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6 Tipps: So schonen Sie die Umwelt mit nachhaltigerer Outdoor-Bekleidung

Magazin April 2020: Mineralöl im Müsli-Riegel | Autor: Heike Beier | Kategorie: Freizeit und Technik | 16.04.2020

Nachhaltigere Outdoorbekleidung kaufen
Foto: trek6500/Shutterstock

Es ist ein Dilemma: Wir lieben die Natur – doch wenn wir rausgehen, schaden wir ihr oft. Denn unsere Outdoor-Bekleidung steckt häufig voller Chemie. Beim Kauf von Jacken, Hosen und Unterwäsche für die nächste Outdoor-Tour können Sie konkret darauf achten, die Umwelt weniger zu belasten.

Es gibt kein falsches Wetter, es gibt nur falsche Kleidung – sagt man doch. Und es ist ja wahr: Nass werden, das war gestern. Heute scheint die Kleidung für draußen Dinge zu können, die an Magie grenzen. Es gibt Jacken oder Schuhe, die unsere Haut selbst bei stundenlangem Regen vor Nässe bewahren. Wir können uns noch so schweißtreibend bewegen – und bleiben dabei immer trocken. Outdoor-Kleidung schützt, kühlt oder wärmt uns, ganz wie wir wollen.

Doch: Die High-Tech-Funktionen gibt es nicht zum Nulltarif. Sie belasten unsere Umwelt teils erheblich. Je mehr ein Kleidungstück kann, desto härter ist häufig die Chemie, die darin steckt. Wir haben Tipps für nachhaltige Outdoorkleidung gesammelt. 

Outdoorbekleidung kaufen: Darauf sollten Sie achten 

1. Weniger ist mehr: Überlegen Sie vor dem Einkauf genau, für welchen Zweck Sie das neue Bekleidungsstück benötigen. Für die Wanderung im Mittelgebirge braucht es keine Regenjacke mit Wassersäule von 30.000 Millimeter. Denn gerade bei Outdoor-Mode gilt: Je mehr High Tech, desto größer ist in der Regel auch die Portion Chemie im und auf dem Stoff. Weniger ist hier also mehr. Das schont übrigens nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.

2. Auf PFC-Freiheit achten: Achten Sie beim Einkauf von wasserfesten- und wasserabweisenden Produkten darauf, dass deren Beschichtungen ohne per- und polyfluorierte Carbone (PFC) auskommen. Einige Hersteller wie Vaude, Jack Wolfskin oder Rotauf sind inzwischen komplett auf PFC-freie Beschichtungen umgestiegen. Leider sind die Angaben dazu freiwillig. Orientieren Sie sich über die Homepage der Firma, wo diese beim PFC-Verzicht gerade steht, oder achten Sie am Produktanhänger auf Kleingedrucktes wie "Fluorocarbon Free DWR".

3. Recycling spart Ressourcen: Wenn es Synthetik-Kleidung sein soll, dann wenigstens aus Recyclingfasern. Aus Plastikflaschen recyceltes Polyester benötigt im Vergleich zu Fasern aus Rohöl 50 Prozent weniger Energie und hat einen um 50 Prozent geringeren CO₂-Ausstoß.

Natur und Nachhaltigkeit: Wir geben Tipps, worauf Sie beim Kaufen von Outdoor-Kleidung achten können, um die Umwelt etwas zu schonen.
Natur und Nachhaltigkeit: Wir geben Tipps, worauf Sie beim Kaufen von Outdoor-Kleidung achten können, um die Umwelt etwas zu schonen. (Foto: yanik88/Shutterstock )

Outdoor-Kleidung reparieren statt wegwerfen 

4. Mikroplastik minimieren: Pullover und Jacken aus Fleecestoffen verlieren aufgrund ihres losen Faserverbundes bei der Wäsche besonders viele Mikroplastik-Teilchen. Greifen Sie entweder auf Modelle aus biologisch abbaubaren Naturfasern zurück oder bei Polyester-Fleece auf solche mit einer speziellen Gewebekonstruktion, die weniger Faserbruchstücke abgibt. Bei älteren Fleece-Pullovern können Sie mit speziellen Waschbeuteln (z. B. "Guppyfriend") dafür sorgen, dass das Kleidungsstück geschont wird und so bei der Wäsche insgesamt weniger Abrieb entsteht.

5. Richtig pflegen ist wichtiger für den ökologischen Fußabdruck als gemeinhin angenommen. Sparen Sie sich den Trockner – denn dort ist der Abrieb an Mikroplastik noch größer als beim Waschen. Grundsätzlich gilt: Je seltener und je kälter Sie waschen, desto besser. Häufig genügt es, die Kleidung einfach zu lüften. Das schont auch ihre Funktion: Regenkleidung etwa verliert mit jedem Waschgang einen Teil ihrer Imprägnierung. PFCfreie Beschichtungen müssen etwas häufiger erneuert werden, etwa nach jeder dritten bis fünften Wäsche. Bei Firmen wie Fjällräven und Vaude finden Sie auf der Homepage Anleitungen, wie Sie selbst nachimprägnieren.

6. Lieben, reparieren, weitergeben: Wichtiger als alles andere: Nutzen Sie Ihre Outdoor-Klamotten, so lange es geht! Denn das ökologischste Kleidungsstück ist immer noch das, das nicht neu produziert werden muss. Eine hochwertige Membranjacke zum Beispiel kann gut und gerne 15 Jahre halten. Reparieren Sie kleinere Defekte selbst (Anleitungen und Ersatzteile bietet etwa Vaude auf iFixit. com) oder über den Repair-Service vieler Hersteller. Und falls die Jacke einfach nicht mehr gefällt: Besser auf dem Flohmarkt, bei Ebay oder Kleiderkreisel.de verkaufen als in die Altkleidersammlung geben.  

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