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26 Allzweckcremes im Test

Das ging in die Dose

ÖKO-TEST Mai 2011 | Kategorie: Kosmetik und Mode | 29.04.2011

26 Allzweckcremes im Test

Die meisten untersuchten Allzweckcremes sind in Ordnung. Aber ausgerechnet die bekannten Marken, darunter Nivea Creme, Creme 21 und Dove, konnten nicht rundum überzeugen. Sie enthalten allergisierende Duftstoffe und billige Erdölprodukte.

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Nivea, die Crème de la Crème, wird 100. Dr. Oscar Troplowitz, der die Firma Beiersdorf 1890 von Paul C. Beiersdorf gekauft hatte, brachte die Creme auf den Markt. Möglich wurde das durch einen wenige Jahre zuvor entdeckten Emulgator, gewonnen aus Wollwachs, der es erstmals möglich machte, Fett und Wasser zu einer stabilen Emulsion zu vereinigen: Eucerit - das schöne Wachs - wurde er von seinem Entdecker, dem Chemiker Dr. Isaac Lifschütz, genannt. 1911 kaufte Troplowitz die Patente samt der Fabrikation und entwickelte zusammen mit Lifschütz eine stabile Fett- und Feuchtigkeitscreme. Zuvor wurden Cremes meist auf Basis von tierischen Fetten hergestellt, die sich schnell zersetzten und ranzig wurden.

1914 war Nivea bereits in 34 Ländern vertreten. Die 20er-Jahre des 20. Jahrhunderts waren eine Zeit des Umbruchs und Nivea verkaufte sich nicht mehr so gut. Die Menschen waren lebenshungrig. Jugend, Sport und Freizeit wurden großgeschrieben, frische, sonnengebräunte Haut war jetzt das Ideal - nicht mehr die vornehme Blässe. Beiersdorf reagierte und änderte 1925 den Markenauftritt komplett: Die blaue Dose mit dem weißen Schriftzug in großen Druckbuchstaben sollte für Frische und Klarheit stehen, in zeitlosem Design im Geiste des Dessauer Bauhauses. Auch das Werbekonzept wurde geändert: Nivea für die ganze Familie, auch für Kinder und Säuglinge. Drei kecke Knaben - die "Nivea-Jungens" - warben damals in weißen Hemden für die Marke. Mit Erfolg. Blau-Weiß wurde zum Wiedererkennungssymbol, zur Marke schlechthin.

Heute wird die Nivea Creme fast 150 Millionen Mal pro Jahr verkauft. Echte Konkurrenz bekam sie erst 1969/1970, als Henkel die Werbetrommel für eine neue Allzweckcreme rührte. In der Modefarbe Orange wirkte sie frischer, freier, fröhlicher und jünger: Creme 21 wurde zur Kultmarke jener Zeit. 21 steht für die damalige Volljährigkeit. "Hält die Haut jung", verkündete die Werbung und setzte erstmals auf nackte Haut. Doch in den 80er-Jahren verlor die Marke an Bedeutung und wurde von Henkel zumindest hierzulande nicht mehr angeboten. Bis die studierte Marketingfachfrau Antje Willems-Stickel, die lange Jahre im Verlagswesen und in der Geschäftsführung des Deutschen Fachverlags tätig war, im Jahre 2003 die Markenrechte an Creme 21 kaufte und das Produkt ihrer Jugendzeit aus dem Dornröschenschlaf erweckte. Heute schlägt sich die Creme 21 ganz wacker am heiß umkämpften Markt.

Neben Nivea und Creme 21 gibt es noch eine ganze Reihe anderer Cremes, die man als Allzweckcremes bezeichnen kann, die also nicht speziell für Gesicht, Hände oder Körper entwickelt wurden. Sie sind in der Regel eher reichhaltig und feuchtigkeitsspendend, aber klar definiert ist das nicht. In den vergangenen Jahren sind auch sogenannte Softcremes auf den Markt gekommen, eher leichte, schnell einziehende Cremes. Jedoch auch hier verwendet jeder Hersteller den Begriff anders.

ÖKO-TEST hat 26 Cremes ohne spezielle Auslobung in die Labore geschickt, darun...


