- Wir haben sieben Kinderhochstühle überprüft, darunter vier klassische Treppenhochstühle.
- Das Ergebnis: Drei der getesteten Hochstühle können wir empfehlen, einen davon mit Bestnote.
- Ärgerlich: Nicht in allen Kinderhochstühlen im Test können Kleinkinder auf Dauer ergonomisch korrekt sitzen. Und: Wir sind auf Sicherheitsmängel gestoßen.
Das Familienleben spielt sich häufig rund um den Esstisch ab. Ob beim Essen, Spielen oder Basteln – im Hochstuhl können schon kleine Kinder auf Augenhöhe am geselligen Miteinander teilhaben. Da der Stuhl über viele Jahre einen so wichtigen Platz im Familienalltag einnimmt, muss er einige Anforderungen erfüllen.
Stokke, Hauck & Co.: Kinderhochstühle im Test
Möglichst frei von bekannten und bedenklichen Schadstoffen soll er sein, das ist klar – glücklicherweise gelingt das diesmal allen Produkten im Test. Genauso wichtig ist, dass die Sitzeinstellungen eine gesunde Körperhaltung und einen sicheren Halt ermöglichen.
Auch für die Eltern sollte der Hochstuhl im Alltag gut zu handeln sein. All das haben wir von einem spezialisierten Labor in einem umfangreichen Praxistest prüfen lassen. Das Ergebnis: Es gibt einen "sehr guten" Testsieger, zwei "gute" Hochstühle können wir ebenfalls empfehlen. Aber: Ein Kinderhochstuhl fällt wegen Sicherheitsmängeln mit "mangelhaft" durch.

Kinderhochstuhl im Test bietet nicht genug Stabilität
Konkret kritisieren wir an dem getesteten Kinderhochstuhl, dass die seitliche Haltevorrichtung aus Kunststoff nicht genug Stabilität bietet. Gelangt das Kind mit beiden Beinchen durch eine der Öffnungen im Babyeinsatz des Hochstuhls, reicht ein wenig Druck aus, damit das Kind mit der Hüfte hindurchrutschen kann.
Eltern wissen, zu welch akrobatischen Einlagen die Kleinen in der Lage sind und dass dieses Szenario nicht unrealistisch ist. Die Gefahr für ernsthafte Verletzungen ist entsprechend hoch.
Da der Stuhl zwischen Sicherheitsbügel und Rückenlehne darüber hinaus noch eine Quetschstelle aufweist, lautet das Teilergebnis Sicherheit und damit in der Konsequenz auch das Gesamturteil "mangelhaft". Potenzielle Quetschstellen sorgen auch bei zwei weiteren Kinderhochstühlen im Test für Punktabzüge.
Wie gut wachsen die Kinderhochstühle mit?
Ergonomisch korrekt sitzt das Kind im Kinderhochstuhl nur dann, wenn Ober- und Unterschenkel am Knie einen rechten Winkel bilden, während die Füße komplett auf der Fußstütze (oder bei größeren Kindern auf dem Boden) aufstehen. Dafür müssen sich Sitztiefe und Fußstützenabstand anpassen lassen.
Viele Hochstuhlhersteller werben damit, dass ihre Produkte über viele Jahre mitwachsen und so für jedes Alter geeignet seien. Das wollten wir überprüfen und haben die Einstellungen für verschiedene Altersgruppen im Praxislabor anhand normierter Maße bestimmen lassen. So berechneten wir die optimale Nutzungsdauer der Hochstühle. Zwar sind sie auch darüber hinaus nutzbar, aber eben mit Komforteinbußen.

Das Ergebnis: Klappt leider nicht bei allen! Denn bei einem Kinderhochstuhl lässt sich die für kleine Kinder ohnehin zu großzügig bemessene Sitztiefe gar nicht verstellen und die klappbare Fußstütze lediglich in eine weitere Position versetzen. So ermöglicht der Stuhl nur für einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum eine ergonomisch geeignete Sitzposition.
Darüber hinaus kritisieren wir an dem getesteten Kinderhochstuhl, dass die Fußstütze so schmal ist, dass ein Kind die Füße in keinem Alter komplett darauf abstellen kann.
Ebenfalls wichtig für eine gesunde Haltung ist der Sitzöffnungswinkel – also der Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkeln, wenn das Kind an die Rückenlehne angelehnt im Hochstuhl sitzt. Ist dieser zu groß oder zu klein, verschlechtert auch das das Teilergebnis Ergonomie.
Kinderhochstühle sollten einfach im Aufbau sein
Sowohl beim Aufbau als auch im täglichen Gebrauch sollte ein Hochstuhl einfach zu handhaben sein. Zeigte sich ein Stuhl im Praxislabor als unhandlich beim Heben und Tragen ohne Kind oder beim Verschieben mit Kind in der simulierten Esstischsituation, sorgt das für Punktabzüge.
Zudem kritisieren wir, wenn sich der Aufbau kompliziert gestaltete oder zusätzliches Werkzeug nötig war. Auch eine schwer verständliche Gebrauchsanleitung und fehlende Angaben zur richtigen Sitzposition des Kindes führten zu Minuspunkten.
Kinderhochstuhl kaufen: Tipps
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Auf die Maße achten: Kinder wachsen und entwickeln sich vor allem in den ersten Lebensjahren sehr unterschiedlich. Altersangaben sind daher weniger aussagekräftig als die tatsächlichen Körpermaße Ihres Kindes.
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Gemeinsam wachsen: Die Fußstütze und die Sitztiefe eines mitwachsenden Hochstuhls lassen sich verstellen und so regelmäßig an das wachsende Kind anpassen. Im besten Fall ist er so über viele Jahre nutzbar.
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Sicherer Stand: Ein Hochstuhl sollte eine möglichst breite Basis haben, damit der Stuhl stabil steht und nicht kippen kann. Manchen Modellen liegen zusätzliche Kippschutzkappen zum Aufstecken auf die Füße bei.
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Gebraucht kaufen: Ein guter Kinderhochstuhl hat seinen Preis, doch ein hochwertiges Modell kann mehr als ein Kind tragen. Hochstuhl und Zubehör leisten auch secondhand gute Dienste.
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