Die meisten kennen Linsen als traditionelles heimisches Eintopfgericht. Auch in der Vollwertküche gehört die Hülsenfrucht seit Langem dazu. Linsen werden zunehmend aber auch von Feinschmeckern entdeckt. Egal ob ein delikater Salat mit schwarzen Belugalinsen, eine Möhren-Orangen-Suppe mit roten Linsen oder Linsen-Lasagne - die Kombinationsmöglichkeiten sind vielfältig.
Wir wollten wissen, wie es um Rückstände von Pestiziden in Linsen bestellt ist, und haben 22 Produkte ins Labor geschickt, darunter neun Bio-Marken. Zudem ließen wir prüfen, ob die Linsen ausreichend gut getrocknet sind. Zu feuchte Hülsenfrüchte lassen sich schlechter lagern.
Das Testergebnis
Auf Bio ist überwiegend Verlass. Zumindest wurde der Unkrautvernichter Glyphosat in keiner einzigen Bio-Probe gefunden. Die Rapunzel Troja Linsen trüben allerdings das blitzblanke Abschneiden der Bio-Marken. Denn sie weisen einen Pestizidrückstand über dem vom BNN für Bio-Produkte festgelegten Orientierungswert von 0,01 mg/kg auf, wobei der BNN noch eine Messtoleranz von 50 Prozent einräumt, die das Rapunzel-Produkt nicht überschreitet. Dennoch ist ein solches Ergebnis ein Hinweis darauf, dass im Anbau oder der Verarbeitung etwas schiefgelaufen sein könnte.
In acht von dreizehn konventionellen Produkten war Glyphosat nachweisbar, zwar meist nur in geringen Mengen, trotzdem zeigen unsere Testergebnisse, dass der Unkrautvernichter beim Anbau von Linsen weiter eingesetzt wird. Ein Produkt war zudem höher belastet. Nach dem alten Grenzwert hätten die Krini Rote Linsen die Höchstmenge überschritten.
In den Müller's Mühle Teller Linsen und den Palatina Classic Linsen steckt ein in der EU nicht zugelassenes Unkrautvernichtungsmittel in einer Menge, die über dem erlaubten Höchstgehalt liegt. Der Stoff heißt Imazethapyr und wird im Linsenanbau in Kanada und den USA eingesetzt.
Ausgerechnet in den Linsen des französischen Herstellers Sabarot, die eine herkunftsgeschützte Spezialität sind, wies das Labor Mineralöl nach, das wahrscheinlich aus der Pappverpackung des Produkts stammt. Diese Öle können sich im Körper anreichern. Tierstudien zeigten überdies Hinweise auf Schäden an Leber, Lymphknoten und Herzklappen.
So reagierten die Hersteller
Rapunzel schrieb uns, dass die Testergebnisse im eigenen Haus und zusätzlich von einem unabhängigen Labor geprüft wurden. Grenzwertüberschreitungen konnten nicht festgestellt werden, so der lapidare Kommentar.
Sabarot erklärte, dass der Mineralölrückstand auf eine alte Verpackung zurückgeht. Inzwischen habe man den Lieferanten gewechselt, um das Problem abzustellen.
Viani will sich verstärkt um eine PVC-freie Lösung für den Klebestreifen bemühen.