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Haarentfernung: Die 8 wichtigsten Methoden im Überblick

Ratgeber Kosmetik 2016 | Kategorie: Kosmetik und Mode | 09.05.2020

Haarentfernung: Die 8 wichtigsten Methoden im Überblick

Haarentfernung ist Pflicht? Vor allem jüngere Frauen stellen das nicht mehr infrage. Für eine glatte, weiche und haarlose Haut nehmen sie auch schmerzhafte, langwierige und teure Prozeduren in Kauf.

  • Zwei von drei Frauen in Deutschland entfernen sich die Körperhaare – vor allem an den Beinen.
  • Der Nassrasierer ist mit großem Abstand die beliebteste Methode zur Haarentfernung.
  • Auch mit Creme, Wachs und Sugaring rücken Frauen den Haaren zu Leibe. Für eine dauerhafte Haarentfernung braucht es jedoch eine professionelle Behandlung.

Auf dem Kopf und für die Vollbärte der Hipster wünschenswert ist: volles, dichtes Haar. Für den Rest des Körpers sind Haare weitgehend tabu. Wildwuchs unter den Armen, Stoppeln an den Beinen oder ein dunkler Flaum über der Oberlippe - das kommt für die meisten Frauen nicht infrage.

Wie die Universität Leipzig vor einigen Jahren in einer Studie herausfand, entfernen sich 97 Prozent der jungen Frauen die Körperhaare, vor allem an den Beinen. Haarlose Haut ist ein allgemeiner kultureller Trend, meinen die Leipziger Wissenschaftler. Der kann zwar auch wieder aus der Mode kommen, aber dass behaarte Damenbeine irgendwann einmal als schön gelten, sei extrem unwahrscheinlich. Auch immer mehr Männer lassen sich den störenden Haarwuchs entfernen, vor allem die Rückenhaare.

Ob die Behaarung am Körper stark oder schwächer ausgeprägt ist, legen die Erbanlagen fest. Auch die Hormone, insbesondere männliche Geschlechtshormone, beeinflussen, wie üppig der Bewuchs sprießt. Entgegen anders lautender Gerüchte wachsen entfernte Haare weder schneller noch üppiger nach als zuvor.

Haarentfernung: Welche Methode ist die beste?

Mit welcher Methode man den Haaren am besten den Garaus macht, ist eine Frage von Zeit, Geld, dem Anspruch an das Ergebnis und vielfach auch der eigenen Schmerzempfindlichkeit. Wer die Haarentfernung lieber zu Hause vornimmt, findet in unserem Enthaarungsmittel-Test eine Reihe sehr guter und guter Produkte. Es gibt aber etliche Methoden, die auf jeden Fall in die Hände einer Fachkraft gehören.

Haarentfernung: Nass- oder Trockenrasur?

Der Nassrasierer ist laut Statistik für mehr als 50 Prozent der deutschen Frauen, die ihrer Körperbehaarung zu Leibe rücken, das Mittel der Wahl. Die meisten greifen zu Einweg- oder Systemrasierern. Nur wenige entscheiden sich für den elektrischen Rasierapparat.

Jetzt lesen: Haarentfernungsmittel im Test

Wichtig zu wissen: Die Rasur reizt die Haut, sie sollte daher anschließend eingecremt werden. Vor der Rasur trägt Frau am besten ein pflegendes Gel oder Schaum auf. Manche Rasierer haben in der Klinge bereits feste Rasierseife eingebaut und kommen ohne Schaum aus. Für die Bikinizone gibt es kleine, speziell geformte (Einmal-)Rasierer.

  • Vorteil: Rasieren geht einfach, schnell und unkompliziert und kann – ausgenommen der elektrische Rasierer! – gleich bei der morgendlichen Dusche erledigt werden.
  • Nachteil: Eine Rasur beschert nur für etwa drei Tage glatte Haut. Außerdem wirken die stumpf abgeschnittenen Stoppeln, die beim Nachwachsen sichtbar werden, dicker als unrasiertes Haar. Ein weiterer Nachteil: Einmalrasierer produzieren viel Müll.
  • Kosten: Sehr einfache Einmalrasierer im Fünfer-Pack gibt es für weniger als einen Euro. Für Wechsel- bzw. Ersatzklingen muss man bei Markenrasierer etwa 2,50 Euro pro Stück rechnen. Einen elektrischen Nass-/Trocken-Rasierer speziell für Frauen gibt es ab etwa 20 Euro.
Der Nassrasierer ist die beliebteste Methode zur Haarentfernung, aber auch mit Creme und Wachs kann frau störenden Haaren zu Leibe rücken.
Der Nassrasierer ist die beliebteste Methode zur Haarentfernung, aber auch mit Creme und Wachs kann frau störenden Haaren zu Leibe rücken. (Foto: CC0 / kropekk_pl / pixabay)

Haarentfernung mit Enthaarungscreme

Chemische Zusätze von Enthaarungscremes weichen die Haare auf und lassen sie ausfallen. Das Ergebnis hält bis zu vier Wochen an, es kommt aber relativ häufig zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen. Die Produkte dürfen nicht mit den Schleimhäuten in Berührung kommen. Sie enthalten stark alkalische Substanzen und als Wirkstoffe die Salze der Thioglykolsäure. Diese knacken die Schwefelverbindungen im Haar. Anwenderinnen von Enthaarungscremes klagen mitunter über tagelang anhaltendes Brennen der behandelten Stellen.

