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Weihnachtsessen: 4 Tipps, um an Weihnachten keine Lebensmittel zu verschwenden

Autor: Brigitte Rohm & Lena Pritzl | Kategorie: Essen und Trinken | 22.12.2020

Das Weihnachtsessen soll etwas besonderes sein – Lebensmittel müssen Sie trotzdem nicht verschwenden.
Foto: CC0 Public Domain / Pexels - picjumbo.com

An den Weihnachtsfeiertagen lassen wir es uns gutgehen – vor allem kulinarisch. Gerade deshalb sollten wir aber versuchen, beim Weihnachtsmenü keine Lebensmittel zu verschwenden. Mit diesen Tipps gelingt der Vorsatz.

Ob Gänsebraten, Karpfen oder ein vegetarisches Festessen: Zu Weihnachten kommen in den meisten Familien ganz besondere Gerichte auf den Tisch. Und meist kaufen wir nicht nur andere Dinge ein, sondern bereiten sie auch für mehr Personen zu als gewöhnlich. Dabei keine Lebensmittel zu verschwenden, ist gar nicht so einfach.

Genussvolles Weihnachtsessen ohne Lebensmittelverschwendung

Wenn Sie vermeiden wollen, dass ein Teil des guten Essens nach den Weihnachtsfeiertagen im Abfall landet, sollten Sie daher folgende vier Tipps beherzigen.

1. Genau planen und absprechen

Ein Weihnachtsmenü ist selten improvisiert, sondern erfordert genaue Planung. Dabei sollten Sie zwar durchaus einkalkulieren, dass Ihre Gäste einen Nachschlag möchten. Aber überlegen Sie sich gut, welche Mengen Sie für die erwartete Anzahl an Personen tatsächlich brauchen – und auch, was Sie an den anderen Feiertagen kochen möchten.

Dabei kann es sehr hilfreich sein, sich schon vorher mit allen Familienmitgliedern abzusprechen. Einer isst meist nur wenige Beilagen, jemand anderes wünscht sich besonders viel von der leckeren Soße: Wenn Sie die individuellen Wünsche kennen und berücksichtigen, können Sie gezielter einkaufen – und es bleiben mit Sicherheit weniger Reste übrig.  

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2. Vorausschauend einkaufen

Eine gute Taktik für den Einkauf ist, ihn auf zwei Tage zu verteilen. Zunächst besorgen Sie schon einige Zeit vor dem Fest die Zutaten, die Sie gut lagern können. Am Abend des 23. oder am Morgen des 24. Dezember (Ladenöffnungszeiten beachten!) kaufen Sie Frisches wie Obst, Gemüse und Salat ein und eventuell auch die Dinge, die Sie beim ersten Einkauf nicht bekommen haben. Auf diese Weise halten die verderblichen Zutaten garantiert bis zu ihrem Einsatz in der Küche – denn welken Feldsalat am Heiligabend mag natürlich niemand so gerne.

Tipp: Wenn es für Sie möglich ist, planen Sie Ihren Einkauf außerhalb des Feierabends. Während der Corona-Pandemie sollten wir Menschenansammlungen im Supermarkt besser vermeiden. Lesen Sie dazu auch: Coronavirus: Tipps, worauf Sie beim Einkaufen achten sollten

Im Übrigen empfiehlt es sich, nicht zur Großpackung beim Discounter zu greifen. Wenn Sie lose Ware kaufen, können Sie sich mit genau der richtigen Menge an Lebensmitteln versorgen und verursachen außerdem weniger Verpackungsmüll – Gleiches gilt für die Frischetheke.

3. Beim Essen über den Tellerrand schauen

Wenn Sie Lebensmittelverschwendung an den Festtagen minimieren wollen, lohnt es sich auch, mit einigen Gewohnheiten zu brechen. Warum müssen wir eigentlich traditionell so übermäßig viel essen? Wenn Sie kleinere Portionen servieren und Gerichte kochen, die weniger mächtig sind als Braten und Co., haben Sie ebenfalls satte und zufriedene Gäste – aber wahrscheinlich weniger Reste auf den Tellern.

Beim Weihnachtsessen sollte man genießen, aber keine Lebensmittel verschwenden.
Beim Weihnachtsessen sollte man genießen, aber keine Lebensmittel verschwenden. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash - grace wang)

4. Reste richtig verwerten

Trotz all der Bemühungen bleibt doch noch etwas vom Festessen übrig? Das ist erst einmal nicht weiter schlimm. Nun kommt es darauf an, was Sie aus den Resten machen. Die eine Möglichkeit ist, sie aufzubewahren und bald zu verzehren. Fleisch und Fisch sollten Sie möglichst rasch einfrieren und keinesfalls längere Zeit bei Zimmertemperatur stehen lassen. Andere Reste lagern Sie am Besten in separaten Behältnissen im Kühlschrank – beachten Sie dabei die verschiedenen Temperaturzonen.

Lesen Sie auch: Kühlschrank-Temperatur: Richtig regeln für Essen, Geldbeutel & Klima

Eine weitere, kreativere Option: Verwerten Sie das Essen in neuen Gerichten. Perfekt eignen sich dafür zum Beispiel Aufläufe aller Art – auch übrig gebliebener Raclette-Käse lässt sich dann noch zum Überbacken verwenden. Kalter Braten macht sich gut in Sandwiches und Salaten oder kann bei Geschnetzeltem und Frikassees einen Teil des Fleisches ersetzen. Am leichtesten haben Sie es mit Gemüseresten: Sie lassen sich problemlos für Ofengemüse oder Reispfannen nutzen.

Auch altes Brot lässt sich lecker verwerten statt wegwerfen oder Sie frieren Brot ein.

Lebensmittelverschwendung: ein ganzjähriges Problem

Natürlich sollten wir uns nicht nur an den Feiertagen bemühen, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Denn Privathaushalte tragen einen großen Teil der Verantwortung. Eine Studie im Auftrag des Bundesernährungsministeriums kam letztes Jahr zu ernüchternden Ergebnissen: Jeder Verbraucher in Deutschland wirft pro Jahr durchschnittlich 75 Kilogramm Lebensmittel weg. Dabei wäre fast die Hälfte dieser Abfälle vermeidbar.

Mehr Tipps, wie Sie gegen dieses Problem aktiv werden können, finden Sie in unserem Beitrag: So retten Sie Lebensmittel vor der Tonne.

Wichtig: Falls Sie Essenreste doch wegwerfen müssen, gehören diese in die Bio-Tonne und nicht in den Restmüll. Im Bio-Müll oder dem Kompost können die wertvollen Inhaltsstoffe kompostiert werden. Allerdings ist das Entsorgen nicht deutschlandweit geregelt, es kann regionale Unterschiede geben, was in die Bio-Tonne gehört. Im Zweifel werfen Sie also besser einen Blick auf die Listen der kommunalen Entsorger und vergewissern sich, ob die zubereiteten Essensreste wirklich in die Bio-Tonne sollen.

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