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20 Puppen im Test

Ein Trauerspielzeug

Jahrbuch Kleinkinder 2015 | Kategorie: Kinder und Familie | 09.01.2015

20 Puppen im Test

Lediglich drei der 20 getesteten Puppen können wir empfehlen. Die anderen enthielten zu viele Schadstoffe oder schwächelten im Praxistest.

Kinder lieben Puppen. Als kleine Abbilder von Menschen laden Puppen Kinder dazu ein, mit ihnen zu sprechen und eigene Gefühle auf sie zu übertragen. Doch welche Puppen sind robust genug und auch schadstoffarm? Wir haben zehn Puppen aus Stoff sowie zehn mit Kunststoffanteilen in Labore geschickt, wo sie einem umfangreichen Praxistest unterzogen und auf Schadstoffe geprüft wurden.

Das Testergebnis

Elf von 20 Puppen erhalten nur ein "mangelhaft" oder "ungenügend". Manche fallen sowohl in der Praxisprüfung als auch im Schadstofftest durch - wegen ausreißbarer Kleinteile oder weil unsere beauftragten Labore verschiedene Schadstoffe darin nachweisen konnten. Alle drei mit "gut" getesteten Puppen sind Stoffpuppen, bei den Kunststoffpuppen kam keine über ein "ausreichend" hinaus.

Bei nicht weniger als sechs Kunststoffpuppen lösten sich im Zugversuch die Wimpern. Sie gelten als gefährliche Kleinteile, wenn mehrere von ihnen mit Klebstoff relativ hart verbunden sind. Im Einzelfall ist schwer zu prüfen, wie stark die Wimpern zusammenkleben, deshalb werten wir ausreißbare Wimpern nicht als Verstöße gegen die Norm. Weil sie aber von kleinen Kindern verschluckt werden können, werten wir sie bei Puppen, die für Kinder unter drei Jahren geeignet sind, um drei Noten ab. Bei den beiden Puppen, die wir als nicht geeignet für Kinder unter drei Jahren ansehen, sind ausreißbare Wimpern weniger ein Sicherheitsrisiko als ein Zeichen mangelhafter Qualität. Hier werten wir mit zwei Noten ab.

Dass Kinder an ihrem Spielzeug zerren und zupfen, ist klar. Umso bedenklicher: Bei fünf Puppen lösten sich im Zugversuch Etiketten oder Aufkleber. Diese sind zwar potenziell verschluckbar, werden jedoch von der Spielzeugnorm der EU nicht als gefährliche Kleinteile gewertet, wenn sie aus luftdurchlässigem Gewebe bestehen. Hintergrund ist die vergleichsweise geringe Erstickungsgefahr. Im Einzelfall ist oft nicht leicht zu prüfen, wie luftdurchlässig ein Etikett ist. Deshalb haben wir abreißbare Etiketten generell nicht als Verstoß gegen die Norm gewertet, aber jeweils mit vier Noten abgewertet. Anders liegt der Fall bei der Jako-O-Puppe Krümel mit Schnuller. Hier wird durch Herstellerangaben deutlich, dass das Etikett mit einer luftundurchlässigen Beschichtung versehen ist. Deshalb haben wir um fünf Noten abgewertet und das getestete Modell aufgrund des gefährlichen Verstoßes gegen die Norm als "nicht verkehrsfähig" eingestuft.

Wir legen an Spielzeug, das für Kinder unter drei Jahren geeignet ist, besonders strenge Maßstäbe an - wie auch die Spielzeugrichtlinie der EU namens 2009/48/EG, an der wir uns orientieren. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Kleine Kinder nehmen ihr Spielzeug häufig in den Mund, zerren und ziehen daran und verschlucken Kleinteile. Außerdem sind sie generell stärker gefährdet, sich zu verletzen, zu ersticken oder stranguliert zu werden. "Spielzeug für Kinder unter 36 Monaten lässt sich nicht immer leicht und eindeutig von Spielzeug für Kinder über


Puppen: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Heidi Kuschelpuppe, 30 cm
  • Studio 100

