Eier im Test: Bio-Eier sind die bessere Wahl – die Gründe

Magazin April 2024: Eier | Autor: Lisa Hitschler/Marieke Mariani/Lena Wenzel | Kategorie: Essen und Trinken | 15.04.2024

Bio-Eier und Freilandeier im Test: Welche Produkte überzeugen?
Foto: Oleksiichik/Shutterstock

Zwar ist Kükentöten hierzulande seit 2022 verboten, trotzdem bleibt es unklar, ob männliche Embryos überhaupt schlüpfen dürfen. Das zeigt unser Test von 20 Eiern. Welche Probleme es außerdem gibt und worauf Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kauf achten können. 

  • Im Test: 20 frische Eier, darunter acht Eiermarken aus Freilandhaltung und zwölf aus ökologischer Landwirtschaft. 
  • Im Fokus: Inhaltsstoffe und Qualität der Eier, genauso wie Tierwohl und Transparenz. 
  • Stehen Slogans wie "Ohne Kükentöten" und "für den Schutz männlicher Küken" auf den Verpackungen, heißt das nicht unbedingt, dass man die Eier guten Gewissens kaufen kann. Die Realität ist oft noch weit entfernt vom idyllischen Idealbild artgerechter Haltung für weibliche und männliche Tiere. 
  • Insgesamt fünf Eiermarken sind mit Bestnote empfehlenswert. 

"Ohne Kükentöten" – seit zwei Jahren ist das in Deutschland eigentlich eine Selbstverständlichkeit, denn seit 2022 ist das Schreddern von Eintagsküken hierzulande per Gesetz verboten. Doch alle, die hoffen, allen Bruderküken mit dem Kauf von Eiern mit dieser Auslobung ein artgerechtes und langes Leben zu ermöglichen, müssen wir leider enttäuschen.

Eier-Test: Bio-Eier und Freilandeier überprüft 

Unser Test zeigt: Längst nicht alle männlichen Küken dürfen überhaupt schlüpfen. Und selbst wenn sie aufgezogen werden, ist nicht einmal den Brüdern der Bio-Legehennen ein Bio-Haltungsstandard sicher. Diese und viele weitere Punkte rund um das Wohlergehen der Hennen und Hähnchen haben wir bei den Herstellern der Eier in unserem Test abgefragt.

Insgesamt haben wir 20 Marken überprüft, darunter zwölfmal Bio-Eier und achtmal Freilandeier. Im Test ging es natürlich nicht nur um Tierwohl und Transparenz, sondern auch um die Inhaltsstoffe. Wie steht es um die Qualität der Eier? 

Eier werden gern auch als Rührei serviert.
Eier werden gern auch als Rührei serviert. (Foto: Tatiana Volgutova/Shutterstock)

Keine bedenklichen Inhaltsstoffe in den Eiern entdeckt 

Die Liste der Eierskandale der vergangenen zwei Jahrzehnte hat es in sich: Giftiges Dioxin, das Insektizid Fipronil, die Ewigkeitschemikalien PFAS und immer wieder Salmonellen. Entsprechend lang war auch die Liste der Parameter, die wir im Labor haben untersuchen lassen.

Doch für die getesteten Eier können wir Entwarnung geben: In keinem der von uns im Einzelhandel gekauften Eiern wies das Labor bedenkliche Mengen dieser Substanzen nach.

Eier im Test: Jetzt Testergebnisse als ePaper lesen

Minuspunkte für Qualität mancher Eier im Test 

Orientiert an der entsprechenden EU-Verordnung beurteilte das Labor zudem, ob die Eierschalen Risse oder andere Beschädigungen aufwiesen, ob sich im Inneren des Eis Einblutungen erkennen ließen oder ob die Schalen zum Beispiel mit Kot verunreinigt waren. Elf Eiermarken zeigten hier kleinere oder größere Auffälligkeiten.

