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Hochstühle im Test: Diese Produkte können wir Ihnen empfehlen

Jahrbuch Kleinkinder 2018 | Kategorie: Kinder und Familie | 18.01.2018

Hochstühle im Test: Diese Produkte können wir Ihnen empfehlen

Die gute Nachricht: Alle Hochstühle sind kippsicher. Doch noch immer passen sie nicht zu allen Kindergrößen, und sie weisen etliche weitere Mängel auf. Drei Produkte können wir noch empfehlen.

Worauf es bei der Einstellung eines Kinderhochstuhls ankommt, erklärt Norbert Vogt, Leiter der Forschungsgruppe Industrieanthropologie der Uni Kiel: Wenn sich die Kniekehle im Bereich der Sitzvorderkante befindet, sollte der Rücken die Lehne erreichen können. Falls dies nicht möglich ist, rät er, die Sitztiefe umzustellen oder ein Kissen zwischen Rücken und Lehne zu packen: "Es ist sehr unkomfortabel für das Kind, wenn es die Sitzvorderkante im Wadenbereich hat." Kinder sollten deshalb die Füße beim Sitzen voll auf die Fußstütze aufstellen können.

"Unter sechs Monaten hat ein Kind im Hochstuhl nichts zu suchen", sagt Norbert Vogt. Die nötige Muskelkraft und Koordinationsfähigkeit für selbstständiges, richtiges Sitzen ist dann noch nicht gegeben. Erst wenn Kinder allein gut sitzen können, sollten Eltern über einen Hochstuhl nachdenken.

Hochstühle im Test: Alle Stühle sind kippsicher 

ÖKO-TEST hat neun sogenannte mitwachsende Stühle aus Holz dahin gehend untersucht, wie gut der Nachwuchs darauf sitzen kann - und ob er auf ihnen mit Schadstoffen in Berührung kommt.

Das Ergebnis: Einen Kinderhochstuhl können wir mit "sehr gut" und zwei mit "gut" empfehlen. Viele Hochstühle sind vor allem aufgrund von Sicherheitsmängeln und zu schmaler Fußstützen nur Mittelmaß. Anders als bei unserem Test aus dem Jahr 2011 sind diesmal alle Stühle kippsicher. Fünf Modelle bleiben in puncto Sicherheit ganz ohne nennenswerte Mängel. Zwei erreichen nur ein "befriedigend": ein Kinderhochstuhl aufgrund von Durchrutschgefahr, ein anderer aufgrund scharfer Kanten.

Für ein durchschnittlich großes Kind sind die Fußstützen der Modelle von zwei Herstellern deutlich zu schmal. Hier finden nicht einmal kleine Kinder genug Halt. Wie es besser geht, zeigen zwei andere Produkte im Test. Eins ist über 66 Monate hinweg optimal einstellbar, ein anderes über vier Jahre. Alle Stühle sind auch über die von uns angegebenen Altersgrenzen hinaus nutzbar - allerdings mit Komforteinbußen für das Kind. Einige lassen sich zu "normalen" Stühlen umbauen.

Formaldehyd löste sich aus zwei Hochstühlen im Test 

Zu viele Stühle machen es den Eltern unnötig schwer. Ihre Montage ist wenig intuitiv, sie sind schwer zu verstellen und ihre Gebrauchsanweisungen schwer zu entziffern, oder sie erklären nicht, wie man den Stuhl überhaupt korrekt für das Kind einstellt.

Aus zwei Hochstühlen im Test löste sich bei der Laboruntersuchung relativ viel krebsverdächtiges Formaldehyd.

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Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben zehn Hochstühle zwischen 60 und 230 Euro eingekauft. Alle Produkte bestehen überwiegend aus Holz und wachsen mit, das heißt Sitz und Fußstütze können der Größe des Kindes angepasst werden. Manche sind mit einem Bügel ausgestattet, andere mit einem Spieltisch, die meisten verfügen über Sicherheitsgurte. Für die Ergonomieprüfungen haben wir zudem Sitzauflagen des jeweiligen Herstellers eingekauft. Da diese Auflagen nicht fester Bestandteil der Hochstühle sind, wurden an ihnen keine weiteren Prüfungen, etwa auf Inhaltsstoffe, durchgeführt.

Die Inhaltsstoffe

Hochstühle aus Holz können mit schadstoffhaltigen Lacken überzogen sein, deshalb haben wir den Lack der Stühle auf fortpflanzungsgefährdende Phthalate untersuchen lassen. Und wir haben geprüft, wie viel krebsverdächtiges Formaldehyd die Produkte abgeben. Mit den Gurten kommen Kinder direkt in Berührung, deshalb ließen wir sie unter anderem auf phosphororganische Verbindungen, die häufig nervengiftig wirken, sowie Phthalate und andere Weichmacher testen.

Die Praxisprüfung

Im Labor wurden die Stühle auf Herz und Nieren geprüft: Welche Ausstattung haben sie? Wie leicht lassen sie sich aufbauen? Gibt es Quetschstellen oder scharfe Kanten? Außerdem wurden die Stühle im Labor genau vermessen, um herauszufinden, für Kinder welchen Alters sie geeignet sind. Die von uns beauftragten Experten führten nicht zuletzt Sicherheitsprüfungen nach der Hochstuhl-Norm DIN EN 14988 durch. Sie warfen auch einen Blick auf die Gebrauchsanweisung, ob diese gut lesbar ist und alle wichtigen Hinweise enthält.

Die Bewertung

Zum einen sollte ein Hochstuhl sicher, komfortabel und leicht in der Handhabung sein, außerdem möglichst lange nutzbar. Zum anderen sollte er aber auch frei von Schadstoffen sein, weil Kinder täglich auf ihm sitzen und intensiv mit ihm in Kontakt kommen. Daher haben wir die Testergebnisse Praxisprüfung und Inhaltsstoffe zunächst gleich gewichtet. Am Ende kann das Gesamturteil aber nicht besser sein als das Testergebnis Praxisprüfung.

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