Babytragen im Test: Nur vier sind "gut"

Magazin Dezember 2022: Butter | Autor: Christine Throl/Marieke Mariani/Ann-Cathrin Witte | Kategorie: Kinder und Familie | 17.11.2022

10 Babytragen im Test: Was können die Produkte von Ergobaby, Babybjörn & Co.?
Foto: Ground Picture/Shutterstock

Tragen ist die ursprünglichste Form den Nachwuchs zu transportieren. Dicht am Körper fühlen sich Babys meistens wohl. Unser Test zeigt: Vier der getesteten Babytragen können wir empfehlen. 

  • Wir haben zehn Babytragen getestet, davon sechs Full-Buckle-Tragen und vier Half-Buckle-Tragen.
  • Insgesamt vier Babytragen im Test können wir empfehlen.
  • Kritisch sehen wir bedenkliche Inhaltsstoffe im Tragenmaterial und aus unserer Sicht lückenhafte Gebrauchsanweisungen.

Tragen ist Liebe: Der enge Körperkontakt spendet den Kleinsten Sicherheit und Geborgenheit – oft die letzte Rettung, wenn sich Babys anders nicht beruhigen lassen. Und Tragen ist praktisch: Die Tragehilfe ist eine platzsparende Alternative zum Kinderwagen und ruck, zuck angelegt, zum Beispiel für den schnellen Einkauf.

Babytragen im Test: Manduca, Babybjörn & Co.

Aber wie sicher sind die Babytragen? Das wollten wir rausfinden und haben zehn Babytragen – darunter sechs Full-Buckle- und vier Half-Buckle-Tragen (dt. Vollschnallen- und Halbschnallentragen) – zur Schadstoffprüfung und zum Praxistest geschickt.

Das Ergebnis: Vier Babytragen können wir empfehlen, einige fallen aber auch negativ auf. Der Grund: Giftiges Antimon und halogenorganische Verbindungen im Stoffbezug und eine nicht optimale Sitzposition für das Baby. Außerdem kritisieren wir unzureichende Angaben in der Gebrauchsanweisung, durch die sich Tragefehler einschleichen können. 

Tragen soll die Bindung zwischen Baby und Eltern stärken.
Tragen soll die Bindung zwischen Baby und Eltern stärken. (Foto: Ground Picture/Shutterstock)

Sicherheitsmängel an einigen Babytragen im Test

In der Praxisprüfung zeigte sich, dass einige Babytragen-Hersteller bei der Sicherheit ihrer Produkte nachbessern müssen. So stellten die Prüfer beispielsweise bei einer Trage fest, dass die mit Knoten gesicherten Kordelstopper sich trotzdem relativ leicht abziehen ließen. Das ist bedenklich, denn Babys und Kleinkinder sollten solche Kleinteile besser nicht in die Finger bekommen. 

An einer anderen Babytrage im Test kritisierten die Prüfer, dass die Luftzirkulation im Gesichtsbereich für kleine Babys nicht optimal ist. Um kein Risiko einzugehen, sollten Eltern beim Tragen immer sicherstellen, dass das Kind ausreichend Luft bekommt, Mund und Nase frei sind und das Kinn des Babys nicht auf die Brust absinkt.

Ein laut DIN-Norm zu langer Brustgurt, sowie weitere an der Trage befestigte Schnüre, die Schlaufen bilden können, führen außerdem dazu, dass auch eine dritte Babytrage in der Praxisprüfung Notenabzüge kassiert. 

Welches ist die richtige Trageposition? 

Während acht Tragehilfen ausschließlich Tragepositionen mit Blick des Kindes zum Körper des tragenden Erwachsenen vorsehen – entweder vor dem Bauch, auf dem Rücken oder seitlich –, empfehlen die Hersteller von zwei Babytragen auch die umstrittene Trageposition vor dem Bauch des Tragenden mit Blick des Kindes nach vorne, in Laufrichtung des Erwachsenen.

Das Urteil der Prüfexperten: Diese Trageweise ist nur eingeschränkt und unter optimalen Bedingungen zu empfehlen. Der Rücken des Kindes ist in dieser Position nämlich meist unnatürlich durchgestreckt, die ergonomisch optimale Anhock-Spreiz-Haltung kaum möglich.

