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Ratgeber: Ökologische, faire und nachhaltige Produkte

Warum Bio im Discounter so billig ist

ÖKO-TEST Kompakt Discounter | Kategorie: Essen und Trinken | 01.07.2011

Ratgeber: Ökologische, faire und nachhaltige Produkte

Milch und Eier, Möhren und Kartoffeln, Müsli und Nudeln - seit einigen Jahren gibt es die in Discountern auch in Bio-Qualität. Die Nachfrage ist da, und deshalb haben sich die Discounter in kürzester Zeit zu einer wichtigen Vertriebsschiene für die ökologisch angebauten Lebensmittel entwickelt. Für die etablierten Naturkostläden und Bio-Supermärkte hat das viele Nachteile. Aber auch einige Vorteile.

Das Vertrauen ist nicht groß. Gerade einmal neun Prozent der Verbraucher gehen davon aus, dass Bio-Lebensmittel aus dem Discounter die strengen Kriterien des ökologischen Landbaus völlig erfüllen. Das ergab die Ökobarometer-Umfrage 2010 des Bundesernährungsministeriums. Bio-Läden, -Bäckern und -Metzgern dagegen schlägt nicht so große Skepsis entgegen, ihre Vertrauensquoten liegen zwischen 47 und 55 Prozent. Gleichzeitig stellten die Meinungsforscher aber fest, dass die Discounter zu den beliebtesten Einkaufsstätten für Bio-Lebensmittel gehören. 60 Prozent der befragten Bio-Käufer greifen auch bei Aldi, Lidl & Co. zu.

Warum sich die Bio-Ware aus dem Discounter trotz der verbreiteten Vorbehalte so gut verkauft, liegt auf der Hand. Der Preis macht's, insbesondere in Zeiten knapper Kassen. Bio bleibt auf dem Einkaufszettel, aber es muss günstig sein. Zum Erfolg trägt außerdem bei, dass sich die großen Discounter auf wenige, aber gefragte Bio-Artikel beschränken: Milch und Milchprodukte, Eier, Müsli, Nudeln, Kartoffeln sowie einige wichtige Obst- und Gemüsesorten. Dazu gibt es noch Öl, Honig, Kaffee und Tee und neuerdings auch etwas Wurst fürs Frühstücksbrötchen und ein wenig Frischfleisch. Das genügt vor allem den Kunden, die nur einige Grundnahrungsmittel in Bio-Qualität suchen. Sie können bequem konventionell und ökologisch erzeugte Produkte in einem Geschäft kaufen.

Erst spät auf Bio gesetzt

Die Gelegenheit dazu haben sie noch nicht lange. Beim Thema Bio waren die Discounter systembedingt Spätzünder. Denn nur was in Massen nachgefragt wird, schafft bei den Billiganbietern den Weg ins Regal. Die Bio-Premiere ging - unbeachtet von der Öffentlichkeit - Anfang Februar 1998 über die Bühne. Einige Aldi-Süd-Filialen in Unterfranken verkauften als Aktionsangebot Bio-Möhren der Marke Bergquell für 1,59 DM das Kilo. In den folgenden Jahren testeten verschiedene Discounter immer wieder Bio-Lebensmittel in Aktionen, vor allem Kartoffeln, Eier oder Käse. 2002 startete dann Plus mit seinem BioBio-Sortiment. Die Wettbewerber zogen erst 2006 mit eigenen Bio-Marken nach. Und rollten drei Jahre lang den Markt auf.

2010 entfielen vom geschätzten Umsatz mit Bio-Lebensmitteln von 5,9 Milliarden Euro etwa 30 Prozent auf die Discounter. Deren Bio-Anteil ist aber seit zwei Jahren leicht rückläufig. Das liegt daran, dass die überwiegend preissensiblen Kunden der Discounter ihre Bio-Einkäufe dort angesichts der Wirtschaftskrise 2009 deutlich zurückgefahren haben. Die Bio-Stammkunden, die bei den Vollsortimentern, vor allem aber im Naturkostfachhandel einkaufen, zeigten sich dagegen unbeeindruckt von der Krise. Als Reaktion auf die zurückgehende Nachfrage "haben vor allem Netto, Lidl und Penny ihr Öko-Angebot spürbar reduziert", schreibt Markus Rippin vom Marktforschungsunternehmen AgroMilagro. Vor allem Lidl habe sein Bio-Sortiment gegenüber dem Vorjahr deutlich gestutzt, berichtet die Lebensmittelzeitung. Der Anteil am Umsatz betrage nur noch zwei Prozent. Kau

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vom 01.07.2011
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Erschienen am 01.07.2011

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