1. oekotest.de
  2. Tests
  3. 20 Pommes frites für den Backofen im Test

20 Pommes frites für den Backofen im Test

Bitte wenden!

ÖKO-TEST Mai 2011 | Kategorie: Essen und Trinken | 29.04.2011

20 Pommes frites für den Backofen im Test

Kaum ein anderes Nahrungsmittel ruft so einhellige Begeisterung hervor wie Pommes - nicht nur bei Kindern. Zum Glück können wir knapp die Hälfte der untersuchten Kartoffelstäbchen weitgehend empfehlen. Vier Marken sollten jedoch dringend verbessert werden.

Pommes schmecken suuuper!" Der neunjährige Nico weiß genau, was er mag und was nicht. Brokkoli, Möhren oder Pellkartoffeln gehören jedenfalls nicht dazu. Sehr zum Leidwesen seiner Eltern. Diese mühen sich seit Jahr und Tag, etwas Vernünftiges in ihren Sohn hineinzubekommen. Doch die Erfolge sind mäßig und meist mit knallharten Kompromissen erkauft. "Drei Gabeln Tomatensalat für die Bundesliga im Sky-TV" ist so ein Ergebnis zähen Ringens. Besser klappt es da mit dem größeren Sohn, dem elfjährigen Jonas. Der isst die knusprigen Kartoffelstäbchen zwar auch für sein Leben gern, aber er mag eben auch das meiste Grünzeug.

Doch was tun, wenn Kinder am liebsten vermeintlich Ungesundes essen? "Aus meiner Erfahrung sehen Eltern die Ernährung ihrer Kinder häufig viel zu schwarz", meint Ernährungswissenschaftlerin Stephanie Wetzel, die in Berlin Unternehmen, Kindertagesstätten und Schulen in Sachen Ernährung berät. "Kinder essen nie "nur" ungesund." So esse das eine Kind zumindest Obst, ein anderes immerhin Kartoffeln. Ganz wichtig sei, die Kinder in dem, was ihnen schmeckt und was nicht, ernst zu nehmen. "Jeder soll sein Lieblingsessen bekommen dürfen. So könnte es für Nico zum Beispiel immer freitags Pommes geben, während an anderen Tagen andere Familienmitglieder dran sind." Gute Erfahrungen hat Wetzel damit gemacht, für das Essen klare Regeln einzuführen, diese aber "locker" zu vermitteln. Dabei helfe es, die Kinder in die Planung, den Einkauf oder das Kochen einzubeziehen. "Dann probieren sie viel eher auch mal Gemüse."

Fest steht, dass Pommes reichlich Fett und Kalorien enthalten. Konkret schlägt eine 150-Gramm-Portion im Backofen zubereiteter Fritten bei fünf Prozent Fett mit rund 300 Kalorien zu Buche, während die gleiche Portion aus der Fritteuse rund 15 Prozent Fett und 480 Kalorien liefert.

Doch auch Schadstoffe können ein Thema sein. Bekannt ist das Krebsgift Acrylamid, das immer dann entsteht, wenn Pommes, Toastbrot oder Kekse zu dunkel gebacken werden. Ein anderes Problem können die Fettschadstoffe 3-MCPD-Ester sein. Sie bilden sich während der industriellen Reinigung von Ölen, der sogenannten Raffination. Wie man die Schadstoffbildung drosseln kann, wird derzeit intensiv erforscht. Doch eine Lösung, die sich im industriellen Maßstab umsetzen ließe, ist noch nicht in Sicht. Klar ist immerhin, dass der Hauptverdächtige Palmöl heißt. So bleibt derzeit nur, Palmöl gegen andere, unproblematischere Öle auszutauschen - was viele Unternehmen auch tun, nicht zuletzt deshalb, weil ÖKO-TEST die Belastung mit den Fettschadstoffen immer wieder kritisiert.

In frittierten Kartoffelprodukten hat ein speziell gezüchtetes Sonnenblumenöl das Rennen gemacht: High-Oleic-Sonnenblumenöl, so der Name in Fachkreisen. Wichtiges Kennzeichen: ein hoher Anteil an Ölsäure, der für eine bessere Hitzestabilität sorgt. Ernährungsexperten beurteilen das Öl im Vergleich zu Palmöl zudem als hochwertiger.

Wir wollten genauer wissen, we...