Daneben überprüften wir die Leserlichkeit des Erzeugercodes auf den Eiern. Dieser setzt sich aus einer Nummer für die Haltungsform, einem Ländercode und einer Zahlenfolge für den Legebetrieb zusammen. Damit können Verbraucherinnen und Verbraucher die Herkunft ihrer Eier nachvollziehen. Diese vorgeschriebene Kennzeichnung muss auf jedem Ei gut leserlich abgedruckt sein. Das war nicht immer der Fall.

Deshalb wurden so viele männliche Küken getötet 

Kommen wir auf das Tierwohl zu sprechen. Hühner werden heute meist für zwei Zwecke gezüchtet: Legehennen sollen Eier legen, Masthühner Fleisch ansetzen. Das führte lange dazu, dass die männlichen Küken der Legehennenrassen kurz nach dem Schlüpfen getötet wurden.

Denn sie legen weder Eier, noch eignen sie sich zum Mästen, weil sie deutlich langsamer Fleisch ansetzen. Somit kostet ihre Haltung Geld, aber sie bringen keinen Gewinn. Seit 2022 dürfen männliche Küken in Deutschland per Gesetz nicht mehr geschreddert werden. 

Beispiel einer Lieferkette: Langer Transportweg 

Als das Gesetz 2019 den Bundestag passierte, wurde es als großer Schritt für mehr Tierwohl gefeiert. Doch die Realität ist oft noch weit entfernt vom idyllischen Idealbild artgerechter Haltung für beide Geschlechter. 

Aber der Reihe nach: Wir wollten Lieferkette und Haltungsbedingungen von Huhn und Ei nachvollziehen können. Denn ab dem Tag ihres Schlupfes in der Brüterei bis zum Legetag der Eier, die wir schließlich im Supermarkt kaufen, haben die Tiere häufig Hunderte Transportkilometer zurückgelegt.

Ein Beispiel für eine Lieferkette gefällig? 

  • Noch gemeinsam schlüpfen männliche und weibliche Küken im niederländischen Elsendorp. Bereits am ersten Lebenstag trennen sich ihre Wege.
  • Die Hähnchen werden ins 800 Kilometer entfernte Zbąszyń nach Polen transportiert und gemästet, bis sie nach zwölf Wochen geschlachtet werden.
  • Die Hennen kommen zunächst nach Deutschland, ins niedersächsische Großenkneten, und werden dort bis zur Legereife im Alter von rund 18 Wochen aufgezogen. Dann geht es für sie wieder zurück in die Niederlande, genauer nach Barneveld. Bis sie dort unser Ei legen, waren die Hennen über 550 Kilometer unterwegs.
  • Die Eier legen dann noch einmal 400 Transportkilometer zurück, um schließlich im Discounter in Südhessen verkauft werden zu können.
(Foto: ÖKO-TEST )

Lieferketten und Tierwohl im Blick 

Um die vielen Stationen überblicken zu können, haben wir alle Hersteller anhand mehrerer Fragebögen gebeten, den Lebensweg der Tiere von der Brüterei bis zum gekauften Ei zu rekonstruieren. Wie ausführlich sie die Fragen beantworteten und wie gut sie ihre Lieferkette dokumentierten, floss ebenfalls in die Bewertung ein.

Zusätzlich fragten wir verschiedene Aspekte rund um das Tierwohl ab und ließen sie uns mit Nachweisen belegen – auch, was eigentlich mit den Bruderküken passiert.  

Männliche Embryos dürfen nicht immer schlüpfen 

Mit Werbeslogans auf den Verpackungen versucht uns die Industrie oft weis zu machen, dass die männlichen Küken nun ein artgerechtes Leben führen. Leider ist das nicht zwingend so. "Ohne Kükentöten", "für den Schutz männlicher Küken" und "Initiative Lebenswert": Das vermeintlich große Herz für kleine Küken ist bei vielen der konventionell erzeugten Freilandeier in unserem Test nur eine Farce.

Hinter der Werbung steckt ein Verfahren, mit dem männliche Küken zwar nicht getötet, aber doch so früh wie möglich aussortiert werden. Mit der sogenannten In-Ovo-Geschlechtsbestimmung wird erkannt, ob im Ei ein erwünschter weiblicher oder ein unerwünschter männlicher Hühnerembryo heranwächst. Bei Letzteren wird die Bebrütung schlicht abgebrochen, die Eier landen meist in der Futtermittelherstellung.

