WWF: Nur 12 Fische dürfen noch auf den Teller!

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Essen und Trinken | 28.11.2022

WWF: Nur 12 Fische dürfen noch auf den Teller!
Foto: Shutterstock / Chatham172

93 Prozent der weltweiten Fischvorkommen sind überfischt oder bis an die Grenzen befischt. Welche Fische noch guten Gewissens gegessen werden dürfen und welche nicht mehr auf den Teller sollten, sagt die aktuelle Liste "Guter Fisch", die die Verbraucherzentrale Berlin zusammen mit dem WWF, der Deutschen Umwelthilfe und dem Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung erstellt hat.

  • Guter Fisch ist selten geworden. Die Liste "Guter Fisch" zeigt, welchen Fisch Sie noch mit gutem Gewissen essen dürfen.
  • Achten Sie beim Einkauf nicht nur auf die Fischart, sondern auch auf das Fangebiet und die Fangmethode.
  • Wer seinen Fisch an der Fischtheke kauft, kann den Verkäufer immer nach Herkunft und Fangmethode fragen.

Wer die Meere schützen will, sollte darauf achten, welchen Fisch er isst. Das sind nicht mehr viele: Gerade mal zwölf Fische und vier weitere bedingt empfehlenswerte Fische stehen auf der aktuellen Liste "Guter Fisch". Sie wurde von der Verbraucherzentrale Berlin in Zusammenarbeit mit Verbänden, wie etwa dem WWF, der Deutschen Umwelthilfe oder dem Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung nach aktuellen Umweltdaten, Bestandsgrößen und Fangmethoden zusammengestellt.

Und welcher Fisch darf danach noch auf den Tisch?

  • Flundern aus der westlichen Ostsee und dem Nordostatlantik (nördlich von Island), gefangen mit Reusen oder Fallen
  • Riga Hering aus der Ostsee, dem Golf von Riga und dem Nordostatlantik, gefangen mit Fallen und Schleppnetzen, die nur oberhalb des Meeresbodens ohne Bodenberührung fangen (pelagische Schleppnetze)
  • Nördlicher Irland Hering aus dem nördlichen Bestand der Irischen See und dem Nordostatlantik, gefangen mit pelagischen Schleppnetzen
  • Kliesche aus der Ostsee und dem Nordostatlantik, gefangen mit Reusen und Fallen
  • Keta Lachs aus Alaska und dem Nordostatlantik, gefangen mit Umschlingungsnetzen und Schleppangeln
  • Rotlachs aus Alaska und dem Nordostatlantik, gefangen mit Kiemennetzen ohne Bodenberührung
  • Miesmuscheln aus dem Nordostatlantik, durch Absammeln von natürlichem Aufwuchs auf speziell ausgebrachten Leinen
  • Schollen aus dem Nordostatlantik und der Ostsee, gefangen mit Reusen oder Fallen
  • Barentsee Seelachs, gefangen mit Umschließungs- und Ringwadennetzen
  • Stöcker aus Iberischen Gewässer, gefangen mit Umschließungs- und Ringwadennetzen
  • Bonito Thunfisch aus dem östlichen und westlichen Indischen Ozean, gefangen durch Angelfischerei
  • Weißer Thun (Langflossen Thun) aus dem Nordatlantik und dem mittleren West- und Ostatlantik

Als bedingt empfehlenswert gelten:

  • Bottnischer Hering, aus der Ostsee, dem Nordostatlantik und dem nördlichen Ausläufer der Ostsee zwischen Schweden und Finnland (Bottnischer Meerbusen), gefangen mit pelagischen Schleppnetzen
  • Nordsee Hering aus der Nordsee und dem Nordostatlantik, gefangen mit Umschließungs- und Ringwadennetzen
  • Makrele aus dem Nordostatlantik, gefangen mit pelagischen Schleppnetzen sowie Umschließungs- und Ringwadennetzen
  • Ostsee Sprotte aus dem Nordostatlantik und der Ostsee, gefangen mit pelagischen Schleppnetzen

Es gibt eine Vielzahl an Fisch-Ratgebern

In Deutschland ist eine Reihe von Ratgebern zum Thema Fisch erhältlich. Abhängig von den verwendeten Kriterien enthalten sie unterschiedliche Bewertungen und Empfehlungen. Eine übersichtliche Hilfe bietet zum Beispiel auch der WWF-Einkaufsratgeber Fisch und Meeresfrüchte.

(Foto: Fotos: WWF; C0 Public Domain / Pixabay - Laborratte)

Gute Übersicht im WWF-Fischratgeber

Zu jedem Fisch erhalten Sie im aktualisierten Einkaufsratgeber des WWF genaue Infos zur Bestandssituation, den ökologischen Effekten, die der Fang mit sich bringt und zur Zertifizierung. Auf einen Blick sehen Sie, welche Fanggebiete empfehlenswert (Grün), okay (Gelb) oder nicht tragbar (Rot) sind.

Den Fischratgeber gibt es zum Bestellen, als App für Android und iPhone / iPad, als Onlineversion und als Übersicht zum Ausdrucken (PDF).

Fischratgeber von der Verbraucherzentrale

Auch von der Verbraucherzentrale gibt es einen Fischratgeber - und zwar als Booklet im Hosentaschenformat. Die Online-Version ist kostenlos, bei der gedruckten Version fallen 2 Euro Versand- und Bearbeitungskosten an.

Mit Material der dpa.

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