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Ratgeber: Verwöhnprogramm

Schön von Kopf bis Fuß

Spezial Wellness | Kategorie: Kosmetik und Mode | 18.06.2010

Ratgeber: Verwöhnprogramm

Ein strahlender Teint, glänzendes Haar, geschmeidige Haut und eine tolle Ausstrahlung: Wir verraten Ihnen, wie Sie das Wellness-Universum nach Haus holen.

Wir können auch anders. Und es muss auch nicht immer das teure Wellnesshotel sein. Das Glück der Entschleunigung lässt sich ganz einfach nach Hause holen. ÖKO-TEST hat Verwöhnprogramme vom Kopf bis zu den Füßen zusammengestellt. Die kleinen Auszeiten machen den Alltag vergessen und spenden neue Energie.

Wichtig dabei: Wer sich selbst etwas Gutes tun will, spendiert sich Zeit. Und geht dafür mal ein paar Stunden offline. Das Handy bleibt aus und der Laptop außer Reichweite. Kein Fernseher lenkt ab, keine Termine zerhacken den Tag. Nur noch wenige Hilfsmittel sind jetzt noch nötig, schon verwandelt sich das heimische Badezimmer in ein Spa. Nur abschalten müssen Sie jetzt noch selbst.

Schwungvoll - Die perfekte Haarpflege

Im Laufe eines Jahres müssen unsere Haare eine ganze Menge aushalten: Sie werden viele Hundert Male gekämmt und gebürstet, im Schnitt 156-mal gewaschen und geföhnt und sind rund 208 Tage der Sonne ausgesetzt. All das greift die äußere Schuppenschicht an, die jedes Haar schützend umgibt. Sie reflektiert das einfallende Licht und lässt das Haar glänzen. Außer, die glatten Schuppenschichten sind durch Hitze, chemische Haarfarben oder mechanische Belastung aufgeraut, angegriffen und geschädigt. Dann wird das Haar brüchig, stumpf und trocken; es lässt sich schwer kämmen. Weil Haare sich leider nicht selbst reparieren können, brauchen sie ein bisschen Unterstützung.

Doch damit es erst gar nicht soweit kommt, lautet die Devise zunächst: An meinen Schopf lasse ich nur Wasser und ein mildes Shampoo. Das ist zu wenig, meinen Sie? Weil Ihr Haar eine Spezialbehandlung braucht? Weil es zu trocken, zu fettig, zu kraftlos, zu schuppig oder zu dünn ist? Mit solchen Gedanken sind sie nicht allein - und deshalb ist etwa jedes fünfte Shampoo, das über den Ladentisch geht, ein Spezialshampoo gegen Schuppen oder trockenes Haar. Nur jedes siebte Haarwaschmittel, das verkauft wird, ist als Shampoo für normales Haar deklariert. Nötig ist das alles nicht. Mag das Etikett auch in die Kategorien feines, normales, fettiges oder strapaziertes Haar einteilen - die Unterschiede sind nicht sehr groß, die Inhaltsstoffe gleichen sich doch sehr. Ergo: Ein mildes Shampoo reicht völlig. Wer zu Produkten von grünen Herstellern greift, erspart sich den Chemiecocktail herkömmlicher Shampoos. Generell gilt: Nach dem Waschen gut ausspülen! Und: Schöne Haare brauchen Nährstoffe - und zwar von innen. Darum sollten vitamin- und mineralstoffreiche Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen. Nicht rauchen! Nikotin kann die winzigen Äderchen in der Kopfhaut verengen und dazu führen, dass die Haarwurzel nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird.

Haarkuren lassen sich gut selbst anrühren

Haarkuren verhelfen angegriffenem Haar wieder zu Glanz. Dazu enthalten sie Stoffe, die sich auf den Haarschuppen ablagern und sie mit einer schützenden Schicht überziehen. In den konventionellen Kuren stecken Pflegestoffe oder quartäre Ammoniumverbindungen, die sich am Haar anlagern und antistatisch wirken, oder Silikone, die für eine glatte Oberfläche sorgen. Naturkosmetikprodukte bringen unter anderem mit pflanzlichen Ölen Glanz ins Haar. Haarkuren lassen sich auch gut selbst anrühren: Wer sich zum Beispiel mehr Volumen wünscht, kann sein Haar mit einer Bierpackung behandeln. Dazu etwa 125 Milliliter Bier ins nasse Haar massieren und trocknen lassen - oder nach etwa zehn Minuten mit klarem Wasser auswaschen. Toll bei fettigem Haar ist eine Zitronensaftpackung: Den Saft einer Zitrone mit der gleichen Menge Wasser verdünnen. Die Saftschorle tröpfchenweise auf der nassen Kopfhaut verteilen und sanft einmassieren. Dann das Haar vorsichtig kämmen, 20 Minuten wirken lassen und gut ausspülen. Gegen strohiges, stumpfes Haar hilft eine Kur mit Olivenöl: Das Öl dazu in einem Topf handwarm erwärmen, ins Haar einmassieren, das Ganze mit Frischhaltefolie einwickeln und bis zum Erkühlen einwirken lassen, dann shampoonieren. Generell gilt: Besser den Haaren ab und an eine Haarkur gönnen, statt alle Tage eine Spülung verwenden. Werden Haare zu häufig oder reichlich mit Kuren und Spülungen bearbeitet, können sich die Pflegesubstanzen am Haar ansammeln und einen dichten Film bilden. Die Haare fühlen sich dann matschig an und hängen schlaff herunter.

