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96 Produkte mit Mehrwert im Test

ÖKO-TEST Kompakt Discounter
vom 01.07.2011

Produkte mit Mehrwert

Wie gut ist besser?

Billig allein reicht inzwischen nicht mehr aus, um Kunden an die Discounter zu binden. Seit Langem findet sich auch ein mehr oder minder großes Bio-Sortiment in den Regalen. Nachhaltig gefangener Fisch und fair gehandelter Kaffee oder Kakao ergänzen das Angebot.

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01.07.2011 | Der Einkaufswagen ist bis zum Rand gefüllt: Nudeln, Fisch, Obst, Kekse und eine ganze Steige Milch aus ökologischer Erzeugung. Die Schale mit den abgepackten Bio-Möhren droht fast aus dem Wagen zu rutschen. Familieneinkauf am Samstagvormittag. Ruck, zuck hat die Kassiererin die Waren über den Scanner gezogen. Ob der bereitgehaltene 100-Euro-Schein reicht? Die Digitalanzeige an der Kasse bringt die Überraschung: 47,85 Euro. Nicht mal 50 Euro für Massen an Lebensmitteln, darunter viele Produkte, die als "nachhaltig", "bio" oder "fair" hervorgehoben sind.

Da kommt schnell die Frage auf: Wie "bio" ist die Bio-Ware im Discounter eigentlich? Verspricht nachhaltig gefangener Fisch auch Qualität? Und sind fair gehandelte Produkte mit konventionellen in der Güte vergleichbar? Wir haben all diese Produkte einmal genauer unter die Lupe genommen und füllten in sechs Discountern insgesamt 96 Lebensmittel in die Einkaufswagen.

Alle Produkte wurden einer Rundumprüfung unterzogen. So ging es bei den Molkereiprodukten unter anderem darum, ob die aufgedruckten Fettgehaltsstufen eingehalten wurden. Pflanzliche Lebensmittel wie Möhren, Zitronen, Backwaren, Tee, Säfte und Nudeln mussten dagegen eine umfangreiche Analyse auf Pestizide über sich ergehen lassen. Diese sind bei Bio eigentlich nicht zu erwarten, doch gerade bei "billigem" Bio vom Discounter wollten wir ganz genau hinschauen. Die Eier ließen wir selbstverständlich auf Dioxin prüfen, aber auch auf den Einsatz bestimmter Futterfarbstoffe, die für Bio-Erzeuger verboten sind. Um Weichmacher ging es bei fettreichen Produkten wie Butter und Käse sowie dem Öl, in dem die Matjesfilets eingelegt sind, während Kaffee vorrangig auf die Belastung mit dem Krebsstoff Acrylamid geprüft wurde. Bei Gebäck und den in Pflanzenöl vorgebratenen Fischstäbchen wiederum standen die Fettschadstoffe 3-MCPD- und Glycidylester auf dem Programm. Damit nicht genug. Auch die Keimbelastung empfindlicher Kühlwaren wie Matjes, Joghurt, Quark oder Käse ließen wir checken.

Hinzu kamen aufwendige Sensoriktests diverser Produkte. Schließlich sollen auch der Geschmack, der Geruch, die Konsistenz oder - wie bei der Butter - die Streichfähigkeit stimmen. Bei den Eiern ging es im Rahmen der Güteklassenprüfung zusätzlich um die Frische, die Sauberkeit der Schalen und das Gewicht. Letzteres darf nur innerhalb bestimmter Toleranzen schwanken, wie von einer speziellen Verordnung genauestens geregelt.

Die Testergebnisse der Aldi-Produkte

Von den 31 getesteten Produkten bekommen 20 die Bestnote "sehr gut" und sieben die Note "gut".

Die Testergebnisse der Lidl-Produkte

Auch für Lidl gilt: Die Mehrzahl der Produkte können wir empfehlen, sie bekommen die Noten "sehr gut" und "gut". Bei rund einem Viertel der Produkte muss sich Lidl allerdings mit den Urteilen "befriedigend" oder schlechter zufriedengeben.

Die Testergebnisse der Produkte von Norma, Netto und Penny

Für diese untersuchten Produkte gibt es viele "sehr gute" und "gute" Noten. Bei Penny waren - mit einer Ausnahme - alle im grünen Bereich. Auch bei Norma und Netto gab es nur vereinzelt schlechtere Noten.

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