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33 Pflanzenhaarfarben im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012
vom 14.10.2011

Haarfarben, Pflanzenfarben

Im Färborgenen

Fast jede zweite Frau färbt sich in Deutschland die Haare. ÖKO-TEST hat 33 Haarfarben auf Pflanzenbasis und andere sogenannte "Natur"-Farben auf den Prüfstand gestellt: 15 Marken fallen durch den Test. Immerhin gibt es aber 18 sehr gute Produkte.

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14.10.2011 | Naturhaarfarben gehören in die Gruppe der sogenannten semipermanenten Haarfarben, die immerhin mehr als 24 Haarwäschen überstehen. Die gebräuchlichste Pflanze für das Färben ist rotes Henna. "Wir verwenden aber insgesamt mehr als 20 Färbepflanzen für unsere Pflanzenfarben, für Blond- und Goldtöne etwa Kamille, Weizen oder Kurkuma und Walnussschalen für Braunnuancen", erklärt Kirsten Luger vom Pflanzenfarbenanbieter Culumnatura. Auch Indigo, das Textilien und die Jeans blau färbt, werde verwendet. Damit seien kühle Rotnuancen, beispielsweise Burgunder, realisierbar, sagt Luger. Die meist pulverförmigen Pflanzenprodukte werden mit heißem Wasser zu einem Brei angerührt, der meist zwischen einer halben Stunde und zwei Stunden im Haar bleiben muss. Die Firma Lush empfiehlt für ihre Henna-Produkte sogar drei bis acht Stunden - damit wird das Färben zur tagesfüllenden Aufgabe.

ÖKO-TEST hat 33 Haarfarben auf Pflanzenbasis oder mit einer Bezeichnung, die überwiegend "Natur" im Produkt vermuten lässt, eingekauft und die Bestandteile der Rezepturen ins Visier genommen.

Das Testergebnis

Im Vergleich zu herkömmlichen Haarfarben und Tönungen haben die untersuchten Produkte deutlich besser abgeschnitten. Immerhin 18 Pflanzenfarben bekommen ein "sehr gut". 15 Marken fallen dagegen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Hier handelt es sich um ganz konventionelle Produkte, die sich das Deckmäntelchen "Henna", "Bio" oder "Natur" umlegen, tatsächlich aber mit problematischen Färbechemikalien zu Werke gehen.

Knapp die Hälfte der Haarfarben wartet mit problematischen Stoffen wie Phenylendiamin auf. Diese Substanz und viele andere wie m- oder p-Aminophenol gehören zur Gruppe der aromatischen Amine, einige Vertreter dieser Stoffgruppe gelten als krebsauslösend.

Viele Färbechemikalien sind bislang nur vorläufig zugelassen. Der Prüfprozess ist langwierig und dauert bereits seit mehreren Jahren an. In dieser Zeit hat sich herausgestellt, dass viele der häufig eingesetzten Färbekomponenten stark sensibilisierend sind und eine Kontaktallergie auslösen können. Symptome können schmerzhafte Rötungen, Schwellungen und Juckreiz etwa im Gesicht und Nacken sein. Auf diese Gefahr weist heute schon der Warnhinweis "kann eine allergische Reaktion auslösen" hin.

Die Esther Tol Henna-Color, Rot Extra-Stark, die Henné Masria Rapide, Feurig Rot und das Henné Color Premium Végétal Pflanzliches Haarfärbepulver, Auburn Passion enthalten das aromatische Amin Sodium Picramat, das ein rötlich gelber Farbstoff ist.

Im Klartext: Diese vermeintlichen Naturprodukte sind ganz konventionelle chemische Haarfarben, ebenso wie es die neun dauerhaften Haarfarben mit den Komponenten Farbcreme und Entwickler der Kosmetikanbieter Extracta, Börlind, Frenchtop, Der Mayer und Power Health Ned. sind. In fünf weiteren Produkten monieren wir zudem das stark sensibilisierende Resorcin.

In einigen Marken kritisieren wir die eingesetzten Konservierungsstoffe. Die Pflegekomponenten der zwei

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Für diesen Test haben unsere Einkäufer Haarfarben mit "Henna" im Namen aus Bio-Super- und Drogeriemärkten, Parfümerien und dem Reformhaus eingekauft und in Online-Shops bestellt. Zudem landeten in unserem Einkaufskorb Pflanzenfarben, Tönungen oder Haarfarben auf Pflanzenbasis oder Haarfärbemittel, deren Namen auf eine natürliche Basis schließen lässt, wie es bei "Naturtint" oder "Biotinta Phito" unserer Ansicht nach der Fall ist. Häufig haben wir jeweils eine Rot- und eine Braunnuance eingekauft. Zudem fahndeten unsere Profishopper nach Haarfarben in internationalen Supermärkten in Frankfurt.

Problematische Inhaltsstoffe
Produkte aus internationalen Supermärkten oder von Märkten weisen häufiger keine korrekten Zutatenlisten auf oder enthalten längst verbotene Stoffe. Daher ließen wir solche Haarfarben auf verbotene aromatische Amine untersuchen. Grundsätzlich unterzogen wir alle sogenannten Pflanzenhaarfarben einer gründlichen Deklarationsprüfung, uns interessierte nämlich, ob unter dem Deckmäntelchen "Natur" und "auf Pflanzenbasis" mit chemischen Farbstoffen nachgeholfen wird. Die Färbechemikalien und auch ihre Zwischen- und Endprodukte, die bei Oxidationhaarfarben im Gemisch aus Farbcreme und Entwickler entstehen, sind problematisch. Im Jahr 2001 wurde ein Zusammenhang zwischen Haarfarben und Blasenkrebs hergestellt, seitdem arbeitet die EU-Kommission an einer Positivliste mit unbedenklichen Haarfarben. Viele chemische Farbstoffe in den Testprodukten sind nur vorläufig zugelassen. Auch wirken viele Farben stark sensibilisierend, das heißt sie lösen häufig Kontaktallergien aus.

Die Praxisprüfung
Das Färbeergebnis mit den Produkten im Test haben wir nicht überprüft, denn bei reinen Pflanzenfarben kann das Ergebnis sehr unterschiedlich ausfallen. Ein solcher Test wäre also wenig aussagekräftig. Bei chemischen Haarfarben machen wir den Praxistest aus einem anderen Grund nicht: Hier müssten wir nämlich Haarfarben an Konsumentinnen testen lassen, von denen wir nach Beurteilung der Inhaltsstoffe gänzlich abraten. Das damit verbundene Gesundheitsrisiko wollen wir keiner Probandin zumuten.

Die Bewertung
Solange in den Haarfarben Färbechemikalien eingesetzt werden, die noch nicht abschließend bewertet sind, können sie aus unserer Sicht auch nicht vom Krebsverdacht freigesprochen werden und wir werten entsprechend stark ab. Zudem monieren wir andere kritische Substanzen, etwa den Konservierer Diazolidinyl Urea, der ein Formaldehyd/-abspalter ist.

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