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22 Linsenmarken im Test

Das ging in die Linsen

ÖKO-TEST November 2012 | Kategorie: Essen und Trinken | 26.10.2012

22 Linsenmarken im Test

Linsen schmecken in klassischen und modernen Gerichten. Während fast alle Bio-Produkte in unserem Test in Ordnung waren, fielen die meisten konventionell angebauten Linsen unangenehm auf. Die beauftragten Labore fanden darin Glyphosat - dass die Ergebnisse nicht schlechter ausfielen, "verdanken" die Hersteller einer plötzlichen Erhöhung des Grenzwertes.

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Die meisten kennen Linsen als traditionelles heimisches Eintopfgericht. Auch in der Vollwertküche gehört die Hülsenfrucht seit Langem dazu. Linsen werden zunehmend aber auch von Feinschmeckern entdeckt. Egal ob ein delikater Salat mit schwarzen Belugalinsen, eine Möhren-Orangen-Suppe mit roten Linsen oder Linsen-Lasagne - die Kombinationsmöglichkeiten sind vielfältig.

Vor über einem Jahr sorgten ausgerechnet Bio-Linsen für Negativschlagzeilen. Erstmals im Februar 2011 tauchten Meldungen auf, wonach in Bio-Linsen aus der Türkei größere Mengen des Unkrautvernichters Glyphosat gefunden worden waren. Die Bio-Branche war alarmiert. Vorsorglich wurde ein Verkaufsstopp für türkische Bio-Linsen verhängt und bereits ausgelieferte Ware vom Markt genommen.

Verantwortlich für die Lieferung war der türkische Exporteur Tiryaki. Er ist einer der ganz Großen im Bio-Linsen-Geschäft und beliefert zahlreiche Anbieter in Deutschland. Nach Bekanntwerden der Pestizidfunde musste Tiryaki den Export umgehend stoppen und sich einer umfangreichen Prüfung durch die zuständige Zertifizierungsstelle IMO unterziehen. Die Nachforschungen ergaben, dass es nicht beim Anbau der Linsen zu Schlampereien gekommen war, sondern im Betrieb des Exporteurs selbst. Dort hatte man versehentlich Bio-Linsen mit hoch belasteter konventioneller Ware vermischt. Grund dafür war laut IMO die Nutzung einer Siloanlage mit einem gemeinsamen Fördersystem für Bio- und konventionelle Linsen und nicht immer dicht schließenden Verteilerklappen. Zudem sei Glyphosat für Bio-Linsen überhaupt nicht im Fokus gewesen.

Mittlerweile haben sich die Wogen offenbar geglättet. Zumindest werden Bio-Linsen und auch andere Hülsenfrüchte seit dem Vorfall regelmäßig auf Glyphosat untersucht. Der Bundesverband Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel (BNN) hat zudem ein Monitoringprogramm für Trockenprodukte aufgelegt, das Herstellern die Möglichkeit gibt, sich in einer gemeinsamen Datenbank zu Pestiziddaten auszutauschen. "Wir versprechen uns davon eine schnellere Identifizierung von Problembereichen", erklärt Kirsten Arp vom BNN. Tiryaki darf laut IMO im Übrigen wieder Bio-Linsen liefern - aber erst nach einer kompletten Reorganisation des Betriebs und dem Aufbau einer räumlich getrennten Verarbeitung und Lagerung von Bio- und konventioneller Ware.

Glyphosat wurde aber auch in konventionellen Linsen gefunden - nicht selten sogar im Milligrammbereich, wodurch die damals zulässige Höchstmenge von 0,1 mg/kg überschritten wurde und das Produkt nicht mehr verkauft werden durfte. Ein Umstand, den die Agrarlobby nicht lange auf sich sitzen ließ. Sie beantragte eine Importtoleranz und erreichte binnen Kurzem die Heraufsetzung des Grenzwertes um das Hundertfache auf jetzt 10 mg/kg.

Wir wollten wissen, wie es aktuell um Rückstände von Pestiziden in Linsen bestellt ist, und haben 22 Produkte ins Labor geschickt, darunter neun Bio-Marken. Zudem ließen wir prüfen, ob die Linsen ausreich...


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

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Kleine Braune Linsen
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Krini Rote Linsen
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La Carreta Legumbres Kastilische Linsen
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Müller's Mühle Teller Linsen
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Müller's Mühle
Palatina Classic Linsen
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Rapunzel Troja Linsen
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Real Bio Linsen Grün-Braun
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Real
Rewe Bio Teller-Linsen
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Rewe
Sabarot Grüne Le Puy Linsen AOC AOP
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Sabarot
Seeberger Linsen
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Seeberger
Viva Vital Feine Teller-Linsen
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Netto Marken-Discount
Von Goste Rote Linsen
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Modern Food

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Im Test: 22 Linsenprodukte, die in Bio-Läden, Supermärkten, Discountern, im Reformhaus und in der Feinkostabteilung von Kaufhäusern erhältlich sind. Die Wahl der Linsensorte orientierte sich am Angebot. So landeten viele grün-braune Tellerlinsen, rote und braune Linsen im Einkaufswagen. Weil die Hülsenfrucht seit Neuestem auch für Kochfreaks interessant ist, kauften wir noch zwei besondere Produkte ein: die Sabarot Grüne Le Puy Linsen AOC AOP aus geschützter Herkunft in Frankreich und die spanischen Linsen La Carreta im Stoffbeutel.

Die Inhaltsstoffe

Im Vordergrund stand die Untersuchung auf Pestizidrückstände. Das Labor prüfte die Produkte auf insgesamt über 500 verschiedene Wirkstoffe und bediente sich dabei mehrerer Methoden. Das ist wichtig, da ansonsten bestimmte Stoffe - etwa Glyphosat - durch das Raster fallen und nicht nachzuweisen sind. Zwei Linsenproben steckten im Karton oder hatten eine Papplasche als Umverpackung. Hier ließen wir testen, ob eventuell Mineralöle auf die Linsen übergegangen sind. Diese Öle können in Kartons aus Altpapier und ungeeigneten Druckfarben enthalten sein und auf die Lebensmittel ausdünsten.

Die Weiteren Mängel

Wenn Bio-Lebensmittel Rückstände von Pestiziden enthalten, bedeutet das nicht automatisch, dass im Anbau oder der Verarbeitung unsauber gearbeitet wurde. Hinweise, wie solche Rückstände einzuordnen sind, gibt der Orientierungswert des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel (BNN). Wird er überschritten, sind zumindest Zweifel an der Bio-Konformität angebracht. Der Hersteller sollte auf jeden Fall die Ursachen klären. Weil ein solcher Mangel die Deklaration als Bio-Produkt betrifft, führt dies zur Abwertung unter den Weiteren Mängeln.

Die Bewertung

Produkte, die einen Pestizidrückstand über der erlaubten Höchstmenge enthalten, können nur mit "ungenügend" abschneiden. Aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes werten wir aber auch schon ab, wenn ein Pestizidgehalt die Höchstmengen zu mehr als zehn oder mehr Prozent ausschöpft.

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