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Lachs kaufen: Welchen Lachs dürfen wir mit gutem Gewissen essen?

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Essen und Trinken | 12.04.2021

Zu Weihnachten und Silvester stehen auf vielen Esstischen Gerichte mit Lachs.
Foto: Shutterstock / Maria Uspenskaya & NatalyaBond

Lachs und Räucherlachs sind eine beliebte Delikatesse. Wer Lachs kaufen möchte, steht vor zwei Fragen: Welche Sorte soll es sein – Lachs aus Aquakultur, Wildlachs oder Seelachs? Und: Kann man Lachst überhaupt mit gutem Gewissen verzehren?

Überfischung und einige Fangmethoden lassen die weltweiten Bestände an Wildlachs schrumpfen. 90 Prozent des Lachses aus den Supermärkten stammen aus Aquakulturen. Konventionelle Aquakulturen sind auch keine gute Alternative: Die Lachse aus den Zuchtfarmen sind häufig mit Antibiotika und umstrittenen Konservierungsmitteln belastet oder von Lachsläusen befallen. Die Gewässer werden durch Fischkot, Bakterien oder Chemikalien belastet.

Räucherlachs im Test: Von 20 getesteten Produkten konnten nur drei überzeugen

2018 haben wir Räucherlachs getestet: konventionellen Räucherlachs, Bio-Räucherlachs und Wildlachs. In zahlreichen Produkten haben wir das bedenkliche Konservierungsmittel Ethoxyquin gefunden, das im Verdacht steht, Krebs zu verursachen.

Lachs kaufen: Tipps für den Einkauf

  • Kaufen Sie besser Wildlachs. Der ist zwar deutlich teurer als Lachs aus Aquakultur. Der WWF aber empfiehlt MSC-zertifizierten Wildlachs aus Alaska, denn "dort sind die Bestände sehr gut gemanagt".
  • Zuchtlachs sollte auf jeden Fall ASC- oder Bio-zertifiziert sein. Am besten ist Bio-Zuchtlachs mit Naturlandsiegel.
  • Chilenischer Zuchtlachs und Lachs, der mit Stellnetzen oder Langleinen gefangen wird, sind laut WWF tabu. 
  • Seelachs gehört – trotz seines Namens – nicht zu den Lachsfischen. Alaska-Seelachs wird häufig für Fischstäbchen verwendet. Wir haben 20 Fischstäbchenmarken im Labor testen lassen. Das Ergebnis: Sieben Fischstäbchenmarken im Test schneiden "sehr gut" ab. Sie sind frei von bedenklichen Inhaltsstoffen und die Produkte stehen für Fisch aus nachhaltiger Fischerei mit transparenten Lieferketten.
Lachs aus Aquakultur, Wildlachs oder Seelachs? Zwischen den Sorten gibt es gravierende Unterschiede.
Lachs aus Aquakultur, Wildlachs oder Seelachs? Zwischen den Sorten gibt es gravierende Unterschiede. (Foto: slowmotiongli / Shutterstock)

Macht es Sinn, Bio-Lachs zu kaufen?

Ja! Wer Bio-Lachs kauft, kann sich sicher sein, dass die Futtermittel nachhaltig produziert werden und nicht genverändert sind. Die Fische mit Bio-Siegel werden in der Regel nicht mit Antibiotika behandelt. 

In der konventionellen Fischzucht bekommen die Tiere häufig routinemäßig Antibiotika verabreicht, um sie vor Krankheiten zu schützen. Diese Antibiotika nehmen wir nachher beim Verzehr des Fisches zu uns.

Besser als Lachs: Karpfen

93 Prozent der weltweiten Fischvorkommen sind überfischt oder bis an die Grenzen befischt. Welche Fische noch guten Gewissens verspeist werden dürfen und welche nicht mehr auf den Teller sollten, erfahren Sie im Fischratgeber vom WWF oder der Verbraucherzentrale.

Wer einen wirklich nachhaltigen Fisch kaufen möchte, sollte Karpfen wählen. "Tatsächlich ist einheimischer Karpfen der einzig wirklich nachhaltige Fisch", so der WWF.

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