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Rexona-Deocreme im Test "ungenügend": geballte Ladung Problemstoffe

Autor: Hannah Pompalla/Vanessa Christa | Kategorie: Kosmetik und Mode | 14.06.2022

Rexona-Deocreme im Test "ungenügend": geballte Ladung Problemstoffe
Foto: ÖKO-TEST

"Schützt gegen starkes Schwitzen und Körpergeruch": Mit diesen Worten wird die Rexona-Deocreme der Reihe Maximum Protection vom Hersteller auf dessen Internetseite beworben. Nach unserem Test können wir sie aber für die tägliche Körperhygiene nicht empfehlen. Sie fällt mit "ungenügend" durch.

Wir haben 30 Deocremes eingekauft und im Labor auf Schadstoffe untersuchen lassen. Viele von ihnen schneiden mit "gut" oder "sehr gut" ab. Das Produkt Rexona Maximum Protection Creme-Stick Clean Scent gehört aber nicht dazu. Es fällt, zusammen mit sechs weiteren Cremes, mit der Note "ungenügend" durch den Test.

Warum hat sich die Deocreme der bekannten Marke so schlecht geschlagen? In ihr haben wir eine ganze Reihe an problematischen Inhaltsstoffen entdeckt, die aus unserer Sicht nicht in ein Kosmetik- bzw. Hygieneprodukt hineingehören. Doch was sind das für Substanzen, die wir kritisieren?

Rexona-Deocreme im Test enthält Aluminium

Beginnen wir mit Aluminiumsalzen. Diese sind im geprüften Rexona-Produkt als Wirkstoffe gegen Schweiß und Gerüche enthalten. Wir kritisieren sie, da Aluminium als neurotoxisch gilt. Zudem kann es sich in Gehirn, Knochen und Organen anreichern sowie die Entwicklung von ungeborenen Kindern im Mutterleib beeinträchtigen.

Hygieneprodukte wie Deocremes werden meist täglich aufgetragen, daher sollten sie frei von bedenklichen Inhaltsstoffen sein.
Hygieneprodukte wie Deocremes werden meist täglich aufgetragen, daher sollten sie frei von bedenklichen Inhaltsstoffen sein. (Foto: Africa Studio/Shutterstock)

Das Bundesinstitut für Risikobewertung sprach zwar im Jahr 2020 eine Entwarnung vor aluminiumhaltigen Deos aus. Schließlich werde neuen Studien zufolge sehr viel weniger Aluminium über die Haut aufgenommen, als bisher angenommen.

Wir heißen es trotzdem nicht gut, wenn die Hersteller diesen Stoff für ihre Deos einsetzen. Denn in Deutschland nehmen wir insgesamt zu viel Aluminium aus Lebensmitteln und Trinkwasser auf. In einer Deocreme könnte man es sich also sparen. Zum Vergleich: Aluminium steckt auch in sechs anderen Cremes im Test.

Gefahrstoff in Deocreme von Rexona entdeckt 

Aluminium ist nicht der einzige Kritikpunkt an der Deocreme von Rexona. Wir sind, wie in zwei weiteren geprüften Produkten, auch auf Silikone gestoßen. Wir bemängeln sie, weil sie sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut integrieren wie natürliche Öle und Fette.

Außerdem bauen sich viele von ihnen in der Umwelt nur sehr schwer wieder ab. Das gilt insbesondere für einen Silikonvertreter, der beim untersuchten Rexona-Produkt ganz oben auf der Liste der Inhaltsstoffe steht: Cyclopentasiloxan (D5). 

Doch damit nicht genug: Dieses Silikon ist auch noch mit der besonders kritischen Silikonverbindung Siloxan D4 verunreinigt. Das haben wir mittels Laboranalyse festgestellt. Das Problem: D4 ist in der EU als Gefahrstoff eingestuft, weil es im Verdacht steht, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. In unserem Test haben wir es noch in einer weiteren Deocreme entdeckt.

Es geht auch ohne künstliche Fette aus Erdöl

Kritisch sehen wir es auch, dass die Deocreme von Rexona Paraffine enthält. Das sind künstliche Fette, die aus Erdöl hergestellt wurden. Wir beanstanden sie aus zwei Gründen. Erstens: Wie Silikone fügen sich auch Paraffine nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut wie natürliche Alternativen.

Zweitens: Paraffine sind oft mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) verunreinigt. Darunter können sich krebserregende Substanzen befinden. MOAH haben wir zwar nicht im Rexona-Produkt entdeckt. Aber wir finden, dass der Anbieter Unilever im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes lieber auf Paraffine verzichten sollte. Paraffine bemängeln wir im Test insgesamt viermal. 

Duftstoff in Rexona-Produkt kann Allergien auslösen

Damit sind wir aber noch nicht am Ende der Liste an Problemstoffen angelangt. In der Rexona-Deocreme sind wir noch auf weitere Substanzen gestoßen, die wir abwerten: 

  • Cinnamylalkohol: Der derklarierungspflichtige Duftstoff kann Allergien auslösen. Er befindet sich auch in zwei weiteren untersuchten Produkten.
  • Butylhydroxytoluol (BHT): Das Antioxidans steht im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken und die Schilddrüsenfunktion zu beeinträchtigen. Diesen Inhaltsstoff bemängeln wir in zwei anderen Deocremes im Test ebenfalls.

Rexona-Deocreme ist nicht ökologisch verpackt

Kritik gibt es außerdem für die Verpackung. Denn Anbieter Unilever hat für das getestete Rexona-Produkt kein recyceltes Plastik (Rezyklat) verwendet. Wir finden es jedoch wichtig, dass Kunststoffverpackungen zu einem gewissen Anteil aus Recyclingmaterial bestehen. Schließlich lässt sich so Plastikmüll reduzieren.

Viele Hersteller scheinen das jedoch anders zu sehen. Denn fehlende Rezyklatanteile beanstanden wir im Test mehrfach.

Einen Punktabzug bekommt die Deocreme von Rexona auch dafür, dass sie als Plastik-Stick in einem Umkarton verkauft wird. Das ist unnötig und sorgt nur für noch mehr Verpackungsmüll. Umkartons, die kein Glas schützen, beanstanden wir im Test insgesamt achtmal.

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So setzt sich das Gesamturteil zusammen

Das Gesamturteil beruht auf dem Teilergebnis Inhaltsstoffe. Ein Teilergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. 

Für Aluminium, Silikone, Siloxan D4, Paraffine, einen bedenklichen Duftstoff und BHT ziehen wir sechs Noten ab. Somit lautet das Teilergebnis Inhaltsstoffe "ungenügend". Für den fehlenden Rezyklatanteil und den Umkarton gibt es zwei Minuspunkte. Deshalb lautet das Teilergebnis Weitere Mängel "befriedigend".

Aus beiden Teilergebnissen ergibt sich das Gesamturteil "ungenügend". Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie hier auf der Seite zum Test im Abschnitt Testverfahren.

Der Test zeigt: Sieben von 30 Deocremes im Test schneiden mit Bestnote ab. Ebenfalls sieben Produkte enttäuschen aber und fallen mit "ungenügend" durch. Mehr dazu lesen Sie hier: Nicht so "clean" wie ihr Ruf – Alu in Deo muss nicht sein.

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