Einen zarten Farbglanz bekommt der Schopf durch lauwarme Teespülungen: Für dunkle Töne nimmt man Schwarztee, für rotes Haar Früchtetee und für blondes - Kamillentee. Wer es kräftiger mag, probiert Pflanzenhaarfarben. Hier ersetzen natürliche Farbpigmente, zum Beispiel aus Hennablättern oder Kamille, die chemisch-synthetischen und oftmals schädlichen Farbstoffe in den sonst üblichen Haarfärbemitteln. Allerdings gibt es einige Einschränkungen: Blondierungen sind beispielsweise nicht möglich. Auch eine vollständige Grauabdeckung ist schwierig. Sie muss auch gar nicht sein. Denn graues Haar kann toll aussehen. Findet man auch in Hollywood. Da ist Grau gerade das neue Blond. Geht doch.

Lexikon Spezialshampoos

Strapaziertes Haar: Stroh zu Gold

Föhnen, färben, toupieren - auch der robusteste Schopf übersteht solche Prozeduren auf Dauer nicht ohne Schäden. Strapaziertes Haar ist stumpf, strohig und bricht leicht. Shampoos für diesen Haartyp enthalten häufig einen hohen Anteil an pflegenden Substanzen wie dem Feuchtigkeitsspender Panthenol. Auch häufig eingesetzt: Weizenkeimöl. Es soll das Haar mit einem Schutzfilm umhüllen und raue Stellen geschmeidig machen. Pflegeprodukte gegen strapaziertes Haar vor allem in die Spitzen kneten, denn die leiden stets am meisten. Sind die Haare aber zu stark geschädigt, hilft am Ende nur noch die Schere.

Feines Haar: Fehlende Fülle

Feines Haar hat Umwelteinflüssen wie Sonne, Wind und Wetter in der Regel wenig entgegenzusetzen, denn es ist mit 0,04 bis 0,06 Millimeter nur halb so dick wie kräftigere Haare, die es bis auf 0,1 Millimeter bringen können. Zudem hat es eine dünnere Schuppenschicht und weniger Volumen als normales Haar. Shampoos für feines Haar enthalten oft Proteinwirkstoffe, die das Haar kräftigen sollen. Zudem sind die Reinigungs- und Pflegesubstanzen insgesamt sparsamer dosiert, da feines Haar sehr schnell überpflegt werden und dann fettig aussehen kann. Dennoch nicht zu häufig die Haare waschen, denn auch milde Shampoos laugen das Haar aus.

Fettendes Haar: Viel Glanz, keine Glorie

Diäten helfen hier nicht! Denn das Fett der Kopfhaut hat mit Ernährung wenig zu tun, sondern ist meist anlagebedingt. Und eigentlich ist das Fett eine feine Sache, denn es macht die Haare glänzend und geschmeidig. Unangenehm wird es, wenn die Talgdrüsen in der Kopfhaut zu viel Fett produzieren. Das verteilt sich dann beim Bürsten im Haar und sorgt für den ungeliebten speckigen Glanz. Shampoos für fettiges Haar enthalten besonders viele waschaktive Substanzen, die das Fett lösen sollen. Zudem sollen sie die Kopfhaut erfrischen und ein zu schnelles Nachfetten verhindern, etwa mit Zusätzen wie Minze, Brennnessel oder Fruchtsäuren. Aggressive Reinigungsstoffe im Shampoo können die Kopfhaut austrocknen - und das regt die Kopfhaut an, noch mehr Fett zu produzieren. Naturkosmetikshampoos reinigen milder mit Zucker- oder Kokostensiden.

Schuppen: Jetzt geht's an den Kragen

20 bis 30 Prozent der Deutschen leiden an Kopfschuppen. Mit mangelnder Pflege hat das aber nichts zu tun. Vielmehr sind Schuppen erst einmal etwas Normales. Die Kopfhaut erneuert sich ständig und stößt dabei ihre äußerste Schicht in kaum sichtbaren Hautpartikeln ab. Hormonschwankungen, Veranlagung, Stress oder Mikroorganismen wie Pilze können die Zellteilung beschleunigen - dies bringt dann die nervenden Hautflöckchen, die sich so gern auf schwarzen Kragen in Szene setzen. Anti-Schuppen-Shampoos wirken meist mit chemischen Substanzen. Beispielsweise bekämpft Zinkpyrithion einen bestimmten Hefepilz, indem es dessen Zellteilung - und damit die Schuppenbildung - hemmt. Auf solch aggressive Substanzen kann die Haut aber sensibel und gereizt reagieren.

Farbglanz: Schöner Schein

Öle, Wachse und Silikone können die Haaroberfläche glätten, sodass sie wieder mehr Licht reflektiert und dadurch stärker glänzt. Auf diesen Effekt setzen die meisten Farbglanzshampoos für braunes Haar. Von ihrer bisweilen haselnuss- bis schwarzbraunen Farbe sollte man nicht allzu viel erwarten. Nach den Aussagen etlicher Hersteller sollen ihre Shampoos gar nicht tönen oder färben. Die Farbstoffe, die sie enthalten - teilweise sind es künstliche, viele Produkte enthalten aber auch natürliche Farbstoffe wie Karamell - dienen in erster Linie dazu, das Shampoo selbst einzufärben. Für einen richtig färbenden Effekt ist die Zeit des Shampoonierens zu kurz und die Dosierung der Farbstoffe zu gering. Das gilt auch für die natürlichen Farbstoffe der Naturkosmetikhersteller.