Geschlechtsbestimmung im Ei: Bioverbände sprechen sich dagegen aus 

"Immer noch besser als das Töten süßer Küken", argumentieren die Befürworter des Verfahrens. Kritiker bemängeln, dass hinter der Geschlechtsbestimmung im Ei reine Profitgier stecke, da die Aufzucht der Hähne nicht wirtschaftlich sei. Das System fördert die Qualzucht profitabler Hochleistungsrassen auf Kosten der Tiergesundheit.

Bioverbände sprechen sich klar gegen die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung aus. Weil sie auch bei Verbraucherinnen und Verbrauchern umstritten ist, bleiben die Anbieter über die genauen Umstände oft lieber vage. Zudem ist noch immer nicht abschließend geklärt, ab wann ein Hühnerembryo im Ei ein Schmerzempfinden entwickelt. Tierschützer kritisieren den Abbruch nach dem siebten Bebrütungstag als zu spät.

Auf unsere Nachfrage gaben die Hersteller an, dass die Bebrütung der Eier mit männlichen Embryonen zwischen dem neunten und zwölften Tag abgebrochen wurde. Damit bewegen sie sich zwar im rechtlichen Rahmen – mit Respekt und dem Schutz männlicher Küken hat das aus unserer Sicht aber nichts zu tun.

Führen die Brüder der Bio-Legehennen ein artgerechtes Leben?

Grundsätzlich lobenswert ist es da, wenn die männlichen Küken das Licht der Welt erblicken dürfen. Doch was danach mit ihnen passiert, steht auf einem anderen Blatt – sogar im Bio-Segment, wie die Beispiele mancher Bio-Eier im Test zeigen. Denn das Label auf der Packung garantiert die ökologische Haltung zwar für die Hennen, nicht aber für ihre Brüder.

Im Klartext heißt das: Die Hähnchen dürfen zwar überleben, doch bis zu ihrer Schlachtung werden sie unter den gleichen Bedingungen gehalten wie jedes andere konventionelle Masthähnchen. Und wir Endverbraucherinnen und -verbraucher können das anhand der Verpackung nicht einmal erkennen.

Die Haltungsbedingungen der Masthähnchen im Test Chicken Nuggets lassen erahnen, unter welchen Bedingungen diese Bruderküken ihr Dasein fristen. Wir finden: Wo Bio draufsteht, sollte auch Bio dahinterstecken. Und zwar auf allen Ebenen.

Ob männliche Küken schlüpfen dürfen, ist trotz des Schredderverbots längst nicht klar.
Ob männliche Küken schlüpfen dürfen, ist trotz des Schredderverbots längst nicht klar. (Foto: Polawat Klinkulabhirun/Shutterstock)

Die Alternative zu einseitigen Extremzuchten

Die geringere Wertschätzung der Hähne hat, wie eingangs erwähnt, einen Grund. Die Hühner, die die von uns getesteten Eier legten, sind größtenteils hybride Rassen – einseitige Extremzuchten, die möglichst viele Eier produzieren sollen. Ihre Brüder setzen bei Weitem nicht so viel Gewicht an wie klassische Masthähnchen und sind als Fleischlieferanten weniger profitabel.

Eine Alternative zu den Qualzüchtungen sind sogenannte Zweinutzungsrassen. Sie haben ein gesundes Verhältnis von Legeleistung und Fleischansatz, sodass beide Geschlechter gleichwertig aufwachsen können. 

Zweinutzungsrassen haben es schwer 

Studien weisen sogar darauf hin, dass Zweinutzungshühner weniger Verhaltensauffälligkeiten wie Federpicken oder Kannibalismus zeigen als die anderen Rassen.

Obwohl die Vorteile auf der Hand liegen, haben es Zweinutzungsrassen schwer: Wie auch unser Test zeigt, kommen die Hennen mit bis zu 240 Eiern nicht an die Legeleistung hybrider Rassen von über 300 Eiern im Jahr heran. Die Hähne legen langsamer an Gewicht zu und brauchen mehr Futter als klassische Masthähnchen. Für die Massenproduktion von Eiern und Fleisch sind das Nachteile.