Ältere Babys könnten laut Expertenmeinung zwar für wenige Minuten in einer reizarmen Umgebung in dieser Position getragen werden. Bei einem längeren Ausflug sollten Eltern ihr Kind aber immer gut eingehockt mit dem Gesicht zum Körper tragen.

Beide kritisierten Hersteller schränken die Trageposition in ihren beigelegten Gebrauchsanweisungen aber weder zeitlich noch anderweitig ein, sodass Eltern annehmen könnten, dass diese Haltung auch für den Transport über längere Zeit geeignet sei. Diese unzureichende Information werten wir ab.

Einmal ist Anhock-Spreiz-Haltung kaum möglich 

Weiterhin bemängelten die Prüfer an einer getesteten Babytrage, dass in ihr auch in den empfehlenswerten Tragepositionen die gesunde Anhock-Spreiz-Haltung nicht angemessen gewährleistet ist. Doch nur in dieser Sitzhaltung ist die gesunde Hüftentwicklung des Kindes optimal unterstützt. Deswegen schnitt das Produkt hier deutlich schlechter ab als die anderen Babytragen im Test. 

Darüber hinaus weicht die Einschätzung der Prüfexperten zur Alterseignung der Tragehilfe deutlich von den Herstellerangaben ab. Laut Expertenurteil ist die betroffene Babytrage unter anderem wegen der Haltungsproblematik für Kinder unter 12 Monaten ungeeignet – der Hersteller empfiehlt sie aber schon für kleine Babys ab 3,2 Kilogramm Körpergewicht.

Babytragen im Test: So reagieren die Hersteller

Einer der betroffenen Anbieter hat ÖKO-TEST eine umfangreiche Stellungnahme zukommen lassen. Darin geht der Hersteller unter anderem auf die Vorteile der "Fronttrageweise", sprich der Bauchposition mit dem Gesicht des Babys nach vorn, ein. Außerdem stellt die Stellungnahme den Komfort der Trage für die Tragenden, sprich die Eltern, heraus.

Tatsächlich haben wir in unserem Test die ergonomischen Bedürfnisse des getragenen Kindes ins Zentrum gestellt und den Komfort für die Trageperson nicht bewertet. Aber: Wir ordnen im Test ein, wie gut die Babytragen für große und/oder kleine Erwachsene geeignet sind. Damit können Eltern anhand der eigenen Körpergröße abschätzen, ob ein Produkt für sie in Frage kommt. 

Symbolbild: So sitzt ihr Kind korrekt in der Babytrage.
Symbolbild: So sitzt ihr Kind korrekt in der Babytrage. (Foto: Kid_Games_Catalog/Shutterstock)

So sitzt das Kind gut: Babytrage richtig einstellen

Die Anhock-Spreiz-Haltung unterstützt die gesunde Hüftentwicklung des Kindes und beugt einer Hüftdysplasie vor. Und so geht’s:

  1. Sitzt das Baby in der Trage, greifen Sie es an den Unterschenkeln unterhalb der Kniekehlen und hocken es noch einmal richtig in den Beutel ein. Das Gesäß bildet dann den tiefsten Punkt, die Knie sind etwa auf Nabelhöhe. Der Steg der Trage reicht, kontinuierlich an das wachsende Kind angepasst, immer von Kniekehle zu Kniekehle.
  2. Kleine Babys gehören zunächst in die Bauchposition. Erst mit zunehmender körperlicher und geistiger Entwicklung und wenn Babys den Kopf selbstständig halten, können sie später in die Rückenposition und den seitlichen Sitz wechseln.

  3. Der Kopf braucht immer gute Abstützung und das Kind muss jederzeit ausreichend Luft bekommen.

  4. Strampler mit Füßen sind als Kleidung zum Tragen eher ungeeignet, da der Stoff beim Einsetzen in die Tragehilfe hochrutschen und so Füße und Beinchen stauchen kann.

Unsere Tipps: Babytragen sind sehr variabal anzupassen. Ein Tragekurs oder eine Trageberatung hilft weiter. Und: Kaufen sie die Tragehilfen ruhig gebraucht. Denn Babytragen werden oft nur wenige Monate genutzt und haben kaum Gebrauchsspuren. Mögliche Schadstoffe verflüchtigen sich zudem häufig mit der Zeit.

