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Baum umpflanzen: November als bester Zeitpunkt – Das gibt‘s zu beachten

Magazin November 2021: Kaffee | Autor: Sven Heitkamp | Kategorie: Bauen und Wohnen | 01.11.2021

Baum umpflanzen: Der beste Zeitpunkt dafür ist der November.
Foto: Natalya Kokhanova/Shutterstock

Manchmal steht ein Baum nicht mehr an der richtigen Stelle. Statt ihn ständig zu beschneiden, kann man ihn ruhig verpflanzen. Der November ist ein guter Monat dafür – und die Erfolgsaussichten beim Baum umpflanzen sind gar nicht schlecht.

Steht ein Baum immer öfter im Weg, wächst er zu wenig oder zu viel, wirft er Schatten auf die Beete oder Blätter in Nachbars Garten, kann es nötig werden, ihn zu verpflanzen. Der beste Zeitpunkt dafür ist der Beginn der Wachstumsruhe im November, wenn das Laub gefallen ist, aber Frost und Winterruhe noch nicht einsetzen. Je weniger Blätter an den Zweigen hängen, umso leichter wird der Umzug.

Der alte Satz, dass man einen alten Baum nicht verpflanzt, will Frank Rheinwald, Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung, dabei nicht stehen lassen. "Grundsätzlich kann man jeden Baum umpflanzen", sagt er. "In Berlin wurden bereits zwei 60 Jahre alte Platanen verpflanzt. Aber bei jungen Bäumen ist es natürlich viel einfacher."

Gesundes Größenverhältnis zwischen Wurzel und Krone

Das Problem sei vor allem die Größe des Ballens und die daraus resultierende Wurzelmenge. Um einen groß gewordenen Sämling mit ausreichend Wurzeln zu versetzen, müsse man schon einen Kran ansetzen – für Hobbygärtner nur selten eine Option.

"Einen 30 Jahre alten Apfelbaum kann man jedoch durchaus verpflanzen, er hat in seinem Leben genug Wurzeln gebildet", sagt Rheinwald. "Dabei sollte man aber auch die Krone herunterschneiden." Die Wurzelmasse und die Krone sollten in einem gesunden Größenverhältnis zueinander stehen und etwa die gleichen Dimensionen haben. Denn der Wurzelwuchs ist in der Regel ebenso weit verzweigt wie die Krone.

Frank Rheinwald bei seiner Arbeit. Er ist Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung. Der 55-Jährige führt ein Unternehmen mit vier Mitarbeitern, hat 14 Jahre Berufserfahrung und ist Vorstandsmitglied im Fachverband geprüfter Baumpfleger.
Frank Rheinwald bei seiner Arbeit. Er ist Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung. Der 55-Jährige führt ein Unternehmen mit vier Mitarbeitern, hat 14 Jahre Berufserfahrung und ist Vorstandsmitglied im Fachverband geprüfter Baumpfleger. (Foto: Fachverband geprüfter Baumpfleger)

Tipps zum Baum umpflanzen 

  • Vor dem Verpflanzen darf der Ballen so weit verkleinert werden, dass er noch handhabbar und transportfähig ist. Aber er muss immer noch groß genug bleiben, um den Baum versorgen zu können.
  • Die Erde wird beim Umzug am Ballen gelassen, weil sich in ihm dichte Wurzelgeflechte und Feinwurzeln gebildet haben, die unbedingt erhalten bleiben sollen.
  • Als gutes Maß für die Größe des Ballens gelte: Er sollte mindestens dreimal so groß wie der Stammdurchmesser sein. In diesem Umkreis sticht man mit einem scharfen Spaten einen Graben aus und durchtrennt die Wurzeln.
  • Der Ballen wird dann ausgegraben. Zusätzlich kann man ihn mit einem Netz oder Jutesack umwickeln, um das feine Wurzelgeflecht zu schützen.

Junge Bäume sind leichter zu verpflanzen 

Am leichtesten sei die Übung bei jungen Bäumen aus einer Baumschule, die erst drei oder vier Jahre im Garten stehen. "Baumschulware, die nicht zu lange steht, kann man problemlos wieder ausheben und verpflanzen. Baumschulen haben über mehrere Jahre einen dichten, kompakten Ballen herangezogen, der den Umzug gut übersteht."

Wer genug Zeit hat, kann idealerweise zunächst nur die Wurzel um den Baum herum kappen und ihm ein Jahr Zeit geben, neue Feinwurzeln in Stammnähe auszubilden. Wird der Baum erst ein Jahr später verpflanzt, übersteht er den Ortswechsel umso besser.

(Foto: ÖKO-TEST)

Beim Transport keine Gurte um den Stamm 

Beim Transport in eine andere Gartenecke rät Frank Rheinwald dringend davon ab, Gurte oder andere Rundschlingen um den Stamm zu zwingen, weil sie die Rinde und damit den ganzen Baum stark schädigen. "Man muss am Ballen stützen und dort die Kraft ansetzen – aber nie am Stämmchen." Am besten hole man sich Nachbarn dazu und trage ihn an vier Ecken zusammen.

Zweige und Äste kann man vor dem Tragen locker zusammenbinden, um Schäden zu vermeiden. Eingepflanzt wird der Ballen an der neuen Stelle nur so tief, dass er noch etwas aus der Erde herausschaut.

Zuvor wird das große Pflanzloch mit etwas Komposterde versorgt. "Man sollte den Baum nicht tiefer pflanzen, als er vorher stand", warnt der Baumpfleger, der sich selbst als Fürsprecher von Umwelt und Natur sieht. Zum Abschluss wird die Wurzel gründlich gewässert und eingeschlämmt.

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