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Kann man bittere Nüsse noch essen? Bitte nicht!

Autor: Lena Pritzl | Kategorie: Essen und Trinken | 17.12.2021

Wir erklären, weshalb Sie keine Nüsse essen sollten, die bitter schmecken.
Foto: Shutterstock / lasovaIana

Haselnüsse, Walnüsse und Erdnüsse essen wir zur Weihnachtszeit besonders gerne – oder verbacken sie zu leckeren Plätzchen und Weihnachtsgebäck. Doch wie erkennt man, ob die Nüsse noch gut sind und was ist mit bitteren Nüssen? Wir erklären, welche Nüsse Sie nicht mehr essen sollten.

Die Auswahl an Nüssen ist groß: Walnüsse, Haselnüsse, Erdnüsse, Macadamias, Cashews und auch Paranüsse sind gesunde und leckere Snacks. Sie liefern uns Proteine, wertvolle Fette sowie Mineralstoffe und Vitamine. Wegen des hohen Fettanteils und damit vielen Kalorien sollten Sie allerdings nur etwa eine Handvoll Nüsse am Tag essen.

Die gesunden Walnüsse beispielsweise punkten mit dem höchsten Gehalt an Alpha-Linolensäure, einer Omega-3-Fettäure. In unserem Walnuss-Test konnten aber längst nicht alle Produkte überzeugen: Einige Walnusskerne schmeckten nach Verpackung, in anderen wies das Labor Mineralöl und einen Weichmacher nach.

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Vorsicht vor bitteren Nüssen: Es drohen Schimmelpilzgifte

Generell sind Nüsse aber gesunde Snacks, die wir täglich essen sollten. Doch nicht immer sind Nüsse gesundheitlich unbedenklich: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hatte letzten Winter vor Schimmelpilzgiften in Nüssen gewarnt.

Sind Nüsse von Schimmelpilzen befallen, können sie die Schimmelpilzgifte Aflatoxin und Ochratoxin A bilden. Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) können sich bereits während der Ernte und beim Transport bilden, oft aber auch erst während der Lagerung.

Schimmelpilzgifte in Nüssen schwer zu erkennen

Schimmelpilze können bei Menschen zu Krankheiten führen, die Entstehung von Krebs begünstigen, Nieren und Leber schädigen, das Immunsystem beeinträchtigen oder Durchfall und Erbrechen verursachen, warnt das BVL. Im Gegensatz zu einigen anderen Schadstoffen werden Schimmelpilze nicht durch hohe Temperaturen beim Kochen, Braten oder Backen zerstört.

Schimmelpilzgifte auf Nüssen sind mit den Augen nicht zu erkennen, doch die Walnüsse könnten bitter schmecken.
Schimmelpilzgifte auf Nüssen sind mit den Augen nicht zu erkennen, doch die Walnüsse könnten bitter schmecken. (Foto: Shutterstock / ArturTona)

Und nicht nur das: Schimmelpilzgifte in Nüssen sind nicht mit dem bloßen Auge erkennbar. Sie können an betroffenen Nüssen laut Niedersächsischem Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auch nicht gerochen oder geschmeckt werden.

So beugen Sie Schimmel auf Nüssen vor 

Was also tun? Auf jeden Fall sollten Sie keine Nüsse verzehren, wenn Ihnen beim Öffnen dunkle Verfärbungen, ein öliger Glanz oder unangenehme Gerüche auffallen. Werfen Sie die Nüsse lieber weg.

Auch wenn Ihnen beim Verzehr ein untypischer, muffiger oder bitterer Geschmack begegnet, schlucken Sie die Nuss nicht hinunter, sondern spucken Sie sie wieder aus. Bittere und muffige Nüsse könnten von Schimmelpilzen befallen sein.

In unserem Walnuss-Test konnten wir Entwarnung geben: In den 20 fertig geknackten und abgepackten Walnusskernen hat das beauftragte Labor keine Schimmelpilzgifte gefunden.

In jeden Untersuchungen des BVL fiel ebenfalls auf, dass gemahlene Nüsse deutlich öfter mit Schimmelpilzgiften belastet waren als ganze Nüsse. Bei gemahlenen und ganzen Mandeln waren die Unterschiede besonders groß.

Tipps für einen unbedenklichen Nussgenuss:

  • Ganze Nüsse samt Schale kaufen: Diese sind weniger häufig von Schimmel befallen und oft lose erhältlich.
  • Regionale Nüsse bevorzugen für kürzere Transportwege.
  • Nüsse richtig aufbewahren: Ganze Nüsse mit Schale trocken, kühl und gerne an einem dunklen Ort lagern. Zerkleinerte oder gemahlene Nüsse am besten schnell verbrauchen und luftdicht im Kühlschrank oder Gefrierschrank lagern.
  • Verfärbte Nüsse nicht essen, ebenso keine bitteren, muffigen Nüsse.

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