Giftige Stoffe in Babytragen im Test gefunden

Das von uns beauftragte Labor hat in den Gurten von vier Babytragen im Test aus unserer Sicht erhöhte bis stark erhöhte Gehalte des toxischen Elements Antimon nachgewiesen. Antimon kommt unter anderem bei der Produktion von Polyester zum Einsatz. Untersuchungen weisen darauf hin, dass Antimonverbindungen Haut und Schleimhäute reizen können. Da Babys in der Trage gerne an den Schulterträgern lutschen und kauen, über die diese Gurte zum Teil verlaufen, müssen die Hersteller hier dringend nachbessern.

Des weiteren kritisieren wir halogenorganische Verbindungen, die in zwei Babytragen im Test stecken. Das Problem mit Stoffen aus dieser Gruppe: Viele können Allergien auslösen und sich in der Umwelt anreichern. Wir finden: Auch solche Stoffe haben in Babyprodukten nichts verloren.

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Für den Test haben wir zehn Babytragen, darunter sechs Full-Buckle- und vier Half-Buckle-Tragen (auf Deutsch: Vollschnallen- und Halbschnallen-Tragen) eingekauft. Bei Full-Buckle-Tragen werden Hüft- und Schultergurte mit Schnallen geschlossen. Bei Half-Buckle-Tragen hat nur der Hüftgurt eine Schnalle. Den oberen Teil binden Tragende individuell und stufenlos anpassbar wie ein Tragetuch um das Baby, die Schultern und den Bauch.

Alle Produkte haben wir in spezialisierten Laboren auf krebserregende Farbstoffbausteine, optische Aufheller, umstrittene halogenorganische Verbindungen, verbotene phosphororganische Flammschutzmittel und lösliches Antimon untersuchen lassen. Wir ließen dieses Mal alle Tragen von Expertinnen und Experten in einem spezialisierten Praxislabor, von einem Versuchspersonenpanel sowie anhand normierter Methoden beurteilen. Ein Experte prüfte unter Hinzuziehung von zwei ausgebildeten und erfahrenen Trageberaterinnen die Beinhaltung, die Sitzposition und die anatomisch korrekte Haltung und Körperunterstützung der Babys in den Tragehilfen. Die Handhabung hat ein Panel aus fünf Versuchspersonen, bestehend aus drei Frauen und zwei Männern, beurteilt. Spezialisten prüften, ob die Tragen für das empfohlene Alter, Gewicht und die Körpergröße geeignet sind. Das Experten-Urteil, welche Trage wie für kleine und große Erwachsene geeignet ist, haben wir zur Information in der Tabelle aufgeführt. Es ist aber nicht ins Testergebnis Praxisprüfung eingeflossen.

Zudem haben die Praxisprüfer alle Produkte in Anlehnung an Teile der Sicherheitsnorm DIN EN 13209-02 für Babytragen untersucht: Können sich verschluckbare Kleinteile ablösen? Verrutschen die Gurte am Körper des Erwachsenen bei Bewegung? Gibt es eine Kopfstütze für Kinder bis zum vierten Monat? Weisen alle beigelegten Gebrauchsanleitungen sicherheitsrelevante Gebrauchs- und Warnhinweise auf? Über die beigelegte Gebrauchsanweisung hinausgehende Tipps oder Videos im Internet haben wir nicht berücksichtigt.

