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19 Haaröle im Test

Wenig Natürliches

Ratgeber Kosmetik 2015 | Kategorie: Kosmetik und Mode | 05.06.2015

19 Haaröle im Test

Nicht nur die Haut, auch die Haare sollen von Pflegeölen profitieren. Glanz und Glätte wird versprochen. Doch pflanzliche Öle sind eher die Ausnahme: In vielen konventionellen Produkten stecken in erster Linie Silikonöle.

Vom "Wunder-Öl mit schwerelosen Pflege-Ölen" ist auf einer Verpackung die Rede, vom "Anti-Stroh-Effekt" und von "veredelnder" Haarpflege auf anderen. Und nach Herstellerangaben sind die Produkte auch noch universell anwendbar: Viele von ihnen können demnach sowohl im feuchten als auch im trockenen Haar verteilt werden, außerdem als "Styling-Finish". Die Produzenten versprechen vielseitige Pflege, Schutz vor Strapazen oder sogar Reparatur. Und Kunden vertrauen darauf: Pflegeöle fürs Haar sind in Mode.

Das bestätigt Ansgar Bannert vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. Die Hersteller hätten sich in diesem Bereich zuletzt breit aufgestellt. Seiner Meinung nach gibt es viele Gründe, warum Haaröl so gut ankommt. Einer der wichtigsten: Die Anwendung suggeriere "sofortige Hilfe". "Das Haar fühlt sich direkt geschmeidiger an, es glänzt, man kann problemlos mit den Fingern hindurchgleiten", sagt Bannert. Außerdem sei die Pflege mit dem Öl unkompliziert: Man muss es nicht lange einwirken lassen, nicht auswaschen. Pauschal will Ansgar Bannert Haaröl allerdings nicht bewerten: "Es gibt sehr gute Produkte mit wertvollen pflegenden Inhaltsstoffen, aber es gibt auch völligen Schwachsinn."

Während Silikone aus immer mehr Shampoos verbannt werden, nutzen die Hersteller von konventionellen Haarölen die synthetischen Stoffe häufig - und zwar in erheblichen Mengen. Silikone stehen ganz vorn auf der Liste der Inhaltsstoffe, machen demnach also einen großen Teil des Produkts aus - selbst dann, wenn auf der Verpackung mit natürlichen Inhaltsstoffen geworben wird.

Für Heike Käser, die ihr umfangreiches Wissen über Öl auf der Website www.olionatura.de zusammengetragen hat, ist das keine Überraschung. Sie erklärt, warum die Silikone den Herstellern gerade beim Haaröl so gelegen kommen: "Weil es keine Fette sind. Die Silikone geben dem Haaröl die gewünschte Konsistenz, ohne zurückzufetten." Sie breiteten sich schnell auf der Haaroberfläche aus, machten das Haar seidig, glatt und schön -

ohne dass es aussieht, als habe man es zu lange nicht gewaschen. Denn diese Gefahr besteht durchaus, wenn man natürliche Öle nicht sparsam genug aufträgt. Silikone legen sich jedoch wie ein Film über die Schuppenschicht des Haars. Sie füllen brüchige Stellen zwar aus und glätten - "aber eben nur optisch, ohne das Haar wirklich zu pflegen", erklärt Heike Käser. Und Silikone lassen sich teilweise nur schwer auswaschen. Das kann zu Problemen beim Färben und Tönen führen. Es komme vor, dass Farbe dann nicht mehr bis in die Faserschicht durchdringt, so Ansgar Bannert.

Hinzu kommt, dass Silikone nach Expertenmeinung für den Menschen zwar nicht gesundheitsschädlich, für die Umwelt aber problematisch sind, denn sie sind biologisch nur schwer abbaubar.

Um zu erfahren, was Hersteller in ihre Haaröle mischen, haben wir 19 Produkte - davon drei Naturkosmetika - in die Labore geschickt.

Das Testergebnis

Überwiegend gut: Die häufigste Bewertung im Test lautet "gut", achtm


Haaröle: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Pantene Pro-V Trocken-Öl mit Vitamin E Repair & Care
  • Procter & Gamble

Garnier Fructis Wunder-Öl
  • Garnier

Neobio Pflege Haaröl Bio-Aloe  Vera & Arganöl
  • Logona (Naturwarenladen)

Artist Haaröl Intensive Repair Oil
  • Müller Drogeriemarkt

Redken All Soft  Argan-6 Oil
  • Redken

Weleda Intensiv pflegendes Haaröl
  • Weleda

Moroccanoil Behandlung
  • Kribber

Douglas Hair Style & Shine Arganöl
  • Douglas

L'Oréal Elvital Öl Magique 6 Blüten-Extrakte
  • L'Oréal

L'Occitane Repairing Oil
  • L'Occitane

Schauma Beauty Öl
  • Schwarzkopf & Henkel

Dove Pure Pflege Schwereloses Öl Haarpflege
  • Unilever

Klettenwurzel Haar-Öl
  • Beiersdorf

John Frieda Full Repair Reparierendes Öl-Elixier
  • John Frieda

Isana Hair Oil Care Haaröl
  • Rossmann

Guhl Tiefen Aufbau Veredelndes Haaröl Monoi-Öl
  • Guhl Ikebana

Syoss Beauty Elixir Absolute Oil
  • Schwarzkopf & Henkel

Gliss Kur 6 Wunder Öl Essenz
  • Schwarzkopf & Henkel

Alverde Nutri-Care-Haaröl Mandel Argan
  • Dm

19 Haaröle im Test
Ratgeber Kosmetik 2015 Seite 108
Ratgeber Kosmetik 2015 Seite 109
Ratgeber Kosmetik 2015 Seite 110
Ratgeber Kosmetik 2015 Seite 111
Ratgeber Kosmetik 2015 Seite 112
Ratgeber Kosmetik 2015 Seite 113

6 Seiten
Seite 108 - 113 im Ratgeber Kosmetik 2015
vom 05.06.2015
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

19 Haaröle von günstig (zum Beispiel das Klettenwurzel Haar-Öl von Beiersdorf) bis exklusiv - etwa das Moroccanoil Behandlung, das für sich beansprucht, die "Haarpflegeindustrie revolutioniert" zu haben. Eingekauft haben wir in Drogerien, Parfümerien und im Naturwarenladen.

Die Inhaltsstoffe

Arganöl, Jojobaöl, Macadamiaöl, Rosmarinöl - und was noch? Uns interessierte eben nicht nur, womit die Hersteller ihre Produkte anpreisen, sondern was sonst noch in den vermeintlichen Wunderölen steckt. Daher ließen wir die Produkte im Labor unter anderem auf 38 Duftstoffkomponenten untersuchen, die zum Teil Allergien auslösen können, zum Teil aber sogar als nerven- und erbgutschädigend gelten. Außerdem hat sich ein Labor genau angeschaut, ob neben den beworbenen pflanzlichen Ölen nicht auch Erdöl mit verkauft wird.

Die Bewertung

Hochwertige Öle, die frei von Schadstoffen sind - das ist unser Anspruch an die Haaröle. Wo problematische Duftkomponenten oder bedenkliche UV-Filter eingesetzt werden, werten wir streng ab. Wenn synthetische Substanzen die Aufgabe von natürlichen, pflanzlichen Ölen übernehmen, gibt es ebenfalls Punktabzug. Dabei legen wir an teure wie an günstige Produkte die gleiche Messlatte an.

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Erschienen am 05.06.2015

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