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Rhabarber: Kauftipps und wie gesund das Frühlingsgemüse ist

Autor: Lena Pritzl | Kategorie: Essen und Trinken | 14.04.2021

Rhabarber schmeckt leicht säuerlich, steckt voller gesunder Inhaltsstoffe und sollte möglichst frisch zubereitet werden.
Foto: Shutterstock / Natalia Bulatova

Ab April gibt es frischen Rhabarber – und damit leckeren Rhabarberkuchen, -kompott und -konfitüre. Wir geben wertvolle Tipps zum Kaufen und Kochen und zeigen, wie gesund Rhabarber tatsächlich ist.

  • Rhabarber ist zwar ein Gemüse – die roten Stangen werden aber wie Obst zu Kompott und Marmelade verarbeitet oder auf den Kuchen gelegt.
  • Das Frühlingsgemüse steckt voller gesunder Inhaltsstoffe, enthält aber auch Oxalsäure, weshalb Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen auf den Genuss verzichten sollten.
  • Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass der Rhabarber möglichst frisch ist. Das erkennen Sie an drei Merkmalen.

Kuchen, Marmelade, Kompott: Rhabarber können Sie zu vielen leckeren Gerichten verarbeiten – oder auch als Saft und Schorle trinken. Doch wie gesund ist Rhabarber eigentlich? Wann hat er Saison und worauf sollten Sie beim Kauf achten? Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie zusammengefasst.

Wann hat Rhabarber Saison?

Die krautige Rhabarberpflanze mit ihren roten Stängeln gehört zu den Knöterichgewächsen (ebenso wie Buchweizen und Sauerampfer) und ist eine recht anspruchslose Pflanze. Am besten wächst sie auf humusreichen, feuchten Böden.

Sobald die Stiele rot gefärbt sind, kann der Rhabarber geerntet werden. Das beliebte Frühlingsgemüse hat bei uns etwa von April bis Ende Juni Saison. Rhabarber wird in ganz Deutschland angebaut und ist zur Saison frisch auf Wochenmärkten, in Bio-Märkten und im Supermarkt erhältlich. Am besten greifen Sie im Frühjahr zu regionaler Bio-Ware, weil diese in aller Regel die beste Umweltbilanz aufweist.

Wasser, Mineralstoffe und Vitamine: So gesund ist Rhabarber

Die geernteten Rhabarberstangen bestehen zu über 90 Prozent aus Wasser – punkten aber auch mit anderen gesunden Inhaltsstoffen: Rhabarber besitzt viel Kalium, außerdem Calcium, Vitamin C und wertvolle Ballaststoffe.

Aufgrund des vielen Wassers hat das Gemüse nur wenig Kalorien und den roten Stangen wird sogar eine entschlackende und blutreinigende Wirkung nachgesagt. In China wird Rhabarber seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin eingesetzt.

Rhabarber schmeckt besonders gut im Kuchen, punktet aber auch als Saft, Schorle, Kompott oder Marmelade.
Rhabarber schmeckt besonders gut im Kuchen, punktet aber auch als Saft, Schorle, Kompott oder Marmelade. (Foto: Shutterstock / FotoHelin)

Doch Vorsicht: Rhabarber enthält auch Oxalsäure. Diese behindert die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Eisen im menschlichen Körper. Menschen mit Nierenerkrankungen oder Gallenerkrankungen sollten deshalb besser auf oxalsäurehaltige Lebensmittel wie Rhabarber, Rote Bete und Spinat verzichten.

Sie sollten Rhabarber deshalb nicht roh essen, sondern (ein-)kochen. Das Schälen, Blanchieren oder Kochen verringert die Oxalsäure im Rhabarber, und solange das Gemüse nicht übermäßig viel verzehrt wird, besteht laut Verbraucherzentrale Bayern auch keine Vergiftungsgefahr. Am meisten Oxalsäure steckt übrigens in den Rhabarberblättern und nicht in den Stängeln.

Rhabarber schmeckt leicht säuerlich – je roter die Stängel, desto süßer das Gemüse. Durch das Kochen verliert der Rhabarber aber an Säure und schmeckt so milder.

Rhabarber kochen – geschält oder ungeschält?

Obwohl Rhabarber ein Gemüse ist, bereiten ihn die meisten Menschen wie Obst zu und machen daraus Kuchen, Kompott oder Konfitüre. Sie müssen Rhabarber übrigens nicht zwingend schälen: Jungen frischen Rhabarber mit harten, glänzenden Stielen können Sie auch ungeschält kochen.

Je nach Gericht, das Sie aus Rhabarber zubereiten möchten, ändert sich die Kochzeit. Für Rhabarberkuchen müssen Sie die Stiele nur kurz kochen: Schneiden Sie die Rhabarberstangen dazu in etwa zentimeterbreite Stücke und bringen Sie sie in einem Topf mit Wasser zum Kochen. Lassen Sie die Rhabarberstücke etwa fünf Minuten kochen und rühren Sie sie regelmäßig um. Ist der Rhabarber noch bissfest, ist er fertig gekocht.

Zum Kochen schneiden Sie den Rhabarber am einfachsten in kleine Stücke.
Zum Kochen schneiden Sie den Rhabarber am einfachsten in kleine Stücke. (Foto: Shutterstock / Diana Taliun)

Für Kompott müssen Sie den Rhabarber länger einkochen:

  1. Schneiden Sie die Stangen ebenfalls in zentimetergroße Stücke, bestreuen Sie sie mit Zucker und lassen Sie sie abgedeckt einige Minuten stehen. Verwenden Sie beim Bestreuen nicht mehr als einen Esslöffel Zucker pro Rhabarberstange.
  2. Erhitzen Sie die Stücke in einem Topf und lassen Sie sie rund 15 Minuten köcheln.
  3. Ist der Rhabarber weich und zerfallen, ist er fertig.

Besonders gut schmeckt das noch warme Rhabarberkompott mit einer Kugel Eis. Erdbeeren und Rhabarber ergänzen sich optimal: Die süßen Beeren mildern den säuerlichen Rhabarbergeschmack – der Rhabarber wiederum verleiht eine angenehme Frische.

Rhabarber kaufen: So erkennen Sie frische Rhabarberstangen

  • Frischen Rhabarber erkennen Sie an festen, glänzenden Stangen. Die Schnittstellen sind idealerweise noch feucht.
  • Rhabarber verliert nach der Ernte schnell an Wasser und trocknet aus. Verarbeiten Sie ihn deshalb so frisch wie möglich.
  • Im Kühlschrank hält sich frischer Rhabarber einige Tage, gerne auch in einem feuchten Tuch.
  • Greifen Sie bevorzugt zu regionalem Rhabarber aus Bio-Anbau, den Sie am einfachsten auf Wochenmärkten und im Bio-Markt finden.

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