  • Vorteil: Eine einfache Handhabung; Die Wirkung hält etwa vier Wochen lang an.
  • Nachteil: Hohes Risiko für Hautreizungen und allergische Reaktionen, daher sollte die Methode nicht dauerhaft angewendet werden.
  • Kosten: Enthaarungscremes kosten um die drei bis fünf Euro. Bio-Produkte sind meist etwas teuerer.

Haarentfernung mit Wachs

Die Wachs-Methode eignet sich besonders für die Beine, denn diese sind nicht so schmerzempfindlich. Etwas Übung ist allerdings erforderlich. Am besten, man bearbeitet nach und nach kleinere Hautabschnitte und nicht gleich größere Partien mit einem Ruck. Unterschieden wird zwischen Kalt- und Warmwachs.

Kaltwachsstreifen sind einfach in der Anwendung, aber oft nicht so effektiv. Sie werden auf die gereinigte Haut aufgelegt, das Wachs verklebt mit den Haaren. Beim Abreißen der Streifen wird das Haar ausgerissen, allerdings nicht mit der kompletten Wurzel. Warmwachsprodukte müssen erst erwärmt werden. Das warme Wachs umschließt die Haare oft fester, sodass das Ergebnis in der Regel besser ausfällt.

  • Vorteil: Die Haarentfernung hält etwa drei bis vier Wochen an. Zudem wachsen die Haare nicht stoppelig, sondern mit weicher Spitze nach.
  • Nachteil: Die Anwendung ist recht schmerzhaft, mit Warmwachs zudem recht zeitaufwendig.
  • Kosten: Produkte für zu Hause sind ab etwa vier Euro erhältlich.

Haarentfernung durch Sugaring

Aus dem Orient kommt das natürliche Produkt Halawa, eine Zuckerpaste, mit der sich Haare wie mit Warmwachs entfernen lassen. Die Paste gibt es im Kosmetikfachhandel. Beim sogenannten Sugaring wird die Paste vor der Anwendung – wie Warmwachs – angewärmt, auf die zu enthaarende Stelle aufgetragen, leicht verstrichen und anschließend in Haarwuchsrichtung abgezogen.

  • Vorteil: Das Zuckern ist weniger schmerzhaft als Wachs, da die Haare in Wuchsrichtung abgezogen werden. Ähnlich wie beim Wachsen hat man etwa einen Monat Ruhe vor nachwachsendem Flaum.
  • Nachteil: Ganz ohne Schmerzen geht es auch beim Sugaring nicht. Die Methode ist recht zeitaufwendig und erfordert Übung.
  • Kosten: Halawa-Zuckerpaste ist ab etwa zwölf Euro erhältlich.

>> Auch interessant: Sugaring selber machen: So stellen Sie Zuckerpaste zur Haarentfernung her

Sugaring ist etwas schmerzhaft und erfordert Übung, die Haare wachsen aber erst nach etwa vier Wochen nach.
Sugaring ist etwas schmerzhaft und erfordert Übung, die Haare wachsen aber erst nach etwa vier Wochen nach. (Foto: : CC0 Public Domain / Pexels - Breakingpic; cottonbro)

    Haare entfernen mit Epiliergerät

    Epiliergeräte für die Heimanwendung sind vor allem bei Frauen beliebt. Beim elektrischen Epilieren greifen schnell rotierende Pinzetten die Haare und reißen sie aus. Einige Geräte arbeiten mit einem Kühleffekt, der die Haut unempfindlicher macht. Trotzdem eignet sich die Methode am besten für die relativ unempfindlichen Beine und nicht für die weiche Haut unter den Achseln oder in der Bikinizone.

    Wer sehr lange Haare hat, kann sie vor dem Epilieren mit einem Rasiergerät auf einen halben bis einen Zentimeter kürzen, dann funktioniert die Methode am besten. Die Haut sollte trocken und fettfrei sein. Vor dem Ansetzen des Geräts straffen Sie mit einer Hand die Haut - das richtet die Härchen auf. Am besten klappt die Haarentfernung, wenn man mit kreisenden Bewegungen gegen die Wuchsrichtung epiliert.

    Danach wachsen oft feinere Härchen nach. Die Epilation sollte alle vier Wochen wiederholt werden, dann ziept es am wenigsten. Um das Einwachsen abgerissener Härchen zu vermeiden, ist ein anschließendes Peeling sinnvoll. Am besten epiliert man abends, denn manchmal treten danach Rötungen oder Pickelchen auf. Meist verschwinden diese über Nacht.