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26 Allzweckcremes im Test
ÖKO-TEST Mai 2011 Seite 62
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Seite 62 - 67 im ÖKO-TEST Mai 2011
vom 29.04.2011

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Unter Allzweckcremes versteht man in erster Linie solche Cremes, die nicht für einen speziellen Zweck und nicht gezielt für Gesicht, Hände oder anderes ausgelobt sind. So wie man es von den Klassikern wie Nivea Creme und Creme 21 kennt. Nach diesen und ähnlichen Pflegeprodukten schauten unsere Einkäufer in den Regalen. In der Regel sind das eher reichhaltige und feuchtigkeitsspendende Rezepturen. Ob es sich aber wirklich um eine Wasser-in-Öl-Emulsion oder doch um eine leichtere Öl-in-Wasser-Emulsion handelt, ist für den Verbraucher normalerweise nicht zu erkennen. Zunehmend kommen auch sogenannte Softcremes auf den Markt von eher leichter, schnell einziehender Konsistenz. Drei der 26 Produkte, die wir im Test haben, sind als solche ausgelobt. Neben sehr preiswerten Cremes für 50 Cent pro 100 Milliliter gibt es auch teure Marken: Hier kostet die gleiche Menge bis zu 15 Euro.

Die Inhaltsstoffe

Kosmetikprodukte bringen laut Hersteller nur Gutes für die Haut. ÖKO-TEST sieht das etwas kritischer. Denn etliche Inhaltsstoffe - meist Konservierungsmittel und Duftstoffe - können der Haut und der Gesundheit durchaus zusetzen. Wie immer haben wir die Cremes deshalb auf bedenkliche und umstrittene Stoffe untersuchen lassen. Besonders kritisch sehen wir Formaldehyd/-abspalter, denn Formaldehyd ist krebsverdächtig, reizt zudem die Schleimhäute und kann Allergien auslösen. Andere Konservierungsmittel aus der Gruppe der Parabene stehen im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. Auch vor einigen Duftstoffen sollten die Verbraucher auf der Hut sein. Denn polyzyklische Moschus-Verbindungen und Cashmeran können sich im menschlichen Fettgewebe anreichern - und einige der deklarierungspflichtigen Duftstoffe wirken sensibilisierend. Außerdem prüften wir, inwieweit die Hersteller auch künstliche Fette wie Paraffine/Erdölprodukte/Silikone einsetzen, die sich weniger gut ins Gleichgewicht der Haut einfügen wie die Bestandteile natürlicher Öle. So weit möglich, sagen wir Ihnen auch, ob es sich bei den Rezepturen eher um reichhaltige, fettreiche Emulsionen (Wasser-in-Öl) oder um leichtere Cremes (Öl-in-Wasser) handelt. So können Sie besser entscheiden, welche Creme zu Ihnen und Ihrer Haut passen könnte.

Die Bewertung

Unser Schwerpunkt liegt auf den Inhaltsstoffen und ihrer möglichen gesundheitlichen Auswirkungen. Die Cremes versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und pflegen sie, ansonsten versprechen die Hersteller bei Universalcremes keine Wunder. Eine kurzfristige Feuchtigkeitsanreicherung könnte man wohl messen. Sie sagt aber nichts über die mittel- und langfristige Wirkung aus, auf die es letztendlich ankommt, und auch die Tatsache, ob die Werte überhaupt positiv für den jeweiligen Hautzustand sind, wird nicht berücksichtigt. Wenn die Pflege oder die Anwendung beispielsweise mit Silikonen/Erdölprodukten/Paraffinen verbessert werden soll, liefert die Creme der Haut keine natürlichen Fettsäuren. Bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe haben in Kosmetikprodukten nichts verloren, noch dazu wenn diese - wie bei einer Creme - auf der Haut bleiben und lange einwirken können. Je nachdem ob sie gesundheitlich bedenklich oder umstritten beziehungsweise für sensible Menschen problematisch sind, bekommt die Bewertung ein mehr oder weniger großes Gewicht. So sehen wir beispielsweise Cashmeran kritischer als die in diesem Test analysierten allergisierenden Duftstoffe.

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