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Ist mein Kind ein Schreibaby?

Kategorie: Kinder und Familie | 19.01.2020

Ist mein Kind ein Schreibaby?
Foto: Fotolia / S.Kobold

Ungefähr jedes fünfte Baby schreit extrem häufig. Diese Kinder, die kaum zu beruhigen sind, werden Schreibabys genannt. Hier finden Eltern Tipps, wie sie ihr Schreibaby beruhigen können.

Woran erkenne ich, ob mein Kind ein sogenanntes Schreibaby ist?

Etwa jedes fünfte Neugeborene in Deutschland gilt als Schreibaby. Wollen Eltern wissen, ob ihr Kind in den ersten Lebensmonaten über das normale Maß hinaus schreit, können sie sich an der Dreierregel orientieren. Danach weicht ein Säugling vom normalen Schreiverhalten ab, wenn er mindestens drei Wochen lang an mindestens drei Tagen pro Woche mindestens drei Stunden lang brüllt.

Exzessives Schreien beginnt in der Regel schon im Alter von etwa zwei Wochen und tritt meistens in den frühen Abendstunden und der ersten Nachthälfte auf. Oft haben diese Kinder auch Schlafstörungen und fallen durch unruhiges, hektisches Trinken auf.

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Welche Ursachen hat anhaltendes Schreien?

Lange Zeit nahmen die Ärzte an, dass Schreibabys wegen ihres noch unreifen Verdauungstrakts unter heftigen Bauchkrämpfen leiden, den sogenannten Dreimonatskoliken.

Heute weiß man: Der für Schreibabys typische Blähbauch ist meistens nicht die Ursache, sondern die Folge des permanenten Gebrülls. Durch das viele Schreien schlucken die Winzlinge nämlich ständig Luft. Nach heutigem Erkenntnisstand wird übermäßiges Schreien auf eine frühe Störung der Selbstregulation zurückgeführt.

Schreibabys haben Probleme, Reize und Eindrücke zu verarbeiten. Sie finden schlechter als ihre Altersgenossen einen Rhythmus zwischen Wachen und Schlafen. Folglich sind diese Kinder oft übermüdet, was ihre Erregbarkeit noch verstärkt. Nach drei bis vier Monaten ist die Phase extremen Schreiens meistens vorbei; manchmal hält die Regulationsstörung aber auch bis zum dritten Lebensjahr an.

Wie beruhigt man ein Schreibaby?

Am besten schneiden psychotherapeutische und verhaltenstherapeutische Methoden ab. Sie können dann zur Stabilisierung der Situation beitragen, wenn die Eltern eine persönliche Beratung und Unterstützung erhalten. Fachleute empfehlen betroffenen Müttern und Vätern außerdem, bei ihrem Kind die Außenreize zu reduzieren, regelmäßige Schlafenszeiten einzuführen und feste Rituale zu pflegen. Zum Beispiel können sie zum Einschlafen immer dasselbe Lied singen oder die gleiche Spieluhr abspielen.

Die beste Hilfe finden Eltern in Schreiambulanzen

Hilfe gibt es für Eltern von Schreibabys in Schreiambulanzen:

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