängt vom Garten und der Nutzung ab. Die einfachste Variante ist ein Haufen, den man beispielsweise mit einer Plane oder Jutesäcken abdeckt. Ein Gestell aus Holzlatten ist der Klassiker mit einem guten Luft- und Wasseraustausch. Doch auch das Holz kann mit den Jahren verrotten, warnt die studierte Öko-Agrarmanagerin Sarah Buron.

Sie betreut das Projekt "Giftfreies Gärtnern" der Grünen Liga in Berlin. Das Netzwerk ökologischer Bewegungen vermittelt in Schaugärten in ganz Deutschland, in einer Wanderausstellung und auf der Plattform giftfreiesgaertnern.de praktische Anregungen für den eigenen Bio-Garten.

Kompost anlegen: Komposthaufen im Garten bauen 

Eine Alternative zum Gestell aus Holzlatten kann ein Komposter aus Drahtgittern sein. Ein Kunststoffkomposter ist im idyllischen Garten zwar nicht schön, kann aber in Höfen in der Stadt als Schutz vor Tieren und vor zu starken Gerüchen sinnvoll sein. Zudem speichert ein Thermokomposter die Wärme besser und wird so zum Turbokomposter: der Bio-Abfall verrottet innerhalb weniger Wochen.

"Auf jeden Fall sollte der Kunststoff lebensmittelecht sein, damit keine Schadstoffe abgegeben werden", sagt Sarah Buron. Der Platz sollte selbst mit Schubkarre leicht zugänglich sein, in der Nähe der Beete und halbschattig liegen. "Wichtig ist ein Kontakt zur Erde, damit Bodenlebewesen schnell ein- und ausziehen können und Sickerwasser abläuft."

Komposthaufen im Garten: Er sollte nie schlecht riechen oder zu trocken sein.
Komposthaufen im Garten: Er sollte nie schlecht riechen oder zu trocken sein. (Foto: Evan Lorne/Shutterstock )

Wie lege ich einen Kompost richtig an? 

Wenn man den nötigen Platz hat, kann es bequem und sinnvoll sein, die Gartenabfälle zunächst auf einem losen Haufen neben dem Kompost zu sammeln und die unterschiedlichen Materialien dann besser zu schichten und zu mischen. "Kompost kommt von Komposition", besagt das Gärtnerlatein. Je sorgfältiger man dies tut, desto eher gelingt die "Heißrotte", bei der sich der Kompost so stark erwärmt, dass Unkrautsamen und Pflanzenkrankheiten abgetötet werden. Was Sie beachten sollten: 

  • Holziges und Frisches sollte gemischt werden, Grünes mit Braunem.
  • Langes Geäst zerkleinern, damit die Zersetzung nicht zu lange dauert.
  • Für eine gute Belüftung kommt auf den Grund eine Schicht grobes Material wie Heckenschnitt und Zweige. Es folgen organische Garten- und Küchenabfälle, Staudenreste, Laub oder Rasenschnitt.
  • Immer etwas Erde dazu mischen und den Kompost feucht halten – aber nicht zu nass.

Sarah Buron gibt einen weiteren wichtigen Hinweis: "Kompost sollte nie schlecht riechen, weder faulen noch zu trocken sein. Das ist einfach Übungssache." Wenn alles gut läuft, so Sarah Buron, könne man den Humus etwa zweimal im Jahr "ernten".

Regenwürmer fühlen sich in der Rotte wohl und leisten gute Dienste. Kontakt zur Erde ist daher beim Komposthaufen wichtig.
Regenwürmer fühlen sich in der Rotte wohl und leisten gute Dienste. Kontakt zur Erde ist daher beim Komposthaufen wichtig. (Foto: oxbeast1210/getty images)

Kompost ist das Gold des Gartens

"Kompost ist das Gold des Gartens – nur günstiger", sagt die Expertin. "Wer Gartenabfälle sinnvoll einsetzt, bekommt wertvollen Humus und spart Kosten für Dünger und andere Bodenzusätze." Schließlich ist Kompost der älteste und natürlichste Bodenverbesserer und ein reines Naturprodukt. "Der Nährstoffkreislauf von Pflanze und Boden wird durch das Kompostieren organischer Reste geschlossen – wie im natürlichen Kreislauf auch."

Kompost fördert die Bodenfruchtbarkeit, deckt den meisten Bedarf der Erde und Pflanzen an Nährstoffen und dient der Pflanzengesundheit. Er vitalisiert und lockert den Boden und erleichtert die Arbeit.

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