Strahlend schön - Beste Pflege für zarte Gesichtshaut

In einer anderen Welt bräuchten wir uns um Gesichtspflege keine Gedanken zu machen: Es gäbe keine Umweltverschmutzung, keine hautreizenden Schadstoffe und keine Zehn-Stunden-Tage in schlecht klimatisierten Büros. Wir würden uns zweimal die Woche mit klarem Wasser waschen und die Haut hätte keine Probleme, das dabei entzogene Fett nachzuliefern. In der hiesigen Welt aber braucht unsere Haut Unterstützung. Nur welche? Eines vorneweg: Die "Pflege fürs Leben" gibt es leider nicht - weil die Haut und ihre Bedürfnisse sich ständig ändern. Genauso wie das Leben, das wir führen. Und es ist kein Drama, wenn man trotz eingehenden Studierens der Werbebotschaften und Packungsbeilagen eine Creme kauft, die sich nicht ganz so anfühlt, wie man sich es vorgestellt hatte. Wer seine neue Gesichtspflege etwa im Hochsommer zu fettig findet, der legt sie ein halbes Jahr beiseite und benutzt sie im Winter, wenn die Haut eine reichhaltigere Pflege will.

Um die richtige Pflege zu finden, sind vor allem zwei Dinge wichtig. Zum einen: der Hauttyp. Spannt die Haut sehr, schuppt sie vielleicht sogar, sind die Poren kaum sichtbar und das Gesicht glanzlos? Das sind Zeichen für den trockenen Hauttyp. Wird die Haut dagegen schnell ölig, sind die Poren im Gesicht deutlich sichtbar und ärgern Mitesser und Pickel? Das spricht für eine fettige Haut. Normale Haut dagegen spannt im Laufe eines Tages nicht, wird aber auch nicht ölig glänzen. Sie kommt mit Temperaturwechseln gut zurecht und neigt weder zu Rötungen noch zu Flecken. Anders die sensible Haut: Sie reagiert auf äußere Faktoren wie UV-Licht oder Kosmetika mit Rötungen, Juckreiz oder anderen Irritationen. Und sie trägt die Seele gern zu Markte. Zum Beispiel, indem sie bei Aufregung rote Flecken bildet.

Doch auch ein Hauttyp ist nicht immer der Gleiche. Deshalb gehört zur Wahl der richtigen Gesichtspflege immer ein Blick auf die Lebensumstände. So beeinflusst beispielsweise der Wechsel der Jahreszeiten die Haut - im Sommer will sie mehr Feuchtigkeit, im Winter mehr Fett. Wer viel in klimatisierten Büros arbeitet, viel fliegt oder mit der Bahn unterwegs ist, braucht eine gute Feuchtigkeitspflege, weil die Luft in solchen Räumen eher trocken und feuchtigkeitsarm ist. Auch das Älterwerden verändert die Ansprüche der Haut. Deshalb ist es sinnvoll, selbst die Lieblingscreme ab und an auf den Prüfstand zu stellen.

Die Basispflege des Gesichts ist denkbar einfach: Sie soll die Haut vor allem darin unterstützen, sich selbst zu regenerieren. Die Partie zwischen Stirn und Dekolleté - Hals nicht vergessen - gehört dabei morgens und abends sanft gereinigt, mit viel lauwarmem Wasser und je nach Hauttyp mit einer Reinigungsmilch oder Waschlotion. Die Gesichtscreme orientiert sich am Hautyp. Eine spezielle Nachtcreme ist nicht unbedingt nötig. Für die Regeneration in der Nacht ist ein guter Schlaf wichtiger als die beste Creme. Deshalb ausreichend schlafen und für gute Luft im Schlafzimmer sorgen.

Ist die Haut trotz regelmäßiger Pflege irritiert, spannt und juckt sie, oder neigt im Gegenteil zu öligen, glänzenden Partien, dann ist es Zeit für eine Zusatzpflege. Zum Beispiel für ein klärendes Peeling oder eine aufbauende Gesichtsmaske. Wichtig ist die Vorbereitung: Die beste Intensivpflege bringt nichts, wenn man sie schnell zwischen Morgenkaffee und erstem Meeting einschiebt. Nehmen Sie sich unbedingt Zeit dafür. Ein Dampfbad vorab hilft, die Poren zu öffnen. Die Haut ist jetzt warm, gut durchblutet und kann die Wirkstoffe viel besser aufnehmen.

Den Hauttyp beachten

Alles Weitere ist eine Typfrage. Unreine Haut zum Beispiel freut sich erst einmal über ein klärendes Gesichtspeeling. Dazu zwei gehäufte Teelöffel feines Hafer- oder Mandelmehl mit einem Schuss Sahne vermischen. Die Masse sanft mit kreisenden Bewegungen in die Haut massieren und auf diese Weise sanft die abgestorbenen Hautschüppchen entfernen. Mit warmem Wasser abspülen. Nach dem Peeling immer eine reichhaltige Tagescreme oder ein Gesichtsöl auftragen. Oder die übliche Pflege mit ein paar Tropfen Öl anreichern (gut geeignet sind zum Beispiel Jojoba- oder Mandelöl). Den Augenbereich beim Eincremen immer aussparen. Bei leicht fettender Haut ist auch eine Quark-Gesichtsmaske ideal: Dazu zwei Esslöffel Quark, ein Eigelb, einen Esslöffel Honig und einen Spritzer Zitrone miteinander vermischen und auftragen - riecht lecker und tut gut.

Selbst gemixte Masken sind ideal und billiger als fertige Kosmetikprodukte - und oft besser, weil sie ohne Konservierungsstoffe und Emulgatoren auskommen. Es gibt sie für alle Bedürfnisse: Toll zum Beispiel für trockene Haut ist eine Avocadomaske: Essenzielle Fettsäuren der Avocado schützen vor dem Austrocknen; Vitamin A und B und Pantothensäure unterstützen die Haut beim Regenerieren. Die Hälfte einer reifen Avocado pürieren, einen Teelöffel Honig und einen Esslöffel Quark untermischen und im Gesicht verteilen. Für fettige Haut ist die fettreiche Avocado allerdings nicht geeignet.

Normale Haut freut sich über eine Joghurtmaske. Joghurt enthält Eiweiß und darüber hinaus viele Mineralien. Er erfrischt die Haut, und Rötungen verschwinden. 2 Eßlöffel Naturjoghurt mit 1 Eßlöffel Traubenkernöl vermischen, die Packung fingerdick auf Gesicht und Hals verteilen, 15 Minuten einwirken lassen, mit lauwarmen Wasser abspülen.

Eine Extraportion Pflege durch Masken

Eine stärker fettige Haut bekommt man mit einer Heilerde-Maske wieder in den Griff: Zwei Esslöffel Heilerde mit Kamillentee verrühren, sodass ein Brei entsteht. Auftragen, 20 Minuten antrocknen lassen, anschließend mit einem feuchten Frotteetuch aufweichen und mit Wasser abwaschen.

Müde Haut wird mit einer Orangen-Quark-Maske wieder munter und rosig: Das Fruchtfleisch der Orange bietet der Haut Vitamine, Mineralien und ein sanftes Peeling. Quark versorgt sie mit Fett, Eiweiß und Mineralstoffen. Einen Esslöffel zerkleinerte Orange mit drei Esslöffeln Quark und einem Teelöffel Olivenöl mischen und im Gesicht verteilen.

Die Masken jeweils etwa 15 Minuten einwirken lassen. Dann mit einem weichen Tuch und viel Wasser entfernen. Übrigens: Dicke Crememasken haben rund ums Auge nichts zu suchen, weil sie sich ausbreiten und die Bindehaut reizen können. Am besten zwei kreisrunde Gurkenscheiben auf die Augen legen. Der gute alte Klassiker der Schönheitspflege wirkt immer noch Wunder, weil er der feinen Haut rings um die Augen eine Extraportion Feuchtigkeit gibt.

Sommerlich leicht

Vor allem im Sommer ist eine leichte Tagescreme oder Feuchtigkeitscreme die richtige Pflege. Die Haut braucht in der warmen Jahreszeit weniger Fett, dafür mehr Feuchtigkeit. Immer genug trinken! Das lässt die Haut prall und rosig schimmern.

Sein statt Schein

Teure Cremes sind nicht automatisch besser. Verheißungsvolle Wirkstoffpräparate bieten nicht mehr Pflege als ein günstiges Produkt mit guter Rezeptur und hautfreundlichen pflanzlichen Ölen. Je weniger Inhaltsstoffe eine Creme enthält, desto besser. Einige Problemstoffe erkennen Sie bereits an der Deklaration. Formaldehyd/-abspalter heißen etwa Imidazolidinyl Urea, Diazolidinyl Urea oder DMDM Hydantoin.

Haltet aus!

Gesichtpflege ist heutzutage in der Regel so gut konserviert, sodass man sich selbst im Sommer keine Sorgen um Verkeimung oder Haltbarkeit machen muss. Hersteller konventioneller Produkte geben meist eine Haltbarkeit von zwölf Monaten nach dem Öffnen an. Naturkosmetikprodukte sind etwas empfindlicher. Wichtig: Vor dem Griff zu Tiegel oder Tube die Hände waschen, das hält Keime von der Creme fern. Wer ganz sicher gehen möchte, entnimmt die Creme mit einem sauberen Spatel.

Alles ausprobiert?

Wer die Alterung seiner Haut etwas verlangsamen möchte, hat Möglichkeiten, die weitaus wirksamer sind als kosmetische Mittel: UV-Strahlung und Rauchen sind DIE großen vermeidbaren Knitterfaktoren. Besonders vorbeugende Antifaltenmittel sind deshalb Cremes mit UVA-Schutz, Sonnenbrille und

-hut. Auch eine zufriedene Ausstrahlung macht leicht einige Jahre jünger.

S-Geheimnisse

Der größte Schönheitskiller ist der Stress. Er lässt die Haut austrocknen, sie rötet sich und bekommt leichter Pickel. Gegenspieler des bösen "S" sind die vier guten "S": Sonnenschutz, Schlaf, Sport und Sex. Holen Sie sich von den vier guten S, so viel Sie davon bekommen können.

Bevor es in die Maske geht

Ein wenig Vorsicht ist bei selbst gemachten Masken angebracht, denn manch einer reagiert auf Früchte und Gemüse allergisch. Die Rezepturen also erst in der Armbeuge ausprobieren. Außerdem machen Fruchtsäuren die Haut empfindlich gegen Sonnenlicht. Deshalb alle Schönmacher nach der Anwendung gründlich abwaschen. Generell wirken die Masken 15 bis 20 Minuten ein und werden mit lauwarmem Wasser abgewaschen.

Mit Vorsicht genießen

In der Fachsprache heißen Fruchtsäuren auch AHAs - die Abkürzung steht für Alfa Hydroxy Acid; gemeint sind organische Säuren wie Apfel-, Trauben-, Zitronen- oder Milchsäure. Dermatologen behandeln damit Akne oder Schuppenflechte. AHAs werden in Peelings, in Cremes und in Reinigungspräparaten verwendet. Die Säuren lösen abgestorbene Hautzellen, Hornschüppchen und übermäßige Verhornungen in den oberen Hautschichten ab. AHAs sind mit Vorsicht einzusetzen, da sich die Haut regelrecht schält, und zwar umso stärker, je höher der Anteil der Säuren in einem Produkt ist. Die ständige Verwendung von Fruchtsäuren in starken Konzentrationen kann zu Hautschäden, Ekzemen und Allergien führen.

Schöne Aussichten - Pflegetipps fürs Dekolleté

Nicht nur das Gesicht braucht Pflege, sondern auch der Rest des Körpers. Und das Dekolleté hat davon eine Extraportion nötig. Denn die Haut zwischen Hals und Busenansatz ist sehr fein, hat kaum Fettgewebe oder Talgdrüsen und trocknet schnell aus. Als "Sonnenterrasse" bietet sie dem UV-Licht zudem jede Menge Angriffsfläche. Gepaart mit nachlässiger Pflege, sind frühzeitige Knitterfältchen die Folge - und das muss nun wirklich nicht sein.

Die perfekte Pflege beginnt am Morgen und macht garantiert hellwach: Beim Duschen mit einem kalten Wasserstrahl Dekolleté und Busen umkreisen, anschließend warmes Wasser dazudrehen und zum Schluss mit eiskaltem Wasser nachbrausen - solche Wechselduschen empfahl schon der Vater aller Wasserkuren, Sebastian Anton Kneipp. Sie fördern die Durchblutung und lassen die Haut rosig erstrahlen.

Ein gut gepolsteter BH schafft Fülle

Eine gute Creme mit LSF 10 bis 20 (je nach Sonneneinstrahlung) schützt die Haut anschließend vor UV-bedingten Hautschäden wie Pigmentflecken und Falten. Und ein gut gepolsterter BH bringt auch kleine Dekolletés groß raus. Im Gegensatz zu manchen Cremes, die vollmundig damit werben, dass sie die Haut straffen und dem Älterwerden Einhalt gebieten können, aber ihr Versprechen nicht einlösen können. Keine Creme kann Fältchen gänzlich verhindern oder die Brüste straffen.

Eine gelegentliche Intensivkur hilft jedoch, die Nachlässigkeiten des Alltags ein wenig auszubügeln. Geeignet sind Produkte mit pflanzlichen Ölen, die glätten und das Hautbild verfeinern. Die normale Tagescreme tut es aber auch. Wichtig sind Menge und Handhabung: Entweder eine kleine Portion in der Hand erwärmen, dann in kreisenden Bewegungen vom Brustansatz bis zum Kinn massieren, ohne den Hals zu vergessen. Oder alternativ die Creme dick auftragen und mit Frischhaltefolie abdecken. Nach einer guten Viertelstunde die Reste mit warmem Wasser entfernen. Das Ergebnis: ein Dekolleté zum Verlieben.

Gymnastik für den schönen Busen

Frauenliegestütz

Auf Hände und Knien stützen. Hände leicht nach innen drehen und

unterhalb der Schulter aufsetzen. Bauch und Po anspannen, vom Kopf bis zu den Knien eine gerade Linie. Arme beugen und strecken, etwa zehnmal wiederholen. Dann einen zweiten Durchgang machen.

Rückenstärker

Auf den Bauch legen, Fußspitzen aufstellen und in die Ganzkörperspannung gehen (Po anspannen, Becken auf den Boden drücken, Oberkörper hebt leicht ab). Arme in U-Halte

neben den Kopf, Schulterblätter hinten zusammenziehen. Jetzt Arme in weitem Bogen nach vorn führen, bis die Hände sich berühren und langsam wieder in die U-Halte zurück. Zehnmal wiederholen, danach den ganzen Körper entspannen und nach einer kleinen Pause noch zehnmal wiederholen.

Bauchmuskeln

Legen Sie sich auf den Rücken und heben Sie die Beine, sodass der Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel bilden. Schieben Sie dann ganz langsam im Wechsel das linke und das rechte Bein nach vorn. Darauf achten, dass der Rücken während der gesamten Übungszeit fest den Boden berührt, nicht ins Hohlkreuz rutschen.

Butterfly

Aufrechte Haltung, Füße stehen schulterbreit, Fußspitzen leicht nach außen, die Knie leicht gebeugt. Bringen Sie die Arme rechtwinklig in U-Halte rechts und links neben dem Kopf. Vor der Brust zusammenführen und wieder öffnen, wenn möglich mit leichten Hanteln oder ersatzweise

1- bis 1,5-Liter-Wasserflaschen.

Makellos - Was wirklich gegen Cellulitis hilft

Es gibt da diesen Witz: Warum bekommen Männer keine Cellulitis? Weil es furchtbar aussieht! Tatsächlich ist die Cellulitis weiblich. Das Phänomen gedellter Haut an Oberschenkeln und Po, am Bauch und an den Oberarmen betrifft fast ausschließlich Frauen. Männer haben dank ihres fester konstruierten Bindegewebes nicht damit zu kämpfen. Selbst zahlreiche pralle Fettzellen im Unterhautgewebe beulen ihre Oberhaut nicht sichtbar aus.

80 bis 90 Prozent der Frauen hingegen plagen sich mit den mehr oder minder ausgeprägten Hautveränderungen. Das hat zunächst biologische Ursachen: Die weibliche Haut und das Bindegewebe sind wegen möglicher Schwangerschaften ohnehin auf Nachgiebigkeit und Dehnbarkeit ausgelegt. Wie stark, das hängt von der Veranlagung ab. Mit zunehmendem Alter lässt die Festigkeit weiter nach. Die gute Nachricht: Cellulitis ist keine Krankheit. Die schlechte Nachricht: Es gibt kein Mittelchen, das sie zum Verschwinden brächte.

Wegcremen lässt sich die Orangenhaut nicht

Auch wenn die Kosmetikindustrie jährlich neue Produkte präsentiert, die Hilfe gegen die hässlichen Beulen und Dellen versprechen: Wegcremen lässt sich die ungeliebte Orangenhaut nicht. Denn ganz gleich, welche Wirkstoffe sie enthalten: In der Unterhaut, wo das Fettgewebe lagert, kommen diese in der Regel nicht an. Und auch die vielen Anti-Cellulitis-Therapien bringen einem die glatte Haut nicht wirklich zurück.

Da ist zum Beispiel Hypoxi: Man steckt dabei ab der Körpermitte in einer luftdicht geschlossenen Wechseldruckkammer und fährt dazu - je nach Methode - auf einem Ergometer Rad. Währenddessen ziehen Über- und Unterdruck die Haut mal sanft nach außen, mal drücken sie diese nach innen. Das soll die Durchblutung fördern und helfen, Fettpolster abzubauen. Das Training ist angenehm, es bewirkt ein wohlig warmes Gefühl an den Problemzonen. Soweit, so schön. Nur: Belege für die Wirksamkeit von Hypoxie fehlen. Dafür gibt es auch keine bekannten Nebenwirkungen. Und: Sport hat noch keinem geschadet. 10 Übungseinheiten kosten circa 300 Euro.

Bekannt und beliebt ist auch die Lymphdrainage - eine Spezialmassage, die den Lymphfluss in Gang bringt. So können Wasseransammlungen im Gewebe über die Nieren abtransportiert werden, was die Orangenhaut schmälert. Das klappt theoretisch auch -allerdings nur, solange massiert wird. Danach kann sich das Wasser wieder von Neuem im Gewebe sammeln. Was man vielleicht mit neuer Gelassenheit erträgt - so eine Massage wirkt sich ja auch beruhigend auf die Psyche aus. Die Kosten pro Termin liegen bei 30 bis 50 Euro. Und wer statt der manuellen Lymphdrainage eine Endermologie (elektrische Lymphdrainage) bucht, wird zwar etwas mehr Geld los und kann später davon erzählen, wie sich eine Vakuum-Massagegerät anfühlt - ansonsten bleibt die Wirkung dieselbe.

Es gibt eine Vielzahl anderer Behandlungen, und längst nicht alle sind so harmlos: Bei der Cellulipolyse werden zwei Nadeln in die Haut gestochen und zwischen ihnen ein elektrisches Spannungsfeld erzeugt, was das Fettgewebe in seine Bestandteile auflösen soll. Belege für den Erfolg: keine. Risko: Es können Narben zurückbleiben. Wer sich dagegen eine Testosteronsalbe mit ärztlichem Segen auf die Dellen schmiert, wird möglicherweise mit einem Zuwachs an Körperhaaren und einer tiefen Stimme belohnt - falls das männliche Hormon in die Blutbahn eindringt. Neben solchen Angeboten gibt es natürlich noch eine Vielzahl anderer Eingriffe. Doch: "Ob Mesotherapie, Infrarotlicht, Endermologie - für all diese Therapien gibt es keine verlässlichen Studien, die deren Wirksamkeit belegen", sagt Professor Björn Stark, Ärztlicher Direktor der Abteilung Plastische Chirurgie der Uniklinik Freiburg und plastischer Chirurg an der Erich-Lexer-Klinik. "Die Methoden basieren auf der Reizung von Gewebe, dadurch kommt ein vorübergehend straffender Effekt zustande." Fazit: Keine bekannte Therapie hilft wirklich gegen die Hügellandschaft.

Also muss man sich mit den unschönen Beulen abfinden? Ja und nein: Verschwinden wird vorhandene Cellulitis niemals ganz. Aber ihr Erscheinungsbild lässt sich verändern. Was hilft, weiß eigentlich jeder: eine gesunde Lebensweise und Sport. Joggen, Schwimmen, Rad fahren oder Nordic Walking lassen Fettzellen am ehesten schwinden und kräftigen das Bindegewebe. Spezielle Gymnastik für Bauch, Beine und Po baut gezielt Muskelmasse auf. Viel Trinken ist dabei wichtig, zwei, besser drei Liter Wasser oder Kräutertee am Tag. Viel frisches Obst und Gemüse sowie eine fettarme Ernährung verhindern zudem, dass sich immer mehr Fettzellen an den kritischen Stellen ansammeln. Ständiges Zu- und Abnehmen dagegen befördert die Grübchen und Pölsterchen ebenso wie Nikotin und ausgedehnte Sonnenbäder.

Seidenglatt - Tipps für Beine ohne Härchen

Rasur: Schnell und unkompliziert

Weil sie unkompliziert und schmerzfrei ist, erfreut sich die Rasur - nass oder trocken - großer Beliebtheit. Allerdings werden die Haare dabei nur abgeschnitten, nach etwa drei Tagen wachsen sie wieder nach. Die Nassrasur (gegen den Strich rasieren) ist gründlicher, die Elektrorasur schonender zur Haut.

Nadelepilation: Das effektivste Verfahren

Diese Methode (auch Elektroepilation genannt) gilt als effektivstes Verfahren gegen lästige Härchen. Bei dem Eingriff wird eine feine Nadel in den Haarkanal eingeführt und kurz unter Strom gesetzt. Der Stromstoß zerstört die Haarwurzel, was durchaus schmerzhaft sein kann. Das Verfahren ist zeitaufwendig, weil jedes Haar einzeln angefasst werden muss. Folgen können Rötungen und leichte Schwellungen sein. Für ein gutes Ergebnis sind mehrere Sitzungen nötig. Diese Technik sollte nur von einem Spezialisten, einem Elektrologisten, durchgeführt werden. Die Ausbildung ist in Deutschland keiner staatlichen Prüfung unterworfen. Adressempfehlungen gibt der Fachverband Elektrologie (www.fachverband-elektrologie.de). In jedem Fall muss vor der Behandlung ein Beratungsgespräch erfolgen. Auch ein Test auf einer kleinen Hautpartie ist sinnvoll.

Epilierer: Verbesserte Technik

Auch diese Methode packt das Übel an der Wurzel, ohne jedoch Letztere komplett zu entfernen. Schnell rotierende Pinzetten greifen die Haare und reißen sie aus. Die Prozedur ist mittlerweile nicht mehr so schmerzhaft wie früher. Einige Epilierer arbeiten mit einem Kühleffekt, der die Haut unempfindlicher macht. Am besten funktioniert die Methode bei einer Haarlänge zwischen 0,5 und 1 Zentimeter - längere Härchen eventuell vorher mit einem Rasierer kürzen. Das Gerät wird langsam und ohne Druck im rechten Winkel zur Haut und gegen den Haarwuchs geführt. Die erste Behandlung ist am schmerzhaftesten. Danach wachsen oft feinere Härchen nach. Die Epilation sollte alle vier Wochen wiederholt werden, dann ziept es am wenigstens. Um das Einwachsen abgerissener Härchen zu vermeiden, ist ein Peeling sinnvoll. Am besten epiliert man abends, dann kann sich die Haut über Nacht erholen.

Wachs: Schmerzhaft, aber effektiv

Wachsen (kalt oder warm) eignet sich für weniger empfindliche Stellen und ist deshalb für Härchen an den Beinen ideal. Kaltwachstreifen sind einfach in der Anwendung. Sie werden auf die gereinigte Haut aufgedrückt, das Wachs verklebt mit den Haaren. Anschließend den Streifen mit einem beherzten Ruck gegen die Wuchsrichtung abziehen. Dabei wird das Haar ausgerissen, allerdings nicht mit der kompletten Wurzel. Warmwachs umschließt die Haare oft fester, sodass das Ergebnis besser ausfällt. Dafür ist die Prozedur aufwendiger: Das Wachs muss erst erwärmt werden. Anschließend trägt man es mit einem Spatel auf, drückt es mit einem Vliesstreifen an, lässt es etwas erkalten und zieht den Streifen ab. Das Verfahren ist recht schmerzhaft; dafür dauert es dann auch drei bis vier Wochen, bis neue Härchen sprießen. Tipp: Wachs am besten abends anwenden, dann kann sich die Haut nachts erholen.

Cremes und Schaum: Auf Dauer nicht zu empfehlen

Enthaarungscreme oder -mousse löst die Haare auf, sodass man sie nach ein paar Minuten mit einem Spatel abnehmen kann. Das Ergebnis kann bis zu vier Wochen anhalten. Möglich macht das der Zusatz von Thioglykolsäure, die zusammen mit alkalischen Substanzen in den Cremes und Schäumen steckt. Die Mischung führt relativ häufig zu Hautirritationen, Rötungen, Brennen und lästigem Jucken. Es kann auch zu allergischen Reaktionen kommen.

IPL-Methode: Teures Verfahren

Die IPL-Methode (Intense Pulsed Light) ist auch unter der Bezeichnung Blitzlampe bekannt. Wie beim Laser ist auch hier Licht das Mittel der Wahl - und zwar sogenanntes Xenonlicht, das im Haar zu Wärme umgewandelt wird und die Wurzel zerstört. Die Behandlungen sind recht teuer, die Angaben der Anbieter variieren stark. Die Behandlung der Beine schlägt pro Sitzung mit rund 200 Euro zu Buche und muss für ein befriedigendes Ergebnis wiederholt werden. Wissenschaftliche Belege über den Therapieerfolg oder mögliche Nebenwirkungen stehen derzeit noch aus.

