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15 Holzschutzmittel im Test

ÖKO-TEST August 2011
vom 29.07.2011

15 Holzschutzmittel im Test

Etikettenschwindel

Anstriche mit bioziden Wirkstoffen sollen das Holz gegen Schädlinge schützen. Die ganz harten Mittel darf der Normalverbraucher gar nicht verwenden, aber auch von den Holzschutzmitteln im Baumarkt sollte man lieber die Finger lassen.

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29.07.2011 | Holz ist ein tolles Material: natürlich, nachwachsend, schön und angenehm anzufassen. Ein universeller Baustoff für innen und außen. Richtig eingesetzt ist er lange haltbar. Allerdings nicht unbegrenzt, denn pflanzliche und tierische Organismen können ihn angreifen. Vor allem feuchtes Holz ist in Gefahr.

Man kann Holz zusätzlich schützen - und teilweise muss man das auch. Wenn Holz für tragende Konstruktionen eingesetzt wird, muss es gegen holzzerstörende Pilze geschützt werden, damit nicht das Haus einstürzt. Und zwar mit richtigen Giftkeulen, die tief ins Holz eindringen sollen. Diese Mittel müssen für diesen Einsatzzweck erprobt und zugelassen sein und dürfen nur von Fachleuten verarbeitet werden.

Was viele Verbraucher nicht wissen: In Baumärkten finden sich nur Holzschutzmittel mit etwas "harmloseren" Wirkstoffen, die in der Regel vorbeugend gegen Bläuepilze wirken sollen. Sie schützen nur die Oberfläche gegen die holzverfärbenden Pilze. Diese machen zunächst keine großen Schäden, denn das Holz wird durch Bläue nur optisch beeinträchtigt. Allerdings kann das Wasser an den geschädigten Stellen leichter eindringen und auch holzzerstörende Organismen haben dann leichteres Spiel.

Fachleute verstehen unter Holzschutzmitteln solche Rezepturen, die vorbeugend oder bekämpfend gegen holzzerstörende oder holzverfärbende Organismen wirken. Geschützt ist der Begriff allerdings nicht, sodass in Baumärkten unter dem Begriff Holzschutz und Holzschutzmittel alles Mögliche verkauft wird. So auch Anstriche ohne spezielle Wirkstoffe, die durch Pigmente vor UV-Strahlen schützen sollen, oder solche, die nur den Anstrich als solches, den sogenannten Film, schützen sollen. Der Käufer wird im Baumarkt also ziemlich im Stich gelassen. Er braucht schon einige Kenntnisse, um da halbwegs durchzublicken.

Dabei stellt sich die Frage, ob biozidhaltige Mittel überhaupt in die Hände von Normalverbrauchern gehören. So sieht sie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) "per se als kritische Produkte für die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die Umwelt an". Um solche Produkte sicherer zu machen, werden zur Zeit im Rahmen einer Biozidrichtlinie die Wirkstoffe bewertet und geregelt. Für einige Verbindungen ist das bereits erfolgt: Sie sind in eine Positivliste von erlaubten Stoffen aufgenommen worden, dabei ist festgelegt, wofür und unter welchen Bedingungen sie künftig eingesetzt werden können. In einem nächsten Schritt müssen nun alle Produkte mit diesen Wirkstoffen begutachtet und zugelassen werden, um auch weiterhin verkauft werden zu dürfen. Dieser Prozess ist gerade am Laufen.

Da die Problematik der Biozide und eine mögliche Regelung schon viele Jahre in der Diskussion war, wollten Behörden und Hersteller für die Übergangszeit etwas für den Verbraucherschutz tun. Es gab eine Art freiwillige Selbstverpflichtung der Hersteller von Holzschutzmitteln, die Produkte mit einem RAL-Gütezeichen auszuzeichnen: Die Wirksamkeit musste nachgewiesen werden und ihre gesundhei


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So haben wir getestet

Der Einkauf
15 Holzschutzmittel für den Außenbereich, mit bioziden Wirkstoffen, meist als Bläueschutz: Eigenmarken der Baumärkte, Markenprodukte und Mittel von Naturfarbenherstellern aus Baumärkten und Fachgeschäften. Zu unterscheiden sind zwei Produktgruppen: Farblose Imprägnierungen und Grundierungen, die später einen oder mehrere Endanstriche erfordern, und sogenannte 2-in-1-Produkte in der Farbe Kiefer, die Grundierung und Endanstrich in einer Rezeptur vereinen. Auch diese müssen mehrfach aufgebracht werden. Bis auf eine Ausnahme sind alle Holzschutzmittel lösemittelbasiert.

Die Inhaltsstoffe
Nach Biozidrichtlinie müssen die Wirkstoffe auf der Verpackung deklariert werden. Sie sind auch für den Menschen nicht unbedenklich und gefährden die Umwelt, zum Beispiel wenn sie am Ende in Gewässern landen. Doch die Biozide sind nur eine Sache, in den Rezepturen finden sich noch andere gesundheits- und umweltgefährdende Stoffe, die wir analysieren ließen: flüchtige organische Verbindungen (VOC), die vor allem bei Verarbeitung und Trocknung ausgasen, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), giftige zinnorganische Verbindungen und bedenkliche Schwermetalle.

Die Deklaration
Das Gefahrstoffrecht fordert für eine Reihe von Stoffen, dass sie ab bestimmten Konzentrationen mit einem Gefahrstoffsymbol und/oder mit Gefahrenhinweisen gekennzeichnet werden. Wir prüften, ob das alles seine Richtigkeit hat. Außerdem ob die Holzschutzmittel, wie gefordert, beim Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) registriert sind und die wichtigsten geforderten Anwendungshinweise tragen, sowie andere hilfreiche Angaben für den Verbraucher.

Die Bewertung
Wirkstoffe und andere Inhaltsstoffe, die krebsverdächtig sind, bewerten wir strenger als solche, die sensibilisierend sind. Auch die häufig nachgewiesenen hormonell wirksamen zinnorganischen Verbindungen sehen wir sehr kritisch. VOC werten wir im Großen und Ganzen bei einer Außenanwendung etwas weniger streng als bei Farben und Lacken für den Innenbereich. Im Bereich der Deklaration gibt es zahlreiche Mängel, die zu Minuspunkten führen. Wir kritisieren besonders, wenn auch eine Anwendung im Innern eingeräumt wird. Ein Holzschutzmittel hat hier nichts verloren. Sowohl Inhaltsstoffe wie Deklaration gehen in das Gesamturteil ein, wobei die Inhaltsstoffe wegen der gesundheitlichen Relevanz stärker gewichtet werden.

So haben wir getestet

Was ist drin? Was steht drauf? Auch die Deklaration wurde von uns geprüft.