1. Home
  2. Ratgeber

Kartoffel-Vergiftung durch Solanin

Autor: Redaktion / Benita Wintermantel | Kategorie: Essen und Trinken | 16.09.2020

Kartoffel-Vergiftung durch Solanin

Wenn Kartoffeln sich grün verfärben oder große Keime entwickeln, können sie natürliche Giftstoffe bilden. Das sogenannte Solanin kann zu gefährlichen Vergiftungen führen. So erkennen Sie, wann eine Kartoffel giftig ist.

Kartoffeln können größere Mengen an giftigen Glykoalkaloiden wie etwa Solanin und Chaconin enthalten. Beide Giftstoffe sind eigentlich natürliche Inhaltsstoffe in der Kartoffel, sie reichern sich vor allem in grünen, keimenden und beschädigten Knollen sowie in Kartoffelschalen an.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät daher, diese Knollen nicht zu verzehren.

So erkennen Sie giftige Kartoffeln 

  • Kartoffeln mit vielen und großen Keimen sollten Sie nicht mehr essen, sondern wegwerfen. Hat die Kartoffel nur wenige und kleine Keime, besteht keine Gesundheitsgefahr. Diese können Sie großzügig herausschneiden und die Kartoffel wie gewohnt zubereiten.
  • Auch eine Grünverfärbung der Kartoffel ist ein Anzeichen für einen hohen Solanin-Gehalt.
  • Bei höheren Glykoalkaloid-Konzentrationen können Kartoffelgerichte bitter schmecken. Ein guter Hinweis, das Gericht lieber stehenzulassen!
    Große Triebe sind ein Zeichen dafür, dass die Kartoffel nicht mehr genießbar ist
    Große Triebe sind ein Zeichen dafür, dass die Kartoffel nicht mehr genießbar ist (Foto: Shutterstock / Marko Duca)

    Solanin: Anzeichen für eine Vergiftung durch Kartoffeln

    Nehmen Menschen zu viel Solanin und Chaconin zu sich, kann das zu folgenden Symptomen führen:

    • Bauchschmerzen
    • Durchfall
    • Erbrechen
    • Benommenheit
    • Atemnot
    • Krämpfe

    Kartoffelvergiftung durch Solanin vermeiden

    • Um das Risiko auf ein Minimum zu reduzieren, sollten Kartoffeln immer kühl, dunkel und trocken gelagert werden. 
    • Verwenden Sie das Kochwasser von Kartoffeln nicht weiter.
    • Wechseln Sie das Frittierfett von Kartoffelprodukten regelmäßig.
    • Insbesondere Kinder sollten keine ungeschälten Kartoffeln essen.
    • Da Frühkartoffeln besonders gefährdet sind, sollten diese nicht lange gelagert werden.

    Zum Weiterlesen: Hier finden Sie weitere Tipps zum Lagern von Kartoffeln.

    Solanin in Kartoffeln – Empfehlungen des BfR

    Die Empfehlungen des BfR sind nicht neu. Nachdem sich im November 2015 eine Familie durch den Verzehr von Pell- und Backkartoffeln vergiftet hatte, hat das Institut jedoch weitere Daten zu Glykoalkaloidgehalten in Kartoffeln gesammelt und bewertet. Nach der Auswertung der Daten hat das Bundesinstitut eine Absenkung auf maximal 100 Milligramm Solanin pro Kilogramm Speisekartoffeln empfohlen. Zuvor wurden Kartoffeln mit einem Glykoalkaloidgehalt von bis zu 200 mg/kg als unbedenklich eingestuft.

    Gefahr einer Kartoffelvergiftung ist gering

    Eine Untersuchung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aus dem Jahr 2005 ergab, dass 92 Prozent der Kartoffelproben weniger als 100 mg/kg Solanin und Chaconin enthielten. Dabei waren Frühsorten und Saisonware aus dem Herbst stärker belastet als Lagerkartoffeln aus der ersten Jahreshälfte.

    Weiterlesen auf oekotest.de: