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Labello Sun Protect im Test: Beliebte Marke nur "ungenügend"

Autor: Lena Wenzel/Christine Throl | Kategorie: Kosmetik und Mode | 18.01.2022

Labello Sun Protect Lippenpflegestift im Test: Die Lippenpflege gehört zu den überprüften Produkten, die durchfallen.
Foto: ÖKO-TEST; plprod/Shutterstock

Labello. Die Marke ist hierzulande so bekannt, dass sie längst zu einem Synonym für eine ganze Produktgruppe geworden ist – und zwar für Lippenpflegestifte. Umso ärgerlicher, dass Hersteller Beiersdorf in der Rezeptur für den Labello Sun Protect Lippenpflegestift auf bedenkliche UV-Filter setzt.  

"Mit Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs": Diese Worte zieren die Verpackung des Labello Sun Protect Lippenpflegestifts mit Lichtschutzfaktor 30 von Beiersdorf. Wirbt ein Produkt damit, aus natürlichen Inhaltsstoffen zu bestehen, gehen Verbraucherinnen und Verbraucher vermutlich davon aus, dass dieses keine umstrittenen Substanzen enthält. 

Wer sich auf diese Werbung verlässt, fällt beim Labello Sun Protect Lippenpflegestift aus unserem Test jedoch auf einen häufigen Werbetrick rein. Denn darin stecken gleich mehrere Inhaltsstoffe, die keinen natürlichen Ursprung haben. Insgesamt schneidet der Stift – wie sechs weitere überprüfte Lippenpflegestifte – nur mit "ungenügend" ab.  

Bedenkliche UV-Filter in Labello-Lippenpflegestift im Test 

Doch was genau sind die Gründe für das schlechte Gesamturteil? Die Antwort in Kürze: Der Labello-Lippenpflegestift mit Sonnenschutz beinhaltet die chemischen UV-Filter Homosalat und Octocrylen. Außerdem sind wir auf Titandioxid (TiO2) und BHT (Butylhydroxytoluol) gestoßen. 

Was es mit den Stoffen auf sich hat? Homosalat steht in Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. Zudem weisen neue Daten aus Tierversuchen daraufhin, dass der UV-Filter möglicherweise Nieren, Leber und Schilddrüse schädigen kann. Auch Octocrylen ist vermutlich hormonell wirksam. Das ergaben Zellversuche. 

Zum Vergleich: Homosalat und Octocrylen bemängeln wir jeweils drei Mal im Test von Lippenpflegestiften mit UV-Schutz.  

Sonnenschutz ist auch auf den Lippen wichtig.
Sonnenschutz ist auch auf den Lippen wichtig. (Foto: Dragana Gordic/Shutterstock)

Das Problem mit Titandioxid im Labello-Lippenpflegestift

Geht es um Titandioxid, wird es komplizierter. Der Stoff gerät immer mehr in Kritik. Bei derzeitiger Studienlage kann nicht ausgeschlossen werden, dass Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff (E171) möglicherweise das Erbgut schädigt, wenn es in den Körper gelangt. Deshalb kam die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit im Sommer 2021 zu dem Entschluss, den Stoff als "nicht sicher" einzustufen.

Bisher ist nicht geklärt, ob sich die Daten zu E171 auf Titandioxid in Kosmetika übertragen lassen. Aufgrund des vorbeugenden Verbraucherschutzes raten wir aber dazu, auf Lippenpflegestifte mit Titandioxid zu verzichten. Denn was wir uns auf die Lippen schmieren, kann verschluckt werden. 

Im überprüften Labello-Lippenpflegestift steckt Titandioxid als Farbstoff (CI 77891). Von anderen Herstellern wird er aber auch als mineralischer UV-Filter eingesetzt. Insgesamt beanstanden wir Titandioxid in neun getesteten Produkten.   

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Rezeptur bald ohne Problemstoff BHT? 

BHT (Butylhydroxytoluol) ist ein weiterer Inhaltsstoff, der aus unserer Sicht nicht in Kosmetik gehört. Und doch ist er im Labello-Lippenpflegestift im Test enthalten. Die Substanz steht unter Verdacht, wie ein Umwelthormon zu wirken. Zudem geben Tierversuche unter anderem Hinweise darauf, dass BHT die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigt.

Laut Hersteller Beiersdorf wird das Produkt ab März 2022 aber mit überarbeiteter Rezeptur produziert, frei von BHT. Auf BHT sind wir nur einmal im Test gestoßen. 

So setzt sich das Gesamturteil zusammen 

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Weil Homosalat, Octocrylen, Titandioxid (CI 77891) und BHT zu den Inhaltsstoffen des Labello Sun Protect Lippenpflegestifts mit Lichtschutzfaktor 30 gehören, ziehen wir insgesamt fünf Noten ab. Damit lautet das Gesamturteil "ungenügend". Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie hier auf der Seite zum Test im Abschnitt Testverfahren.

Der Test zeigt: Vier von 21 Lippenpflegestiften mit UV-Schutz schneiden mit Bestnote ab. Es gibt aber auch einige Produkte, die wir kritisieren. Der Hauptgrund sind bedenkliche UV-Filter. Probleme gibt es zudem mit Mineralöl: Ein paar Pflegestifte sindmit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) verunreinigt. Mehr zum Test lesen Sie hier: Lippenpflegestifte mit Sonnenschutz im Test: Vorsicht bei UV-Filtern

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