Laserbehandlung: Nur bei dunklen Haaren

Bei dieser Methode werden die Wurzeln mithilfe von Lichtenergie zerstört. Der Laser kann gleichzeitig mehrere Härchen erfassen, sodass die Prozedur nicht so lange dauert wie die Nadelepilation. Erfolgreich ist die Behandlung nur bei dunklen Haaren, da diese das Pigment Melanin enthalten, das die Lichtenergie leiten kann. Nebenwirkungen können Rötungen und leichte Schwellungen sein, allerdings auch schwere Verbrennungen, wenn die Laserenergie falsch eingeschätzt wird. Die Qualität der Behandlung hängt also von der Qualität des Anbieters ab - eine staatlich anerkannte Ausbildung fehlt auch hier. Die Strahlenschutzkommission des Bundesumweltministeriums fordert seit Jahren entsprechende gesetzliche Regelungen. Ein Beratungsgespräch sowie ein Test auf einer kleinen Hautpartie sind ein Muss.

Zeigt her eure Füße - Schöne Laufwerke

Zu eng, zu kurz, zu hoch, zu spitz - so lauten die vier Todsünden für Füße. Enge, kleine, hochhackige und spitz zulaufende Schuhe sind eine echte Folter für diese einmalige Konstruktion aus 26 Knochen, 33 Gelenken, 107 Bändern und 19 Muskeln. Leonardo da Vinci nannte den Fuß ein "technisches und künstlerisches Meisterwerk". Unsere Füße, diese feingliedrigen Meisterwerke, verdienen Aufmerksamkeit. Und Pflege. Also weg mit den Hochhackigen - jedenfalls im Alltag. Gönnen Sie Ihren Füßen öfter mal eine Pause und variieren Sie die Absatzhöhen. Das Beste ist und bleibt das Barfußlaufen. So kommt Licht und Luft an die zu oft verhüllten Füße, die Sohlen werden massiert, alle zehn Zehen können sich ungezwungen bewegen. Einfach mal Schuhe ausziehen - das geht toll auf einem der vielen Barfuss-Wanderpfade, die es mittlerweile überall im Land gibt (www.barfusspark.info). Jetzt noch ein wenig Pflege - und der Sommer kann kommen.

Einmal wöchentlich sind die Füße dran

Die Pflege gesunder Füße ist keine große Sache. Einmal in der Woche sollte man sich eine Viertelstunde Zeit nehmen. Los geht es mit einer Rubbelkur gegen Hornhaut. Dazu erst ein Fußbad (maximal 38 Grad) einlassen, die Füße fünf bis zehn Minuten lang warm baden. Toll sind Badezusätze - Lavendel zum Beispiel wirkt beruhigend, Salbei desodorierend, Mandel- oder Olivenöl versorgt die Haut mit Fetten. Die Haut höchstens zehn Minuten aufweichen - sonst quillt sie zu sehr auf und trocknet anschließend noch mehr aus. Nach dem Bad gründlich abtrocknen, vor allem zwischen den Zehen, das beugt Fußpilz vor.

Als Nächstes wird die Hornhaut mit einer Feile oder dem Bimsstein sanft abgerubbelt - doch Achtung bei Hornhauthobeln: Die scharfen Klingen entfernen oft zuviel der hilfreichen Haut und können die tieferen Hautschichten verletzen. Sanfter als alle Instrumente sind aufweichende Substanzen wie Salicylsäure, die es als Salben oder Badezusätze gibt.

Bei Bedarf werden jetzt die Nägel gekürzt; das geht nach dem Bad besonders leicht, weil sie weich sind. Fußnägel sollte man stets gerade schneiden und darauf achten, dass an den Ecken keine scharfen Kanten entstehen. Die Nägel sollten kurz sein, aber man sollte nicht alles wegschneiden. Fürs Kürzen eine Nagelzange verwenden, anschließend die Ecken mit einer Feile leicht abrunden. Das verhindert das Splittern der Nagelränder. Nagelhaut niemals schneiden, das kann zu Entzündungen führen. Besser mit Nagelöl einweichen und vorsichtig mit einem Holzstäbchen zurückschieben.

Weil unter den Füßen und zwischen den Zehen keine Talgdrüsen sitzen, verdient die zarte Fußhaut zum Abschluss eine Extraportion Creme oder Öl. Wohltuend für angegriffene Haut sind reichhaltige Cremes mit pflegenden Ölen oder feuchtigkeitsspendendem Harnstoff. Wer seinen Füßen etwas besonders Gutes tun möchte, cremt sie mit einer Kur ein - alternativ kann man eine normale Fußcreme großzügig auftragen - und lässt alles unter Baumwollsocken einwirken.

Wer sich einer professionellen Fußpflege anvertraut, sollte auf die Berufsbezeichnung achten. Fußpfleger darf man sich bereits nach einer Ausbildungszeit von wenigen Tagen nennen. Hingegen absolvieren Podologen oder Medizinische Fußpfleger eine zweijährige Ausbildung mit staatlich anerkannter Abschlussprüfung. Eine Sitzung beim Podologen kostet zwischen 25 und 50 Euro. Unter bestimmten Voraussetzungen (zum Beispiel Diabetes) bezahlen die Krankenkassen die medizinische Fußpflege. Adressen anerkannter Podologen unter: www.podologenliste.de

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Erschienen am 18.06.2010

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