Sterntaler Anziehpuppe Franca, 35 cm
  • Sterntaler

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  • Käthe Kruse

Steiff Puppe Frieda bunt, 38 cm
  • Margarete Steiff

Julia Collection Puppe mit Haaren, 30 cm
  • Simba Toys

Bayer Designer Girls, Puppe im Dirndl, 46 cm
  • Bayer Design

Haba Mette Trotzkopf, 30 cm
  • Habermaaß

Emil Schwenk Babypuppe, Junge rot Piratenkopftuch, 32 cm
  • Emil Schwenk

Nici Wonderland Minilotta, 30 cm
  • Nici

Heunec Poupetta Lotte, 30 cm
  • Heunec

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  • Sigikid

Nanchen Sommerkind Lotti, grün, ca. 34 cm
  • Nanchen-Puppen

My Little Baby Born Supersoft, Babypuppe 30 cm
  • Zapf Creation

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  • Jako-O

Prinzessin Lillifee, Stoffpuppe 30 cm
  • Die Spiegelburg

20 Puppen im Test
Jahrbuch Kleinkinder 2015 Seite 250
Jahrbuch Kleinkinder 2015 Seite 251
Jahrbuch Kleinkinder 2015 Seite 252
Jahrbuch Kleinkinder 2015 Seite 253
Jahrbuch Kleinkinder 2015 Seite 254
Jahrbuch Kleinkinder 2015 Seite 255

6 Seiten
Seite 250 - 255 im Jahrbuch Kleinkinder 2015
vom 09.01.2015
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Aus der Vielzahl an Puppen auf dem Markt haben wir 20 ausgewählt - zehn Stoffpuppen und zehn, die auch Kunststoffanteile enthalten oder sogar ganz aus Kunststoff sind. Wir kauften unter anderem Produkte traditioneller deutscher Manufakturen ein sowie solche aus Materialien aus kontrolliert biologischem Anbau. Für die teuerste Puppe bezahlten wir 63,90 Euro, für die günstigste 7,99 Euro.

Die Praxisprüfung

Im Labor nahmen Spezialisten die Puppen genau unter die Lupe: Unter anderem prüften sie mit Zugtests, ob Kinder kleine Teile wie Wimpern von der Puppe abreißen und verschlucken könnten. Sie untersuchten das Spielzeug auf spitze Drähte oder kantige Accessoires, an denen Kinder sich verletzen könnten. Und sie legten Feuer an die Puppen, schließlich dürfen die im Ernstfall nicht zu schnell entflammen. Grundlage dieser Tests ist die europäische Spielzeugnorm EN 71, in der definiert ist, welche Kriterien Spielwaren erfüllen müssen. Daneben interessierte uns, ob die textilen Bestandteile der Puppen abfärben, wenn ein Kind an ihnen nuckelt. Also ließen wir sie mit künstlichen Lösungen auf Speichel- und Schweißechtheit prüfen.

Die Inhaltsstoffe

Wir schickten die Puppen an vier verschiedene Labore, um herauszufinden, was in ihnen steckt. Die Experten untersuchten sie je nach Zusammensetzung auf potenziell gesundheitsschädliches Formaldehyd, auf giftige Elemente wie Blei und Arsen sowie auf verbotene Farbstoffe. Auch nach umweltbelastenden Stoffen wie optischen Aufhellern und Nonylphenolethoxylaten ließen wir suchen. Wichtig waren uns außerdem Weichmacher, phosphororganische und halogenorganische Verbindungen sowie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, von denen manche krebserregend sind.

Die Bewertung

"Sehr gute" Puppen sollten unserer Meinung nach weder fragwürdige Inhaltsstoffe enthalten noch im Praxistest schwächeln - deshalb gehen beide Bereiche zu gleichen Teilen in die Bewertung ein, wobei das Gesamtergebnis nicht besser sein kann als das schlechteste Einzelergebnis. Bei den Inhaltsstoffen haben wir wie so oft strengere Maßstäbe angelegt, als es der Gesetzgeber tut. Im Praxistest legten wir besonderen Wert auf Sicherheit und Verbraucherfreundlichkeit.

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ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
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Jahrbuch Kleinkinder 2015
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Erschienen am 09.01.2015

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