Eine echte Chance, die industrielle Hühnerhaltung zu verändern, hätten Zweinutzungshühner wohl nur, wenn die Nachfrage sowohl nach ihren Eiern als auch dem Fleisch deutlich steigen würde und Verbraucher auch bereit wären, den höheren Preis für eine wirklich artgerechte Haltung zu bezahlen.

Kritik an zu wenig Platz im Stahl 

Artgerechte Haltung bedeutet neben Beschäftigungsmaterial, strukturiertem Futter und ausreichend Tageslicht auch, dass die Hühner sich frei bewegen können. Legehennen in Freilandhaltung haben immerhin garantierten Auslauf, in Bio-Haltung sowieso.

Im Stall sieht es leider anders aus. Bei fast allen Jung- und allen Legehennen nach konventionellem Freilandhalteschema im Test ist die Besatzdichte aus unserer Sicht zu hoch. Die Bio-Hühner haben etwas mehr Platz, sich artgerecht zu bewegen.  

Das Fazit unseres Eier-Tests 

  • Grundsätzlich garantieren Bio-Eier bessere Haltungsbedingungen (zumindest) für die Legehennen. Daher ist Bio aus unserer Sicht die bessere Wahl.
  • Die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung ist für Bio zwar nicht verboten, aber Bioverbände wie Bioland, Naturland und Demeter sprechen sich deutlich dagegen aus. Bedeutet: Bei diesen Siegeln kann man davon ausgehen, dass das Verfahren nicht angewandt wurde.
  • Wer insgesamt auch auf das Wohl der Bruderküken achten möchte, kann auf Anbieter mit Eiern von Zweinutzungshühnern zurückgreifen. Hier wachsen beide Geschlechter gleichwertig auf.
  • In unserem Test schneiden fünf Eiermarken mit "sehr gut" ab. 

Schon gewusst? Die Farbe des Eis sagt nichts über Qualität oder Geschmack aus. Ob Braun oder Weiß hängt nur von den Genen des Huhns ab.

Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Für unseren Test haben wir in Bioläden, Supermärkten und Discountern 20 frische Eier eingekauft – acht Eiermarken aus Freilandhaltung und zwölf aus ökologischer Landwirtschaft – einige mit Verbandszertifizierungen von Naturland, Bioland und Demeter.

Die Schadstoffprüfung umfasste eine Untersuchung auf Salmonellen, sowohl auf der Schale als auch im Inneren des Eis, Prüfungen auf Dioxine, dioxinähnliche und nichtdioxinähnliche polychlorierte Biphenyle, auf das Insektizid Fipronil, auf per- und polyfluorierte Chemikalien (PFAS) sowie eine zunächst qualitative und bei positivem Befund auch quantitative Analyse auf Tierarzneimittel.

In einem spezialisierten Labor ließen wir außerdem eine Güteklassenbestimmung durchführen. Dabei wurden verschiedene Qualitätsmerkmale der Eier untersucht: Befinden sich Blutflecken im Inneren des Eis? Ist die Schale intakt, oder hat sie (Licht-) Sprünge? Ist die Schale sauber oder mit Kot, Eiweiß- oder Dotterrückständen verschmutzt? Wie groß ist die Luftkammer im Ei?

Zudem prüften die Experten, ob der Erzeugercode gut lesbar auf den Eiern abgedruckt ist. Um zu erkennen, ob und wie viele Eier Abweichungen zu den Vorgaben der jeweils deklarierten Gewichtsklassen S, M oder L aufweisen, wurden die Eier gewogen.