Bewertungslegende

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Bewertung Testergebnis Praxisprüfung: Das Testergebnis Praxisprüfung beruht zu 65% auf der Eignung für Kinder in Bauch- und Rückenposition, zu 20% auf der Handhabung in Bauch- und Rückenposition, zu 10% auf der Qualität der Gebrauchsanleitung und zu 5% auf der Qualität der Verarbeitung. In die Eignung für Kinder in Bauch- und Rückenposition gehen die Eignung in Bauchposition für 3,5-kg-Baby zu 50% ein und in Bauchposition und in Rückenposition für 9-kg-Babys zu jeweils 25% ein. Eine Eignung für Kinder in Bauch- und Rückenposition kann nicht besser als "ausreichend" sein, wenn die korrekte Beinhaltung (Anhock-Spreiz-Haltung) für kleine Babys in der Bauchposition nur als "ausreichend" beurteilt wird. In die Handhabung in Bauch- und Rückenposition gehen die Handhabung in Bauchposition zu 75% und die die Handhabung in Rückenposition zu 25% ein. Eine beigelegte Gebrauchsanleitung kann nicht besser als "mangelhaft" sein, wenn sie u.a. eine Bauchposition mit dem Gesicht des Babys nach vorn empfiehlt, ohne gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass diese Position nur für wenige Minuten und nicht für den Transport des Kindes geeignet ist. Unter "optimale Nutzungsdauer lt. Experten-Urteil" bzw. "Weitere Auffälligkeiten" führen zur Abwertung um jeweils 0,5 Noten im Testergebnis Praxisprüfung: eine optimale Nutzungsdauer lt. Experten-Urteil, die deutlich von der Angabe "Geeignet für Kinder von lt. Anbieter" abweicht (Baby Björn); Kordelstopper nur durch Knoten gesichert, lassen sich aber relativ einfach abziehen (Didyklick); Luftzirkulation im Bereich des Gesichts des Kindes für kleine Babys nicht optimal (Kokadi); zu langer Brustgurt und weitere Schnüre, die eine Schlaufe bilden können (Primeo). 

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: ein gemessener Gehalt von mehr als 5 mg/kg lösliches Antimon (in der Tabelle: Antimon stark erhöht). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) halogenorganische Verbindungen; b) ein gemessener Gehalt von mehr als 1 bis 5 mg/kg lösliches Antimon (in der Tabelle: Antimon erhöht); c) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: optische Aufheller in Etiketten.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Praxisprüfung. Es kann nicht besser sein als das Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.

Testmethoden

Inhaltsstoffe
Halogenorganische Verbindungen: Probe wird in Reinstwasser in der Soxhlet-Apparatur eluiert, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts.
Aromatische Amine: Prüfung auf Amine aus Azofarbstoffen nach reduktiver Spaltung entsprechend DIN EN 14362-1:2017-05. Bei Feststellung aromatischer Amine bei der GC/MS-Analyse wird das Analysenergebnis (entsprechend der Norm) durch ein zweites Verfahren (HPLC/DAD oder TLC) abgesichert. Es werden zusätzlich Anilin , 2,4-Xylidine und 2,6-Xylidine angegeben. Bei Hinweisen auf 4-Aminoazobenzol erfolgt immer eine zusätzliche Prüfung entsprechend DIN EN 14362-3:2017-05. Bestimmungsgrenze 1 mg/kg.
Optische Aufheller: qualitativer Nachweis (UV-Licht).
PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse.
Nickelabgabe aus Metallteilen: Elution der Proben mittels sauer Schweißlösung, Elutionsdauer 1 Woche. Elementbestimmung mittels ICP-MS. Angabe der Ergebnisse in μg Nickelabgabe pro cm2 / Woche.
Phosphororganische Flammschutzmittel: GC-MS nach Extraktion und Derivatisierung. Analyse auf TCEP, TCPP, TDCPP, Trikresylphosphat, TBEP, Triphenylphosphat, Tris-(2-ethylhexyl)phosphat, 2-Ethylhexyldiphenylphosphat, Tributylphosphat.
Formaldehyd: Qualitativ, Nachweis mit Carbazol/Schwefelsäure.
Antimon: Elution von Schwermetallen mittels saurer Schweißlösung. Elementbestimmung mittels ICP-MS.
Speichel- und Schweißechtheit: DIN 53160-1, 2: 2010-10 LFBG § 64, B 82.10-1,2. Die Bewertung der Echtheitsprüfungen erfolgt unter den in der Norm festgelegten Bedingungen mittels Graumaßstab (Lichtechtheit mittels Blaumaßstab), wobei Note 5 die beste Note darstellt und Note 1 die schlechteste.

Praxisprüfung
Umrechnung von Expertenurteilen in Noten. 5 Punkte entsprechen Note 1, 1 Punkt entspricht Note 5.

