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Ranzig und mit Schadstoff: Alnatura-Olivenöl enttäuscht im Test

Autor: Jörg Döbereiner | Kategorie: Essen und Trinken | 26.04.2019

Ranzig und mit Schadstoff: Alnatura-Olivenöl enttäuscht im Test
(Foto: ÖKO-TEST)

Ein Bio-Olivenöl von Alnatura fällt im Test komplett durch: Es schmeckt ranzig und enthält zudem einen fortpflanzungsgefährdenden Weichmacher. Auch acht weitere Olivenöle fallen durch.

Zu den schlechtesten Olivenölen in unserem Test zählt auch ein Bio-Öl von Alnatura. Insgesamt haben wir 20 Olivenöle der höchsten Güteklasse "nativ extra" getestet und können nur zwei empfehlen.

Alnatura Natives Olivenöl Extra durchgefallen

Das Alnatura Natives Olivenöl Extra gehört zu den Produkten im Olivenöl-Test, die besonders negativ auffallen. Unsere Hauptkritik: Im Sensorik-Test genügte das Öl nicht den Anforderungen an ein Olivenöl der Güteklasse "nativ extra": Es schmeckt und riecht fehlerhaft. Zudem kritisieren wir einen zu hohen Gehalt des fortpflanzungsgefährdenden Weichmachers Dibutylphthalat. 

Vom Alnatura Natives Olivenöl Extra raten wir deshalb mit "ungenügend" ab. Allein wegen der Mängel bei Geschmack und Geruch ist das Öl schon "mangelhaft". Für Dibutylphthalat ziehen wir noch eine weitere Note im Gesamturteil ab. Auch acht weitere Olivenöle fallen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch.

Den kompletten Test mit allen Detailergebnissen können Sie hier als e-Paper kaufen.

Sensorik-Experten: Öl schmeckt ranzig

Von uns beauftragte Sensorik-Experten stellen dem Alnatura-Öl ein schlechtes Zeugnis aus. Die Juroren eines anerkannten Olivenöl-Panels beurteilten Geruch und Geschmack mit "ranzig". Der sensorische Gesamteindruck des Alnatura-Öls lautet deshalb "fehlerhaft".

Die Güteklasse eines Olivenöls hängt von seinen sensorischen Eigenschaften ab. Ein Olivenöl, das so schmeckt wie das von Alnatura, dürfte sich laut den Geschmacksprofis eigentlich nur "nativ" nennen. Das Alnatura Natives Olivenöl Extra aber lobt die höchste Güteklasse "nativ extra" aus. Neben dem Alnatura-Öl dürften sich auch drei weitere Olivenöle wegen sensorischer Mängel eigentlich nur als "nativ" bezeichnen.

Jedes zweite Öl mit Mineralöl verunreinigt

Im Alnatura-Öl war zudem Dibutylphthalat nachweisbar. Die Europäische Union stuft den Weichmacher als fortpflanzungsgefährdend ein. In Lebensmitteln hat er nichts zu suchen. Auch in zwei weiteren Ölen wies ein beauftragtes Labor diesen Stoff nach. Er könnte während der Produktion aus Schläuchen oder Transportbändern in das Öl gelangt sein. Immerhin enthält das Alnatura-Öl keine Mineralölbestandteile, die wir in insgesamt 17 von 20 Ölen kritisieren.

Der Olivenöl-Test zeigt: Von 20 Olivenölen können wir nur zwei empfehlen. Neben Abstrichen in Geschmack und Geruch kritisieren wir vor allem Mineralöl. Jedes zweite Olivenöl ist besonders auffallend mit Mineralölrückständen verunreinigt.

Unser Tipp: Zum Braten sind günstige raffinierte Öle besser geeignet als Olivenöle der Klasse "nativ extra". Native Öle rauchen früher, zudem zerstört die Hitze ihr Aroma.

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