Bewertungslegende 

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Bewertung Testergebnis Qualität und Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Qualität und Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) Qualitätsmängel bei mehr als 50 % der untersuchten Eier (in Tabelle: "deutlich"). Qualitätsmängel bei 14 bis 50 % der untersuchten Eier wurden nicht abgewertet (in Tabelle: "gering"). Als Qualitätsmängel wurden gewertet: Blutflecken im Ei-Inneren, Schale mit (Licht-)Sprüngen, verschmutzte Schale oder Federn auf der Schale, Luftkammerhöhe über 6 mm; b) Eigewichte, die bei mehr als 50 % der untersuchten Eier die deklarierte Gewichtsklasse unterschreiten (in Tabelle: "größtenteils zu leicht"). Mängel, die unterhalb der von der Verordnung (EU) Nr. 2023/2465 vorgegebenen Toleranz von 14 % für Qualität und 20 % für Gewicht liegen, sind mit "nein" angegeben.

Bewertung Testergebnis Tierwohl und Transparenz: Das Testergebnis Tierwohl und Transparenz beruht auf einer maximalen Punktzahl von 47 Punkten. Bei 47 bis 44 Punkten lautet das Testergebnis Tierwohl und Transparenz "sehr gut", bei 43 bis 38 Punkten "gut", bei 37 bis 32 Punkten "befriedigend", bei 31 bis 26 Punkten "ausreichend", bei 25 bis 20 Punkten "mangelhaft" und bei weniger als 20 Punkten "ungenügend". Es gab drei Fragebögen: Der erste richtete sich an den Inverkehrbringer, der zweite an die Brütereien und den Aufzuchtbetrieb, der dritte an den Legebetrieb. Angeschrieben wurden die Inverkehrbringer. Im Einzelnen wurden folgende Punkte vergeben:

Fragen zu den Unternehmen, zu Haltung und Landwirtschaft beantwortet und belegt: "ausführlich" = 12 bis 11 Punkte; "überwiegend" = 10 bis 9 Punkte. Für jeden der drei Fragebögen gab es dabei wie folgt Punkte: Fragebogen vollständig beantwortet und vollständig mit Dokumenten belegt = 4 Punkte (für den Fragebogen an den Inverkehrbringer waren Vertragsunterlagen und/oder Lieferscheine und/oder Zertifizierungen des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) aller Betriebe nötig, für den Fragebogen an die Brütereien und den Aufzuchtbetrieb waren Belege der Eigenkontrolle von Junghennen und von männlichen Küken notwendig (falls diese aufgezogen wurden), für den Fragebogen an den Legebetrieb musste ein Beleg der Eigenkontrolle von den Legehennen geliefert werden); Fragebogen vollständig beantwortet, aber nur teilweise mit Dokumenten belegt bzw. im Fragebogen sind einzelne Angaben nicht vollständig, aber Dokumente sind vollständig vorhanden = 3 Punkte; im Fragebogen sind einzelne Angaben nicht vollständig und nur teilweise mit Dokumenten belegt = 2 Punkte. Lieferkette belegt: Lieferkette beginnend von der Chargennummer auf dem Produkt über Inverkehrbringer, Packstelle, Legebetrieb, Aufzuchtbetrieb bis hin zu den Brütereien "vollständig" mit Dokumenten belegt = 8 Punkte; Lieferkette nur für einen Teil der Betriebe belegt bzw. es fehlt eine Verknüpfung zur Charge: "teilweise" belegt = 6 Punkte; Lieferkette nicht mit Dokumenten belegt, es wurde jedoch eine Liste der Betriebe zugesendet: "nicht belegt, Betriebe mit Liste genannt" = 2 Punkte.

Verbleib der männlichen Küken: Verwendung einer "Zweinutzungsrasse" = 8 Punkte. Als Zweinutzungshühner wurden nur echte Zweinutzungsrassen gewertet, die so gezüchtet wurden, dass ein Gleichgewicht zwischen Eierlegeleistung und Fleischansatz besteht (hier: ÖTZ Coffee + Cream); nicht als Zweinutzungshuhn gewertet wurden Hybridrassen, die einseitig entweder auf eine hohe Eierlegeleistung oder Fleischansatz spezialisiert sind und lediglich eine Aufzucht der Bruderhähne betreiben (hier: Dekalb White, H&N Crystal Nick, Lohmann Sandy, Lohmann Brown Classic, LSL Classic, Novogen Brown Light, Novogen White Light); "Aufzucht männlicher Küken" = 6 Punkte; "In-Ovo-Geschlechtsbestimmung" = 1 Punkt. Haltungsschema männliche Küken / Jung- / Legehennen: für die Haltung von männlichen Küken, Jung- und Legehennen nach Vorgaben der EU-Öko-Verordnung jeweils 2 Punkte (in Tabelle: "bio"); Tiere nicht nach Vorgaben der EU-Öko-Verordnung gehalten = 0 Punkte (in Tabelle: "konventionell", ebenso wurden 0 Punkte vergeben, wenn männliche Küken nicht aufgezogen wurden und dieser Punkt damit "entfällt").