Gebrauchsanleitung/Bedienungsanleitung: Die beiliegende, schriftliche Gebrauchsanleitung wurde von einem Experten hinsichtlich Vollständigkeit (20 %), Verständlichkeit (20 %), Übersichtlichkeit (10 %), logischer Aufbau (10 %), Gestaltung (10 %), Hinweise zum Verstellen (15 %) und Hinweise zum korrekten Sitz des Kindes (15 %) beurteilt. Die vergebenen Punktzahlen wurden gewichtet in Noten umgerechnet.

Verarbeitung: Die Verarbeitung wurde durch einen Experten geprüft und beurteilt und durch einen zweiten verifiziert. Dabei wurde z.B. geprüft, ob die Babytragen sauber vernäht, die Fäden eingekürzt und die Kunststoffteile entgratet sind. Die vergebenen Punktzahlen wurden in Noten umgerechnet.

Handhabungsprüfung durch Versuchspersonenpanel: Die Handhabung der Babytragen (für jede angegebene Trageposition mit Ausnahme von Fronttrage mit Blick in Laufrichtung) wurde von fünf Versuchspersonen (drei Frauen und zwei Männer) unter der begleitenden Beobachtung eines Experten praktisch geprüft und beurteilt. Es wurden Handhabung, Sitz für Tragenden und Kind und Komfort der Tragehilfe beurteilt. Die drei weiblichen Versuchspersonen waren allesamt Mütter, eine davon mit sehr ausgeprägten Vorkenntnissen bzgl. der Babytragen. Einer der zwei männlichen Versuchspersonen hatte gute Kenntnisse, der zweite war unerfahren. Nach einer Explorationsphase (mit Studium der beiliegenden, schriftlichen Gebrauchsanleitung) wurde mit speziellen Tragedummys (ca. einjähriges Kind; 76 cm groß; 9 kg schwer; Kopfumfang 45 cm) geprüft. Alle Tragen wurden mehrfach an- und abgelegt, so dass ein gewisser Übungseffekt in die Bewertung mit einfließt.
Es fließen ein:
a) Bauchposition mit Gesicht des Kindes zur Trageperson: Hineinsetzen/Herausnehmen des Kindes (10 %) (Schultergürtel parallel und Schultergürtel überkreuz); Anpassen Körpergröße und -form des Erwachsenen und des Kindes (10 %) (Schultergürtel parallel und Schultergürtel überkreuz); Bedienbarkeit Verschlüsse und Verstellmechanismen (10 %) (Schultergürtel parallel und Schultergürtel überkreuz); Anpassen der Kopfstütze (10 %); Zusammenlegen der Trage (5 %); Lösen von Knoten/Klettverschlüssen beim Tragen (5 %); Gewichtsverteilung beim Tragen im Hüftbereich (10 %); Gewichtsverteilung beim Tragen im Schulterbereich (10 %) (Schultergürtel parallel und Schultergürtel überkreuz); Schwerpunktlage beim Tragen (10 %) (Schultergürtel parallel und Schultergürtel überkreuz);Tragekomfort normale Tragesituation (10 %) (Schultergürtel parallel und Schultergürtel überkreuz); Tragekomfort schwierige Tragesituation wie Steigungen, Gefälle, Stufen (10 %) (Schultergürtel parallel und Schultergürtel überkreuz);
b) Rückenposition: Hineinsetzen/Herausnehmen des Kindes (10 %); Anpassen an Körpergröße und -form des Erwachsenen und des Kindes (10 %); Bedienbarkeit der Verschlüsse und Verstellmechanismen (10 %); Lösen von Knoten/Klettverschlüssen beim Tragen (10 %); Gewichtsverteilung beim Tragen im Hüftbereich (10 %); Gewichtsverteilung beim Tragen im Schulterbereich (10 %); Schwerpunktlage beim Tragen (10 %); Tragekomfort normale Tragesituation (10 %); Tragekomfort schwierige Tragesituation wie Steigungen, Gefälle, Stufen (10 %); sicherer Sitz der Gurte auf den Schultern (10 %).
Die vergebenen Punktzahlen wurden gewichtet in Noten umgerechnet.

Optimale Nutzungsdauer für Kinder/Eignung für Tragende: Die Anthropometrie der Babytragen für Kinder und kleine und große Erwachsene wurde von einem Experten aufgrund der funktionalen Abmessungen der Tragehilfen beurteilt. Bei der Nutzungsdauer wurden die Beurteilungen zur Eignung für Kinder hinsichtlich Anhock-Spreiz-Haltung, Kopfabstützung, Rückenabstützung berücksichtigt. Bei der Größenzuordnung für Tragende wurden u.a. die funktionalen Abmessungen und der Verlauf und die Position von Gurten wie Hüft-, Schulter-, Brustgurte und Bindegurte berücksichtigt.