Pommes frites, Backofen: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Aviko Ofenfrites
  • Aviko

Vom Land Pommes Frites, Wellenschnitt
  • Netto Marken-Discount

Eismann Backofen-Fritten, Best.Nr. 8737
  • Eismann (Direktvertrieb)

Holstensegen Backofen Wellenschnitt Pommes
  • Aldi Nord

Bördegold Ofenfrites Feinschnitt
  • Bördegold

Harvest Basket Jumbo Fries
  • Lidl

Demeter Natural Cool Pommes Frites
  • Demeter-Felderzeugnisse

K-Classic Ofen Frites 7mm
  • Kaufland

Marena Pommes Frites Normalschnitt
  • Penny

McCain 1-2-3 Golden Longs
  • McCain

Edeka Gourmet Backofen Frites, extra lang, extra dünn
  • Edeka

Rewe Bio Pommes Frites für den Backofen, Naturland
  • Rewe

Potato Master Pommes Frites, Feinschnitt
  • Norma

Real Quality Pommes Frites für Backofen und Fritteuse
  • Real

Agrarfrost Knusper Frites, Wellenschnitt
  • Agrarfrost

McCain 1-2-3 Frites Original
  • McCain

Agrarfrost Back Frites, Normalschnitt
  • Agrarfrost

Lutosa Frites Bio
  • Lutosa

Le Gusto Wellen Pommies
  • Aldi Süd

Bofrost Backofen Pommes Frites, Best.Nr. 649
  • Bofrost (Direktvertrieb)

20 Pommes frites für den Backofen im Test
ÖKO-TEST Mai 2011 Seite 52
ÖKO-TEST Mai 2011 Seite 53
ÖKO-TEST Mai 2011 Seite 54
ÖKO-TEST Mai 2011 Seite 55
ÖKO-TEST Mai 2011 Seite 56
ÖKO-TEST Mai 2011 Seite 57

6 Seiten
Seite 52 - 57 im ÖKO-TEST Mai 2011
vom 29.04.2011

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Egal, ob Wellen-, Normal- oder Feinschnitt - die von uns ausgewählten Fritten sollten für den Backofen geeignet sein. Diese Zubereitung ist fettsparender, aber auch gebräuchlicher, da fast jeder Haushalt einen Backofen, nicht jedoch eine Fritteuse besitzt. Von den Markenanbietern Agrarfrost und McCain kauften wir je zwei Produkte, hinzu kamen die Eigenmarken von Supermärkten und Discountern, je ein Produkt der Tiefkühlspezialisten Eismann und Bofrost sowie drei Bio-Produkte.

Die Inhaltsstoffe

Im Vordergrund der Analysen standen zunächst die für diese Produktgruppe relevanten Schadstoffe Acrylamid und 3-MCPD-Fettsäureester. Acrylamid entsteht, wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel - wie die Kartoffel - über 120 Grad erhitzt werden. Es hat sich im Tierversuch als krebserregend und erbgutschädigend erwiesen, was mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für den Menschen gilt. Die Analysen erfolgten in den im Backofen zubereiteten Pommes. Im Unterschied dazu bilden sich 3-MCPD-Ester bereits im Vorfeld der Pommeszubereitung, nämlich während der Raffination der zum Frittieren eingesetzten Öle. Wie sich 3-MCPD-Ester gesundheitlich auswirken, ist noch nicht so gut erforscht. Experten gehen aber davon aus, dass die Ester im Körper frei werden können, sodass freies 3-MCPD entsteht, das die Nieren schädigen und gutartige Tumore verursachen kann. Bei der 3-MCPD-Analyse miterfasst werden auch die möglicherweise noch gefährlicheren Glycidylester. Auch diese können unter Umständen im Körper frei werden, sodass freies Glycidol entsteht. Dieses hat im Tierversuch zu Krebs geführt. Weiter ließen wir analysieren, ob das eingesetzte Fett der auf der Packung angegebenen Ölsorte entspricht und inwieweit es sich oxidativ bereits verändert hat. Außerdem auf dem Prüfplan: die Temperaturempfehlungen zum Backen und Frittieren. Sind diese zu hoch, kann das die Acrylamidbildung fördern.

Die Bewertung

Wie die Produkte im Endergebnis abschnitten, hatte primär mit der Belastung der Schadstoffe zu tun. Die analysierten Gehalte wurden dabei jeweils auf eine 200-Gramm-Portion Pommes (gefroren) bezogen und die Werte für 3-MCPD-Ester zusätzlich auf die tolerierbare Aufnahmemenge für Kinder. Schließlich mögen Kinder Pommes besonders gern, und das sollte entsprechend berücksichtigt werden. Bei zwei Produkten führte die irreführende Angabe der Ölsorte zusätzlich zur Abwertung. Bei der Fettqualität selbst gab es hingegen nur wenig zu bemängeln.

Informationen zum Abruf bei United Kiosk
So funktioniert der Artikel-Abruf
Wenn Sie zum ersten Mal Artikel bei unserem Service-Partner United Kiosk abrufen, lesen Sie bitte vorab unsere Anleitung zum Abruf von Tests, Ratgebern, Einzelseiten und ePapern durch. Gekaufte Artikel, ePaper oder eBundles können Sie im Fall eines Verlustes nur dann wiederherstellen, wenn Sie sich zuvor registriert haben.