Barbarazweige schneiden: So blühen sie an Weihnachten

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 25.11.2022

Barbarazweige Anfang Dezember schneiden - und an Weihnachten über die Blüten freuen
Foto: Shutterstock / tomertu

Blühende Barbarazweige sind ein beliebter Brauch für die Weihnachtszeit. Wer sie Anfang Dezember schneidet und ins Wasser stellt, wird pünktlich zum Weihnachtsfest ein blühendes Wunder erleben. Hier vier Tipps, damit es mit der blühenden Weihnachtsdekoration auch sicher klappt.

Blühende Zweige mitten im kalten Winter? Mit den traditionellen Barbarazweigen lässt sich das ganz einfach – und naturgerecht – realisieren. Nach einem alten Brauch werden die Barbarazweige am 4. Dezember, dem Namenstag der Heiligen Barbara, geschnitten. Und mit ein paar Tricks blühen die Zweige dann an Weihnachten und sollen für Glück im neuen Jahr sorgen.

Was hat es mit dem Brauch der Barbarazweige auf sich?

"Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da" – so besagt es eine alte Bauernregel. Ihre Tradition geht auf die heilige Barbara zurück, die 300 n. Chr. als Tochter eines Kaufmanns in Nikomedia (heutiges Izmet in der Türkei) lebte. Sie wurde wegen ihres christlichen Glaubens von ihrem Vater verstoßen, ins Gefängnis gesperrt und zum Tode verurteilt. Auf dem Weg in den Kerker sollen sich Zweige in ihrem Kleid verfangen haben. Die Zweige soll Barbara mit Wasser aus ihrer Trinkschale versorgt haben. Wie durch ein Wunder sollen sich die Blüten dann genau am Tag ihrer Hinrichtung geöffnet haben. Ihr Vater wurde, so die Legende, später vom Blitz erschlagen.

Zu Ehren der Märtyrerin stehen auch heute noch am 4. Dezember Zweige in einigen Wohnung – in der Hoffnung, dass sie an Weihnachten blühen und Glück fürs kommende Jahr bringen.

Barbarazweige schneiden: so geht‘s

Wenn Sie am Barbaratag (4. Dezember) im Garten oder auf der Obstwiese Zweige von Sträuchern oder Obstbäumen schneiden und ins Wasser stellen, gehen passend zum Weihnachtsfest die Knospen auf und Sie haben eine wunderschöne, nach Frühling duftende Blütendekoration.

Es muss natürlich nicht unbedingt der 4. Dezember sein. An einem hellen, nicht allzu warmen Ort dauert es ungefähr drei Wochen, bis die ersten Blüten aufgehen.

Schneiden Sie die Zweige mit einem scharfen Messer ab und stellen Sie sie in eine Vase mit lauwarmem Wasser. Die ersten Tage sollten die Barbarazweige an einem kühlen Ort stehen. Wenn die Knospen dann dick und dicker werden, dürfen Sie die Zweige in einen wärmeren Raum stellen. Dort werden sich bald die Knospen öffnen. Alle zwei bis drei Tage ist es Zeit für einen Wasserwechsel.

Barbarazweige schneiden – 4 Tipps

Barbarazweige schneidet man traditionell am 4. Dezember, dem Gedenktag der Heiligen Barbara.
Barbarazweige schneidet man traditionell am 4. Dezember, dem Gedenktag der Heiligen Barbara. (Foto: Shutterstock / 8H)

# Tipp 1: Wählen Sie einen Zweig mit möglichst vielen Knospen.

# Tipp 2: Schneiden Sie die Zweige schräg an. Durch die größere Schnittfläche kann der Zweig mehr Wasser aufnehmen.

#Tipp 3: Damit die Knospen aufgehen, benötigen sie einen intensiven Kältereiz. Wenn es bis Anfang Dezember noch keinen Frost gab, hilft ein kleiner Trick: Sie können die Zweige eine Nacht in die Gefriertruhe legen.

# Tipp 4: Stellen Sie die Barbarazweige nicht in die Nähe der Heizung oder des Kaminofens. Hier vertrocknen die empfindlichen Blüten schnell.

Welche Zweige eignen sich als Barbarazweige?

Traditionell werden Kirschzweige als Barbarazweige verwendet. Aber Sie können auch Zweige von anderen Obstbäumen und Sträuchern schneiden und in die Vase stellen:

  • Pfirsich
  • Pflaume
  • Apfel
  • Johannisbeere
  • Forsythie
  • Zaubernuss
  • Schlehe
  • Kornelkirsche

Barbarazweige und Naturschutz

"Aus Sicht des Naturschutzes ist gegen diesen Brauch im Übrigen nichts einzuwenden, denn Obstbäume und Sträucher werden ja ohnehin meist geschnitten", erklärt der NABU Baden-Württemberg. Schneiden Sie aber bei einem Gehölz nur wenige Zweige ab, damit den Insekten im Frühling genug Nahrung bleibt.

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