Gebrauchseignung: Die Beurteilung der Eignung für das Kind bzw. der Anpassbarkeit an die physiologisch/anthropometrischen Eigenschaften der Tragenden erfolgte laut den in der beiliegenden, schriftlichen Gebrauchsanleitung empfohlenen Trageoptionen mit Hilfe von Tragedummys und Kindern unterschiedlichen Alters durch einen Experten und unter Hinzuziehung von zwei ausgebildeten und erfahrenen Trageberaterinnen. Ein Großteil der Eignungsprüfungen wurde mit zwei Tragepuppen durchgeführt, die sich durch eine gute Beweglichkeit der relevanten Gelenke im Hüft- und Schulterbereich auszeichnen und von Trageschulen zu Schulungszwecken verwendet werden. Prüfmuster, bei denen ein Urteil nicht eindeutig ist oder eine besondere Relevanz besitzt, wurden mit echten Kindern erneut in Augenschein genommen.
Die kleinere Tragepuppe hat ein Gewicht von 3,5 kg und eine Körperlänge von 53 cm und die größere Tragepuppe ein Gewicht von 9 kg und eine Körperlänge von 76 cm. Sie entsprechen somit in Körperlänge und -gewicht in etwa dem 50. Perzentil (Median) für Babys bei der Geburt (0 Monate) und dem 50. Perzentil (Median) für Babys von 12 Monaten.
Es fließen ein:
a) Eignung in Bauchposition mit Gesicht des Kindes zur Trageperson für 3,5 kg Babys
0,6 x Punktzahl für korrekte Beinhaltung (Anhock-Spreiz-Haltung)
0,25 x Punktzahl für Rückenunterstützung
0,15 x Punktzahl für Kopfabstützung;
b) Eignung in Bauchposition mit Gesicht des Kindes zur Trageperson für 9 kg Babys
0,6 x Punktzahl für korrekte Beinhaltung (Anhock-Spreiz-Haltung)
0,4 x Punktzahl für Rückenunterstützung
c) Eignung in Rückenposition für 9 kg Babys
0,5 x Punktzahl für korrekte Beinhaltung (Anhock-Spreiz-Haltung)
0,5 x Punktzahl für Rückenunterstützung
Umrechnung der ermittelten Punktzahlen in Noten.
Die Fronttrageweise mit Gesicht des Kindes nach vorne wurde geprüft, aber nicht für die Bewertung der Gebrauchseignung, sondern für der Bewertung der beiliegenden, schriftlichen Gebrauchsanleitung berücksichtigt.

Sicherheit des Gurtsystems: Ein Experte beurteilte das Gurtsystem. Die Prüfung umfasste den Schutz vor Herausfallen, die Sicherheit der Gurtverschlüsse, die Kindersicherheit der Befestigungselemente. Dabei wurden alle Prüfungen in der Bauchposition durchgeführt.
Luftzirkulation: Die Beurteilung der Luftzirkulation erfolgte mit dem 3,5-kg-Tragedummy ebenfalls in der Bauchposition und laut beiliegender, schriftlicher Gebrauchsanleitung korrekt eingestellter Kopfstütze, ohne dass der Kopfschutz zusätzlich über den Kopf gezogen wurde.
Sicherheitsprüfung: Mechanische Gefährdungen in Anlehnung an DIN EN 13209-02:2016-07 8.1 Gefährdungen durch Verschlucken, 8.2 Gefährdungen durch Verfangen, 8.3 Schutzfunktion. Es erfolgte keine Vorbehandlung nach 5.3.
Befestigungssysteme: in Anlehnung an DIN EN 13209-2, 8.4. Es erfolgte keine Vorbehandlung nach 5.3.
Kennzeichnung am Produkt und beiliegender, schriftlicher Gebrauchsanweisung: in Anlehnung an DIN EN 13209-2, 10.3. und 10.4.

Einkauf der Testprodukte: Mai/Juni 2022.

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