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"Ungenügend": Sunozon Kids von Rossmann nicht für kleine Kinder geeignet

Autor: Lena Wenzel/Christine Throl | Kategorie: Kosmetik und Mode | 25.05.2022

Sunozon Kids Sonnenmilch 50+ von Rossmann fällt im Test durch.
Foto: ÖKO-TEST

"Ungenügend" lautet unser Testurteil für die Sunozon Kids Sonnenmilch 50+ von Rossmann. Auffällig: Für das schlechte Abschneiden sorgt ein einziges umstrittenes Konservierungsmittel. Was hat es damit auf sich? 

Ohne Octocrylene, ohne Duftstoffe, ohne Mikroplastik, für empfindliche Haut: All das steht auf der Sunozon Kids Sonnenmilch 50+ von Rossmann geschrieben – und klingt erst mal nach einer guten Wahl für den Sonnenschutz von Kinderhaut. 

In unserem Test fällt das Produkt allerdings als einziges mit "ungenügend" durch und ist damit Testverlierer. Schuld daran ist ein problematischer Inhaltsstoff. 

Silberchlorid in Sunozon Kids von Rossmann

Genau gesagt, geht es um das umstrittene Konservierungsmittel "Silberchlorid, aufgebracht auf Titandioxid". Die Bezeichnung ist beim ersten Lesen vielleicht etwas verwirrend, bedeutet am Ende aber nur, dass Titandioxid hier als Trägermaterial für das Silberchlorid dient. 

Silberchlorid ist der Stoff, der das Problem darstellt. Denn laut Kosmetikverordnung darf es in Mitteln für Kinder unter drei Jahren überhaupt nicht eingesetzt werden.

Der Grund dafür: Es ist nicht auszuschließen, dass sich Silber im Körper so anreichert, dass es zu schiefergrauen Verfärbungen auf der Haut kommen kann.

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Nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet 

Anbieter Rossmann reagierte auf unsere Laboranalyse und teilte uns mit, dass das Produkt gar nicht für Kinder unter drei Jahren gedacht sei. Das Problem: Es steht so nicht auf der Kunststoffflasche. Wie sollen Eltern dann Bescheid wissen? 

Übrigens: Laut Rossmann ist das Produkt seit Mai mit geändertem Verpackungslayout und einer minimalen Rezepturänderung im Angebot. Erkennbar sei das neue Layout an dem Hinweis "Richtig Trennen: Gelbe Tonne – Flasche, Verschluss, Etikett getrennt voneinander entsorgen".

Weniger Plastikmüll durch recycelte Kunststoffe

Aus Umweltgründen heißen wir es für gut, wenn Hersteller Rezyklate – also recycelte Kunststoffe – in der Kunststoffverpackung verarbeiten. Denn so lässt sich Plastikmüll reduzieren.

Nach Angaben von Rossmann besteht die Flasche der Sunozon Kids Sonnenmilch 50+ zu 70 Prozent aus Rezyklaten, jedoch erbrachten sie uns dazu keinen Nachweis. Dafür verteilen wir einen Minuspunkt. 

Zum Vergleich: Sieben Hersteller im Test gaben an, dass sie ihr Produkt in Flaschen verkaufen, die zum Teil aus Rezyklaten bestehen, doch nur zwei Hersteller haben den Einsatz von Post-Consumer-Rezyklat in der von uns getesteten Charge belegt.

So setzt sich das Gesamturteil zusammen 

Das Gesamturteil beruht auf dem Teilergebnis Inhaltsstoffe. Weil die Sunozon Kids Sonnenmilch 50+ Silberchlorid enthält – und eine Anwendung bei Kindern unter drei Jahren nicht ausdrücklich auszuschließen ist, ziehen wir fünf Noten ab. Damit lautet das Gesamturteil "ungenügend". Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie hier auf der Seite zum Test im Abschnitt Testverfahren.

Der Test zeigt: Kindersonnencremes haben sich verbessert. Im Vergleich zu unserem Test vor zwei Jahren können wir deutlich mehr Produkte empfehlen. Jedoch fällt auch auf, dass bedenkliche UV-Filter noch immer ein Problem sind. Mehr dazu lesen Sie hier: Erneut bedenkliche UV-Filter in Sonnencremes für Babys und Kinder im Test.

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