    • Vorteil: Effektive Methode, die Haare für etwa einen Monat entfernt.
    • Nachteil: Die Prozedur ist dank verbesserter Technik nicht mehr so schmerzhaft, doch vor allem bei der ersten Behandlung ziept es mächtig.
    • Kosten: Ein solides Gerät kostet etwa 50 Euro aufwärts.
    Epilieren zuhause entfernt lästige Haare für etwa einen Monat, eine Nadelepilation sollte nur ein Profi durchführen.
    Epilieren zuhause entfernt lästige Haare für etwa einen Monat, eine Nadelepilation sollte nur ein Profi durchführen. (Foto: CC0 / devansee / pixabay)

    Ist eine Nadelepilation ratsam?

    Die Nadel- oder Elektroepilation gilt als effektivstes Verfahren, um Haarwurzeln zu zerstören und das Nachwachsen langfristig zu verhindern. Bei dem Eingriff wird eine hauchfeine Nadel in den Haarkanal eingeführt und kurz unter Strom gesetzt. Der Stromstoß zerstört die Haarwurzel, was schmerzhaft sein kann. Auch Nebenwirkungen wie Rötungen und leichte Schwellungen treten oft auf.

    Diese Technik sollte nur ein Spezialist durchführen, Adressen gibt es beim Fachverband Elektrologie. Allerdings ist die Ausbildung in Deutschland nicht geregelt. Anbieter sollten regelmäßig Weiterbildungen besuchen, da sich die Technik ständig weiterentwickelt. Ein Beratungsgespräch ist ein Muss, ein Test auf einer kleinen Hautpartie sinnvoll.

    • Vorteil: Die effektivste Methode zur langfristigen Haarentfernung; sie eignet sich grundsätzlich für alle Haut- und Haartypen.
    • Nachteil: Zeitaufwendig und teuer, da jedes Haar einzeln behandelt wird.
    • Kosten: Je nach Aufwand kostet die Behandlung pro Stunde 50 bis 100 Euro. Für ein gutes Ergebnis sind mindestens drei Sitzungen notwendig.

    Dauerhafte Haarentfernung durch eine Laserbehandlung

    Bei dieser Methode werden die Haarwurzeln durch Lichtenergie zerstört. Der Laser erfasst mehrere Haare gleichzeitig, sodass die Prozedur nicht so lange dauert wie die Nadelepilation. Lasern ist nur bei dunklen Haaren sinnvoll, denn sie enthalten das Pigment Melanin, das die Lichtenergie leiten kann. Da die Haut dabei einer gewissen Lichtbelastung ausgesetzt ist, sind Sonnenbäder davor und danach tabu. Wer Medikamente nimmt, die auf Licht reagieren, darf sich der Behandlung nicht unterziehen.

    Die besten Ergebnisse erzielen Experten im Gesicht, in den Achseln und an der Bikinizone. An den Beinen sind Probebehandlungen auf einem begrenzten Hautareal empfehlenswert. Überzeugt das Ergebnis, können auch die Beine komplett behandelt werden.

    • Vorteil: Professionell durchgeführte Laserbehandlungen können den Haarwuchs langfristig deutlich verringern.
    • Nachteil: Sehr teuer und nicht für alle Haartypen geeignet. Bei nicht professioneller Anwendung der Lasergeräte kann es zu Komplikationen wie Verbrennungen, Narben, Infektionen oder Pigmentstörungen kommen.
    • Kosten: Eine Sitzung kostet etwa 300 Euro. Je nach Haar- und Hauttyp sind zwei bis acht Sitzungen im Abstand von vier bis sechs Wochen nötig.

    IPL-Methode für eine dauerhafte Haarentfernung

    Die IPL-Methode (Intense Pulsed Light) gilt als modernstes Verfahren zur dauerhaften Haarentfernung. Xenonlicht, das im Haar zu Wärme umgewandelt wird, zerstört die Wurzel. Da auch bei dieser Methode das Farbpigment Melanin im Haar als Leiter dient, sind hellblonde und weiße Haare schlecht zu entfernen. Interessenten sollten darauf achten, dass der Anbieter Geräte der zweiten Generation verwendet, bei ihnen ist das Risiko für Verbrennungen geringer. Dennoch muss eine zusätzliche Hautkühlung erfolgen. Sonne und Solarium müssen vier bis sechs Wochen vor und nach der Behandlung gemieden werden.

    • Vorteil: Moderne, effektive Methode zur dauerhaften Haarentfernung.
    • Nachteil: Die Behandlung ist teuer. Studien zeigten, dass Haare manchmal nachwachsen.
    • Kosten: Eine 45-minütige Behandlung mit neueren IPL-Geräten kostet etwa 250 Euro. Vier bis acht Sitzungen sind nötig.

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