1. Home
  2. News

Mogelpackung: Darum raten wir vom Bebivita-Obstbrei im Test ab

Autor: Lena Wenzel | Kategorie: Kinder und Familie | 02.10.2019

Der Obstbrei von Bebivita gehört zu den Produkten, die wir im Test bemängeln.
Der Obstbrei von Bebivita gehört zu den Produkten, die wir im Test bemängeln. (Foto: ÖKO-TEST )

Obst ist lecker und Obstgläschen sind praktisch: Viele Eltern geben ihren Kindern Obstbreie, als Snack zwischendurch. Wir haben 20 Produkte getestet. Sind alle einwandfrei? Nicht ganz. So fällt ein Produkt von Bebivita besonders negativ auf.

Es gibt ein breites Sortiment von Obstbreien in Drogerien und Supermärkten. Wir haben 20 Gläschen getestet, nur knapp die Hälfte ist empfehlenswert. Alle anderen Obstbreie schneiden mit "befriedigend" oder "ausreichend" ab, ein Produkt von Bebivita fällt durch. Was wir kritisieren.

Bebivita Obstbrei: Es steckt wenig an echtem Obstpüree drin 

Das Gläschen Bebivita Pfirsisch mit Maracuja in Birne bewerten wir im Obstbrei-Test insgesamt mit "mangelhaft". Damit ist es das einzige Produkt, das durchfällt. Wir kritisieren vor allem, dass der Anteil an echtem Obstpüree weniger als die Hälfte des Inhalts ausmacht. 

Zwar schreibt der Anbieter "Früchte 94%" auf die Zutatenliste, doch wer genauer hinschaut, stellt fest: Der Brei besteht lediglich zu 42 Prozent aus püriertem Pfirsich. Der restliche "Früchteanteil" stammt zu 49 Prozent aus Birnensaft und 3 Prozent aus Maracujasaft aus Konzentraten. In insgesamt sieben Obstbreien im Test liegt der Anteil von echtem Obstpüree unter 80 Prozent. 

Zugabe von Vitamin C ist unnötig  

Wir bemängeln außerdem die Auslobung "ohne Zuckerzusatz" auf dem Etikett des Bebivita-Gläschens. Zwar ist dem Brei kein Zucker zugesetzt, jedoch erweckt die Auslobung aus unserer Sicht den Anschein, dass allgemein wenig Zucker im Brei enthalten ist. Denn sie spricht Menschen an, die Wert auf Produkte mit wenig Zucker legen. Dabei sind die natürlichen Zuckergehalte in den Obstbreien ordentlich hoch.

Auch in der Kritik: Die Deckeldichtungen des Breis von Bebivita. Sie enthält, wie auch alle anderen Dichtungen der Breie im Test, PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen. Diese belasten die Umwelt bei der Herstellung sowie der Entsorgung. Das ist unnötig, denn es gibt Alternativen. 

Unnötig ist auch die Zugabe von Vitamin C, weil von Natur aus genug davon in Obst steckt, und die Werbung mit Selbstverständlichkeiten. Dass die Hersteller keine Farb- und Konservierungsstoffe zusetzen, ist gesetzliche Vorgabe – damit sollte die Industrie aus unserer Sicht keine Werbung machen. 

Den kompletten Test mit allen Detailergebnissen können Sie hier als e-Paper kaufen.

So setzt sich das Gesamturteil zusammen 

Weil der Obstbrei Bebivita Pfirsisch mit Maracuja in Birne nur zu 42 Prozent aus pürierter Frucht besteht und Vitamin C zugesetzt wurde, gibt es insgesamt drei Noten abzug. Damit verschlechtert sich das Teilergebnis Inhaltsstoffe von "sehr gut" auf "ausreichend".

Unter Weitere Mängel fallen die PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen, Werbung mit Selbstverständlichkeiten und die Auslobung "ohne Zuckerzusatz". Für jeden dieser Mängel ziehen wir jeweils eine Note ab. Somit lautet das Teilergebnis Weitere Mängel "ausreichend". Dieses Teilergebnis wiederum verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Daher steht am Ende ein "mangelhaft". Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie hier auf der Seite zum Test im Abschnitt Testverfahren.

Der Test zeigt: Neun Obstbreie können wir mit dem Gesamturteil "gut" empfehlen, von drei Gläschen raten wir eher ab – darunter eben der Brei von Bebivita. Erfreulich ist, dass die Labore in keinem der Breie Schadstoffe wie Pestizide gefunden haben. 

Weiterlesen auf oekotest.de: