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Ratgeber: Fasten

ÖKO-TEST Februar 2016
vom 29.01.2016

Ratgeber: Fasten

Essens-Pause

Fasten ist im Trend: Der zeitweilige Verzicht auf feste Nahrung hat für die meisten weniger religiöse Gründe, sondern ist eine Reaktion auf den permanenten Überfluss. Die Pause tut nicht nur dem Körper gut, sondern wirkt sich vor allem positiv auf das mentale Wohlbefinden aus.

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29.01.2016 | Es ist ein uraltes Thema, das seit einigen Jahren als Lifestyletrend zunehmend Anhänger gewinnt: das Fasten. Gehört es in allen Weltreligionen zum festen spirituellen Bestandteil, ist der "freiwillige, zeitlich begrenzte Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel", so die Definition der Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung (ÄGHE), in unserer Konsumgesellschaft eher eine Gegenbewegung zum allgegenwärtigen Überfluss. Gerade das bevorstehende Frühjahr nehmen viele Menschen zum Anlass, um den träge gewordenen Körper mit einer Fastenkur wieder auf Touren zu bringen.

Das ist kein Widerspruch: die Energiezufuhr vorübergehend zu drosseln, um neue Energie zu gewinnen. Im Gegenteil: "Der Körper kommt mit dem Fasten besser zurecht als mit regelmäßiger Nahrungszufuhr", sagt Professor Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel-Krankenhaus Berlin und Inhaber der Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Ein Erbe der Evolution, bedingt durch die jahreszeitlichen Schwankungen im Nahrungsangebot: "In der Menschheitsgeschichte ist das Fasten eher der Normalzustand als die Ausnahme; die ständige Verfügbarkeit von Nahrung ist relativ neu", so Michalsen. Wer eine Zeit lang auf Essen verzichtet, gönnt seinem Körper sozusagen eine wohlverdiente Pause vom anstrengenden Dauerstress der Nahrungsverarbeitung und Verdauung.

Zwar wird das Heilfasten in spezialisierten Kliniken als medizinische Therapie eingesetzt, etwa bei Rheuma, Bluthochdruck oder ernährungsbedingten Erkrankungen. Doch unabhängig davon kann jeder gesunde Mensch in Eigenregie fasten - entweder mit einem immer mal wieder zwischengeschalteten Fastentag, durch regelmäßiges Weglassen von Mahlzeiten oder eine etwas längere Fastenperiode. "Gesunde Menschen können problemlos eine Woche fasten, ohne dass es zu Mangelerscheinungen kommt", so Fastenexperte Michalsen. Am verbreitetsten sei in Deutschland die Fastenmethode nach Buchinger, auch Saftfasten genannt, bei der man neben frischen Obst-, Gemüse- oder Grassäften über den Tag verteilt auch Gemüsebrühe, Tee und Wasser zu sich nimmt. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Fastenarten - vom strengen Wasser- oder Teefasten über Suppen-, Schleim- bis hin zum Molkefasten.

"Entscheidend ist, die Energiezufuhr auf 500 Kalorien am Tag zu beschränken", sagt Professor Michalsen, "damit die durch das Fasten angestoßenen Prozesse im Körper in vollem Umfang ablaufen können." Da ist zum einen die Umstellung vom Zucker- auf den Fettstoffwechsel und zum anderen eine Regulierung von Hormonen, die etwa unser Hunger- und Sättigungsgefühl steuern. Ernährungsformen wie das Basenfasten sieht Michalsen daher nicht als Fasten im eigentlichen Sinn an, weil damit lediglich die Auswahl der Lebensmittel verändert, nicht aber unbedingt die Zahl der Kalorien reduziert wird. Umgekehrt rät der Fastenexperte gesunden Menschen vom reinen Wasser-


Ratgeber: Fasten
ÖKO-TEST Februar 2016 Seite 42
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4 Seiten
Seite 42 - 45 im ÖKO-TEST Februar 2016
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