5 Gründe, die gegen den Böller-Wahnsinn an Silvester sprechen

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 22.12.2022

5 Gründe, die gegen den Böller-Wahnsinn an Silvester sprechen
Foto: Shutterstock / Pixel to the People

Nach zwei Jahren (fast) ohne Feuerwerk wird der Jahreswechsel 2022/2023 sicher wieder lauter und bunter. Mit vielen Schattenseiten: Der Feinstaub durch das Feuerwerk ist nur ein Grund, der gegen die Silvester-Böllerei spricht.

Auch wenn mehr und Städte böllerfreie Zonen einrichten und einige Supermärkte und Baumärkte Raketen & Co. nicht ins Sortiment nehmen, freuen sich viele Menschen schon wieder auf die große Böllerei an Silvester, die wegen der Pandemie in den vergangenen beiden Jahren vielerorts ausfiel.

5 Gründe gegen das Silvester-Feuerwerk

Klimaschutz, Tierschutz, Sicherheit – es gibt viele Gründe, warum die Knallerei keine gute Idee ist.

#1: Böller sind eine Gefahr für unsere Gesundheit

Rund 2.050 Tonnen Feinstaub werden nach Angaben des Umweltbundesamts jährlich durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern freigesetzt - der größte Teil davon in der Silvesternacht. Diese Menge entspricht in etwa einem Prozent der gesamt freigesetzten Feinstaubmenge in Deutschland.

Das Einatmen von Feinstaub gefährde die Gesundheit und beeinträchtige beispielsweise die Atemwege, warnt das Umwelt Bundesamt. "Es gibt keine Unbedenklichkeitsgrenze, darum muss jede Maßnahme ergriffen werden, um die Belastung zu senken", so die Deutsche Umwelthilfe (DUH).

#2: Böller bedeuten Stress für Tiere

Haus- und Wildtiere werden durch den Lärm in der Silvesternacht in Panik versetzt und verlieren die Orientierung. "Vor allem Vögel reagieren stark auf Böller und Raketen an Silvester", sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. "Sie fliehen in große Höhen, landen für lange Zeit nicht und kehren nur zögerlich zu ihren Rast- und Schlafplätzen zurück." Wasservögel reagieren noch in vier bis sieben Kilometern Entfernung auf Feuerwerk mit Flucht. Wenn Vögel in Schwärmen in großer Panik flüchten, können sie gegen Glasscheiben oder Stromleitungen prallen. Aber auch andere Wildtiere wie Füchse, Biber und Fledermäuse werden durch den starken Lärm gestresst.

"Wer Haustiere hat, wird es kennen: Der Familienhund versteckt sich unter dem Sofa, wenn die stundenlange Knallerei losgeht", so Miller. "Bei Wildtieren löst der heftige Lärm den Fluchtreflex aus." Dadurch verbrauchen sie viel Energie, die sie zum Überleben in der kalten Jahreszeit benötigen. "Das kann schnell lebensbedrohend werden", so Miller.

#3: Umweltbelastung durch Silvestermüll

Das neue Jahr beginnt mit gigantischen Müllmengen in Städten, Parks und Freiflächen. Nur wenige Menschen nehmen ihre Kartonagen, Reste der Feuerwerkskörper und leeren Flaschen nach der Party wieder mit. In den fünf größten deutschen Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main) haben kommunale Unternehmen zum Jahreswechsel 2017 rund 191 Tonnen Silvesterabfall entsorgt (Quelle: VKU). "Dabei handelt es sich aber nur um einen Bruchteil der mehreren zehntausend Tonnen Müll, der tatsächlich anfällt", gibt die Deutsche Umwelthilfe zu bedenken. "Ein großer Teil der Feuerwerküberreste landet auf Grünflächen, in Gewässern oder Waldgebieten, wo sie entweder gar nicht oder nur mühsam und unvollständig eingesammelt werden. "

#4: Gefahr durch falschen Umgang mit Silvesterraketen

Jedes Jahr gibt es in der Silvesternacht zahlreiche Verletzte und immer wieder sogar Tote. Die meisten Verletzungen sind Verbrennungen, Schäden des Innenohrs und Verstümmelungen. In den Jahren vor der coronabedingten Böller-Pause hat zudem die Zahl der Übergriffe auf Polizisten und Rettungskräfte zugenommen.

#5: Brot statt Böller

An Silvester wird viel Geld regelrecht verbrannt und in die Luft geschossen. Zum Jahreswechsel von 2021 auf 2022 wurde mit dem Verkauf von Feuerwerk für Silvester in Deutschland ein Umsatz in Höhe von rund 21 Millionen Euro erzielt (Quelle: Statista). 

Wie wäre es, das Geld dieses Jahr nicht in Feuerwerk zu investieren, sondern eine gemeinnützige Organisation zu unterstützen?

Mit Material der dpa.

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