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7 Tipps gegen Elektrosmog im Kinderzimmer

Kategorie: Kinder und Familie | 24.11.2018

7 Tipps gegen Elektrosmog im Kinderzimmer
(Foto: Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / fujikama)

Babyfone, Elektrospielzeug oder Leuchten: Im Kinderzimmer gibt es etliche potenzielle Elektrosmogquellen. Um seinen Nachwuchs vor unnötiger Belastung und vor allem vor dauerhafter Bestrahlung zu schützen, reichen bisweilen kleine Handgriffe.

Im Alltag komplett auf die elektronischen Helfer zu verzichten ist unrealistisch. Aber jeder kann einige Dinge beachten, um Elektrosmog zu reduzieren. Besonders im Kinderzimmer gilt: Öfter mal den Stecker ziehen.

So entsteht Elektrosmog

Den einen Elektrosmog gibt es nicht. Vielmehr wirken elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder unterschiedlicher Frequenz und Stärke auf uns ein. 

Ob und in welchem Ausmaß sich die als Elektrosmog bezeichnete Strahlung auf die Gesundheit auswirkt, ist trotz weltweiter Forschung weiter umstritten. Empfindliche Menschen klagen zwar unter der Einwirkung elektromagnetischer Felder über Befindlichkeitsstörungen wie chronische Müdigkeit, Übelkeit oder Schwindel

Ob die Beschwerden ursächlich darauf zurückzuführen sind, ist aber wissenschaftlich nicht endgültig belegt. Außerdem werden elektromagnetische Felder auch mit Symptomen wie Hyperaktivität bei Kindern, Schlaf-, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Migräne, Tinnitus und Herzrhythmusstörungen in Zusammenhang gebracht. Auch diese Symptome können andere Ursachen haben. Allerdings verschwinden sie nach Aussagen Betroffener häufig nach dem Abschalten von Elektrosmogquellen oder werden gemildert. 

Welche Quellen gibt es für Elektrosmog im Kinderzimmer?

Jede Menge: angefangen von Lampen mit Trafo über nonstop funkende Babyfone, Elektrospielzeug, Modelleisenbahnen bis hin zu Handys und Notebooks. Art und Intensität der jeweiligen Belastung sind dabei aber unterschiedlich. 

Kann man bedenkenlos Nachtlichter verwenden?

Wenn es sich um batteriebetriebene Schlummerlichter handelt: ja. Nachtlichter für die Steckdose können nach ÖKO-TEST-Untersuchungen erhöhte niederfrequente elektrische Wechselfelder erzeugen. Sie bilden sich immer dann, wenn die Hersteller auf so einfache Dinge wie Schutzkontaktstecker verzichten. Da diese Wechselfelder durch elektrische Spannung entstehen, bleiben sie bestehen, auch wenn die Lampen ausgeschaltet sind, der Stecker aber nicht gezogen wird. Magnetische Wechselfelder hingegen verschwinden normalerweise mit dem Ausschalten der Lampe. Wenn man strombetriebene Leuchten und Laternen benutzt, sollten sie im größtmöglichen Abstand, mindestens aber einen Meter weit weg vom Kinderbett, platziert werden. Wenn Nachtlichter für die Steckdose mindestens einen Meter Abstand zum Kinderbett haben, sind auch sie kein Problem.

Sind Babyfone bedenklich?

Je nachdem. Babyfone mit Netzteil erzeugen elektrisch wie magnetisch starke niederfrequente Felder, stärker als die meisten PCs. Noch problematischer sind aber Funkbabyfone mit DECT-Technik, die nonstop mit gepulsten Mikrowellen senden – und das nicht nur, wenn das Baby einen Laut gibt. Sie gehören nicht ins Kinderzimmer. 

Tipp: Kaufen Sie nur Geräte ohne beziehungsweise mit abschaltbarer Reichweitenkontrolle. Das vermeidet zusätzliche elektromagnetische Funkstrahlung. Da sich die Strahlung mit der Entfernung reduziert, sollten Sie das Babyfon im Abstand von mindestens einem Meter vom Babybett aufstellen. Wir haben 14 Babyfone getestet.

Können synthetische Materialien Probleme verursachen?

Gegenstände aus Synthetik, etwa Spielteppiche, können sich elektrostatisch aufladen. Das sorgt für ein schlechtes Raumklima. Zwar laden sich nicht alle Synthetiks auf, vorsorglich sollten Sie aber bei Anschaffungen fürs Kinderzimmer auf natürliche Materialien wie Holz, Kork, Wolle und Linoleum zurückgreifen. 

Welche Beleuchtung ist am besten?

Hände weg von Leuchtstoffröhren und auch Energiesparlampen. Abgesehen von ihrer schlechten Lichtqualität verursachen sie zigmal mehr Elektrosmog als PC-Bildschirme und sparen auch weniger Energie als versprochen ein. Außerdem ist im Bruchfall Quecksilber im Spiel. Eine Alternative sind Halogenlampen. Ihre Lichtqualität ist gut, sie halten länger und verbrauchen etwas weniger Strom als Glühbirnen – allerdings mehr als Energiesparlampen. Vorsicht bei Niedervolt-Halogenlampen mit Trafo, da sie oft starke elektrische und magnetische Felder erzeugen.

Wie sieht es mit Elektrospielzeug aus?

Einige dieser Spielgeräte sind für erstaunlich starke elektrische oder magnetische Felder verantwortlich, etwa die Trafos elektrischer Eisenbahnen oder Funkgeräte. Allerdings geht es dabei in der Regel nicht um Dauerbelastungen. 

Tipp: Bei Nichtgebrauch immer den Stecker ziehen – vor allem nachts

Ist das Schnurlostelefon im Wohnzimmer eine Gefahr?

Hauptprobleme bei DECT-Schnurlostelefonen sind die hohe Strahlenbelastung beim Telefonieren direkt am Kopf und die Basisstation, die meist rund um die Uhr strahlt. Damit steht der Mobilfunkmast praktisch direkt im Zimmer. Die meisten Eco-DECTs schalten zumindest dann ab, wenn das Telefonat beendet ist. Handys haben im Kinderzimmer nichts verloren, denn sie strahlen besonders intensiv. 

Darauf achten: Wenn man das Kind stillt, sollte das Handy nicht direkt daneben liegen. ÖKO-TEST hat 15 Schnurlostelefone getestet.

Wohin mit Mehrfachsteckdosen?

Mehrfachsteckdosen werden gern unter dem Bett versteckt. Doch das ist keine gute Idee, denn wo viel Strom fließt, da entsteht auch viel Elektrosmog

Wichtig zu wissen: Hochfrequente elektromagnetische Felder, bei denen eine gesundheitliche Beeinträchtigung vermutet wird, entstehen vor allem in der Nähe von Mobilfunk-, Radio- und Fernsehsendern sowie an den wesentlich schwächeren, aber dafür dem Lebensraum viel näheren hausinternen WLAN-Routern, Accesspoints und Endgeräten, DECT-Telefonen, Bluetooth- und sonstigen Schnurlostechniken. Die hochfrequenten Felder können mit ihrer Energie das körpereigene Gewebe erwärmen. Als Schwelle für eine gesundheitsschädliche Einwirkung gilt dabei eine dauerhafte Erhöhung der Körpertemperatur um mehr als ein Grad Celsius. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt daher, Geräte mit einer möglichst geringen Feldintensität zu nutzen und ausreichend Abstand zu den Geräten einzuhalten. Denn die Stärke der Felder nimmt mit der Entfernung zu ihrer Quelle ab. 

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