Besatzdichte Legehennen: in Anlehnung an die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung gilt eine Besatzdichte von weniger als 7 Tieren pro Quadratmeter (m²) als "akzeptabel" = 2 Punkte; Besatzdichte von 7 oder mehr Tieren pro m²: "hoch" = 0 Punkte.

Besatzdichte Junghennen: eine Besatzdichte von weniger als 17 Tieren pro m2 in der 3. bis zur 10. Lebenswoche gilt als "akzeptabel" = 2 Punkte; Besatzdichte von 17 oder mehr Tieren pro m²:"hoch" = 0 Punkte.

Beschäftigungsmaterial: Einstreu, Stroh, Körner, Picksubstrate, Luzerneballen oder Kürbisse vorhanden: "ja" = 1 Punkt; nicht vorhanden: "nein" = 0 Punkte. Sandbäder: vorhanden: "ja" = 1 Punkt; "nein" = 0 Punkte. Strukturiertes Futter: gekrümeltes Futter, Körner, Luzerne oder Lupine: "ja" = 1 Punkt; nur Mehl oder Pellets: "nein" = 0 Punkte. Kaltscharrraum: vorhanden: "ja" = 2 Punkte, "nein" = 0 Punkte (bei mobilen Hühnerställen gilt die Frage als mit "ja" beantwortet). Grünauslauf vorhanden: "ja" = 2 Punkte, "nein" = 0 Punkte. Antibiotika / Kokzidiostatika: nicht angewendet: jeweils 1 Punkt (in Tabelle: "nein"); gegeben: jeweils 0 Punkte (in Tabelle: "ja").

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) Werbung mit "Initiative Lebenswert", obwohl laut Anbieter eine In-Ovo-Geschlechtsbestimmung durchgeführt wurde; b) Kennzeichnung bei mehr als 50 % der untersuchten Eier unleserlich oder nicht vorhanden. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Werbung mit "ohne Kükentöten", obwohl laut Anbieter eine In-Ovo-Geschlechtsbestimmung durchgeführt wurde; b) Kennzeichnung bei mehr als 20 % (Toleranz vorgegeben durch Verordnung [EU] Nr. 2023/2465) bis 50 % der untersuchten Eier nicht vorhanden oder unleserlich.

Das Gesamturteil beruht zu 50 % auf dem Testergebnis Qualität und Inhaltsstoffe und zu 50 % auf dem Testergebnis Tierwohl und Transparenz. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Testergebnis Qualität und Inhaltsstoffe um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, verschlechtert das Testergebnis Qualität und Inhaltsstoffe nicht. Lautet das Testergebnis Tierwohl und Transparenz "ungenügend", kann das Gesamturteil höchstens eine Note besser sein.

Testmethoden 

Salmonellen: nach DIN EN ISO 6579-1:2017 + A1:2020 Ausgabe August 2020.
Fipronil: Entsprechend § 64 LFGB, L 00.00-115 (2018-10) (modifiziert). Die Bestimmung der Pestizide erfolgte aus einer Acetonitrilextraktion und gaschromatographischen und flüssigkeitschromatographischen massenspezifischer Detektion. Geprüft wurde auf Fipronil, Fipronilsulfon, Fipronilsulfid und Fipronildesulfinyl.
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS): LC-MS/MS.
Tierarzneimittel-Screening (inkl. Benzimidazole): LC-HRMS
Dioxine und polychlorierte Biphenyle in Eiprodukten: HRGC-HRMS.

Einkauf der Testprodukte: Dezember 2023

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